strudelich,
adj. ,
an versch. bedeutungen von 1strudel
anknüpfend. -o-
formen sind spärlich: Stieler (
s. u. 1); Aler (
s. u. 2);
mundartlich Bühler
Davos 1, 152; Fischer
schwäb. 5, 1882.
die suffixform wechselt: alemannisch sind -ig-
formen: Fischer 5, 1882; Seiler
Basler ma. 282; Hunziker
Aarg. 261; Stalder 411; Bühler 1, 152;
auch saarländisch Schön 205;
im Elsasz herrscht schwanken: strudelig Fischart (
s. u.); trùtli(k) Martin-Lienh. 2, 627,
aber trùtlæΧt
ebda; strudtlecht, struttelächt Höniger (
s. u.); die älteren wbb. wie die litterarischen belege geben fast durchwegs -ich(t)-
formen. umlaut: strüdlig Stalder 411.
bedeutungen. 11)
eigentlich, zu strudel A 1
u. 2:
charybdis ein strudelichter ort Dief.
gl. 101
b; ein strudlechtig ort im meer Calepinus (1598) 86
a; strudelich, strodelich
scaturiginosus, ebulliens; strudelicht gewässer
fontes salientes Stieler (1691) 2214; strudelicht
vorticoso, voraginoso, golfoso Kramer
d.-it. 2 (1702) 1016
a; wo felsen und wälder den strudlichten strom überhängen
J. Thomson vier jahresz. (1781) 285; auf der oberfläche ist es (
das wasser) blos strudlich Glasbrenner
Berlin wie es ist —
u. trinkt 6, 2, 15;
in alem. maa. strodlig, strudlig
siedend, kochend Bühler
Davos 1, 152; Friedli
Bärndütsch 3, 375; Fischer 5, 1882. 22)
in der bedeutung von strobelig (
vom haar),
s. 1strudel A 5 a
u. strudelkopf: strodelicht aussehen
horrere, esse hirtum, hispidum, horrido capillo Aler (1727) 2, 1854. 33)
von dem begriff '
hast' (
1strudel B 1 d)
aus gelangt das wort zu einer reihe von bedeutungen tadelnden inhalts: es werden oft also unsinnige und struttelächte köpf gefunden, die warten nicht, bis man die sach ... zum end bringt Höniger
narrensch. (1574) 27
a; schnell und strudtlecht sein sententz herausz werffen
ebda 39
a; (
sie) ist nicht strudelig noch vermessen, sonder bedachtsam und gemachsam Fischart 3, 234
Hauffen. [] mit unpersönl. subj.: federn und dinte und alles ist strudelich (
verquer?) Göthe III 1, 224.
ähnlich in den maa., u. zwar in den alem. und den angrenzenden: strudelig
flüchtig Seiler 282; strudlig, -ü-
unbesonnen, eilig Stalder 411; Fischer 5, 1882; unvorsichtig und struddlicht (1660) Ch. Schmidt
Straszb. 106; štrùtli(k), štrùtlæΧt
flüchtig, oberflächlich Martin-Lienh. 2, 627; štrùdlìg
dass. Hunziker 261; strudelig
unordentlich arbeitend (
Saarbrücken) Schön 205; strudlich
eilfertig im sprechen und handeln, stottern Follmann
lothr. 508.