Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
stunde
stunde
- ›Stunde als Zeitabschnitt, Vierundzwanzigstel eines Tages‹, vereinzelt mit Tendenz zu: ›Zeitpunkt‹; die Stunde dient sowohl der genauen mathematisch-metrischen wie (eher noch) der lebenspraktischen Gl
- ›Zeitpunkt, als kürzest möglich angesehene Zeiteinheit‹ (generell); speziell: ›Zeitpunkt des Todes, Todesstunde‹; extensional bezieht sich stunde 2 oft auf Grenzerfahrungen des geschichtlichen Mensche
- ›Zeit; linear gedachter, in der Regel nicht bemessener Verlauf des göttlich begründeten, natürlichen, vom Menschen nicht beeinflussbaren bzw. als nicht beeinflussbar aufgefassten Seins und Geschehens
- ›Weile, kurze Verlaufseinheit der Zeit‹; zur Betonung der Kürze der Zeit mehrfach mit klein und kurz attribuiert.
- von ‚Zeit‘ her (s. Ansatz 3) metaphorisierte ›Gelegenheit, Anlass, etw. zu tun oder zu unterlassen‹.
- ›Uhr als Messwerkzeug für den Zeitablauf des Tages, damit des gesamten, im Sinne von Ansatz 1 zu verstehenden sozialen Lebens‹; speziell: ›Sanduhr; Wasseruhr, Stundenglas‹ (ohne dass aus den Belegen h
- stunde erscheint in einer hohen Anzahl von Belegen in Reimen, z. B. grund : stunde, kund : stunde, funden : stunden; der semantische Wert von stunde rückt dabei unterschiedlich stark in den Hintergrun
- stunde als dicht belegter Teil phrasematisierter präpositionaler Fügungen (mit an, auf, bei, für, in, unter, von, zu); der im Einzelnen unsichere, aber dennoch mögliche Bezug der folgenden Ausdrücke a
- stunde als Teil phrasematischer Verbindungen mit den attributiv gebrauchten Adjektiven gut, klein, kurz (häufig), lang, lezt, selig und den Pronomina al, der, diese, ein, einig, etlich, kein, manch, s
- ›idealer, guter Mensch‹ (ütr.); das Vergleichsmoment mit stunde ist nicht erschließbar, wohl aus dem Lateinischen übernommen (s. Beleg).
- fungiert in der Form stund als Multiplikationspartikel für alles, was als mehrfach vorkommmend ertextet wird; dabei bildet die Zahl ‚eins‘ in aller Regel den Multiplikanden; die in Frage stehenden Geg