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Stiᵉde

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Stiᵉde f.

Bd. 5, Sp. 475
Stiᵉde f. [allg.] 1.1. Ort, Platz, Punkt innerhalb eines Raumes, Geländes o.Ä., an dem sich jmd., etwas befindet bzw. befunden hat, an dem sich etwas ereignet (hat). Upp’en Dackke es ne Stie, dä es nich dichte (Kr. MindenMin Kr. Minden@RehmeRe). Ne Smii (Schmiede) is ne plaseïerlike Stīä (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). Dai Biuer harr dai Stūie, wao de Voß düör de Hiege kräoup, genau betoiknet (Kr. IserlohnIsl Ös). Ann’e annere Stīe setten (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Hä räüet (rührt) sik nit vann’e Stïe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). De Wāgen well nit vann’e Stīe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Hai küemet nit van d’r Stīe (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). Vann’e Stīe wäch het se ’ne metnoam’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Op düöse Stie hew ecke dat gefunnen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BackumBa). Up Stuin stellenweise, hier und da (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Up vell Stien auf vielen Stellen, mancherorts (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — Ra.: He steht up de Stää kommt nicht weiter (WmWb). Do dat up de Stiär (sofort)! (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@WarendorfWd). Hei bliffte up ter Stidde (sofort) stn (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Wh). Op stoner Stīe auf frischer Tat (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). He is up staonde Stää dr’up loopen wird nicht fertig, ist immer beschäftigt (WmWb). Dei kann ni iut de Stie kummen ist gemächlich und gemütlich (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DahlDa). Nicks iut der Stie! kategorische Ablehnung (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — Sagw.: Dat gäit ower hännig van d’ Stïe, sach dä Junge, do räit (ritt) hä mol wier op iähre groute Suoge (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@BochumBo). — 1.2. lokalisierbarer Bereich am Körper, an einem Gegenstand, der sich durch seine besondere Beschaffenheit von der Umgebung deutlich abhebt. Dä leige (schlimme) Stie an den Beune suit beuse iut (Kr. MindenMin Kr. Minden@RehmeRe). He ha’ kinn drööge Stääen mähr an’t Liewe war ganz durchnässt (WmWb). Do es känne hǟile Stīe ān (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Ra.: Et is ne klain Stīeken, bu et guet smecket nämlich der Gaumen, die Zunge (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Et es mä ǟin Stīeken, bo ’t richtich guet dait (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Et es mä ’n klain Stīeken, dat ka’ me lichte wārn sagt eine Prostituierte zum Pastor, der ihr Vorhaltungen macht (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). — 2.1. der, die jmdm., etwas gebührende, zukommende Standort, Platz, Stellung, Lage, Position. Se häff Mooders Stää verträäne (WmWb). Den is daorföör in de Stää kommen ist an seine Stelle getreten (WmWb). An deïne Steïe härr ik dat nich sächt (Kr. WiedenbrückWie Wb). Ik an dīne Stïede dai ’t nich (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). — 2.2. Sitzplatz. Dat is muine Stē mein gewöhnlicher Platz (am Tisch, auf der Bank) (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). Opstǟit, Stīe vegǟit (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Opstäiht, Stïe vergäit; Schelm, dai drop sitten gäit wenn sich jmd. auf einen Stuhl setzt, den gerade ein anderer verlassen hat (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@SerkenrodeSr). — 3. bestimmter Platz innerhalb einer Rangordnung, Größenordnung, Reihenfolge. Hä stǟit ann’e twedde Stīe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 4. Stelle im Berufsleben, Dienststelle, Arbeitsplatz, Anstellung; Arbeitsstelle, Posten, Beschäftigung. De Stīe es fri (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Bf). Dä Stie es besedt (Kr. MindenMin Kr. Minden@RehmeRe). Hä hïet känne Stīe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Dai hiär ne gure Stie (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Sik ne Stīe saiken (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Se kreeg ne Stää bi ne Buur (WmWb). Ne Stīe anneäm’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). He hiätt sine Stīe verluoren (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@BreckerfeldBf). Sick verännern in sine Stierre (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — 5.1. landwirtschaftlicher Betrieb (mit allen Gebäuden und dem zugehörigen Grundbesitz); Bauernhof, kleines Gut; kleiner Kotten (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@RöckinghausenRö). Äele (alte) Stien (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@GöstrupGö). Hei hiät en gout Stieken (kleinen Besitz) (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HalingenHa). Dä eune hät dä Stie (den Hof) kriegen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@ElbrinxenEl). Dat Lǖt fräiet up Hinderks Stäie (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — 5.2. Unterkunftsstelle, z.B. bei der Einheirat (Frbg.) (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@WarendorfWd); gute Partie, Heirat für ein Mädchen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). Dat is ne Stīe das ist eine gute Partie (wenn z.B. ein Mädchen einen reichen Kaufmann heiratet, auch von einem Mädchen, das ein Haus oder ein gutes Vermögen besitzt) (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). — 6. Anhalteplatz beim Versteck-, Fangenspiel (Frbg.) [Kr. SoestSos Mes]. Dai Stuie för de Blagen der Freiplatz beim Kinderspiel (Kr. SoestSos Kr. Soest@SassendorfSd). — 7. Gefängnis. Kümmt einige Wieken tau Stoie kommt ins Gefängnis (Kr. HerfordHfd Wf). ⟨Ausschließlich aufgrund lautschriftlicher Belege: ›Stiᵉde‹ [Kr. AhausAhs Kr. SteinfurtStf Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. BeckumBek Kr. BrilonBri Wal], ›Stiᵉ(e)‹ bzw. ›Stīᵉ(e)‹ [Kr. DetmoldDet Kr. PaderbornPad Kr. BürenBür Kr. MeschedeMes Kr. BrilonBri Alt], ›Stiᵉ‹ bzw. ›Stīᵉ‹ (mit ›iᵉ‹ bzw. ›īᵉ‹ vor ausgefallenem d) [Kr. HöxterHöx Bür]; Stīe (ī = ›īᵉ‹ oder ›ī‹) [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Kr. LüdinghausenLhs Kr. WiedenbrückWie die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Stadt WittenWit die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor MSauerl Olp], Stīe (ī = ›īᵉ‹ oder ›ī‹ oder ›ēª‹) (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe); ›Stīe‹ [Ravensbg Kr. BeckumBek Kr. WiedenbrückWie Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Hellweg Kr. BürenBür Kr. IserlohnIsl Kr. ArnsbergArn Kr. MeschedeMes Alt], ›Stē¹e‹ (›ē¹‹ = ›ī‹ im Hiat) (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa); ›Steªde‹ u. ›Stēªde‹ (Kr. MünsterMün Kr. Münster@MünsterMü), ›Steª(e)‹ [WMünsterl Kr. CoesfeldKos Kr. MünsterMün Rek], ›Stēª‹ [Kr. AhausAhs Kr. LüdinghausenLhs Bek]⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 8,490: Städe; HnVwb 3,735: Stätte. Zus.:→ Arbēdes~, Bāde~, Bakke~, Bedde~, Bleike~, Blessen~, Blīwen~, Brand~, Brō²d~, Bū~, Bǖke~, Bukke~, An-bukke~, Būren~, Burge-mester~, Damel~, Dē¹nst~, Ding~, Dzgen~, Fǟl~, Frī~, Fǖr~, Gadder-bedde~, Geil~, Glō¹d~, Graf~, Gro¹n~, Gütten~, Hǟrd~, Hof~, Höi~, Holt~, Hūs~, Kasten-bedde~, Kisten-bedde~, Klap-bedde~, Kō¹~, Köster~, Koªten~, Köªter~, Kweªl~, Lāger~, Lǟr~, Leªger~, Līk~, Misten~, Niᵉtel~, Nō¹nen~, Pastōren~, Rō²k~, Schok~, Schōl~, Schūf-bedde~, Slap~, Smiᵉde-weªrk~, Wand~, Wand-bedde~, Wāter~, Weªrk~, Weske~, Wippe~.
4945 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stiede

