Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Stilblüte
Stilblüte
Blüte f. ‘blühender Teil einer Pflanze, Zustand des Blühens’, ein ti-Abstraktum germ. *blōdi- f. zum Verb blühen (s. d.). Es begegnen ahd. bluot f. (9. Jh.), bluot m. (11. Jh.), mhd. bluot m. f. Aus den flektierten Formen des Femininums (Genitiv und Dativ Sing. bzw. Nominativ und Akkusativ Plur.) entwickelt sich ein neuer fem. Sing. (mit Endungs-e und Umlaut) ahd. bluͤde (Hs. 12. Jh., Williram), mhd. blüete. – Blütezeit f. ‘Zeit des Blühens’ (2. Hälfte 16. Jh.), ‘hohe Zeit, Glanzzeit’ (18. Jh.). Dem Muster Redeblume (17. Jh.), Redeblüte (19. Jh.) ‘blumige, wohlgefällige bildliche Ausdrucksweise’ folgt spöttelnd Stilblüte f. ‘unangemessener, oft erheiternd wirkender bildlicher Ausdruck’ (19. Jh.).