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    stiede s. stæte.

  2. modern
    Dialekt
    Stiᵉdef.

    Westfälisches Wb.

    Stiᵉde f. [allg.] 1.1. Ort, Platz, Punkt innerhalb eines Raumes, Geländes o.Ä., an dem sich jmd., etwas befindet bzw. be…

Verweisungsnetz

62 Knoten, 62 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stiede

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

stiede‑ als Erstglied (6 von 6)

Stiᵉdebrūd

WWB

Stiᵉde-brūd f. Braut, die einen Hof besitzt, Erbin ( WmWb ); Erbtochter ( Unn Bö).

stiᵉdegesk

WWB

stiᵉdegesk Adj. [ Ahs Hfd Bie] 1. (vom Pferd) bald gut, bald schlecht ziehend (Frbg.). — 2. eigensinnig (Frbg.) ( Bie Ni). ⟨ „stiegesk“ ( Bi…

Stiᵉdeindat-Hūs

WWB

Stiᵉde-in-dat-Hūs Recht, im Haus zu leben, Hausrecht ( Ahs St).

stiᵉdesk

WWB

stiᵉdesk Adj. [ Min WMünsterl Tek Kos Hal Wbg] (bes. vom Pferd, auch von Personen) störrisch, bockig, arbeitsunwillig; bald gut, bald schlec…