steinmasse,
f. 11)
masse, materie, aus welcher das gestein besteht: im allgemeinen besitzen gelochte ziegel trotz ihrer geringeren menge an st. eine gröszere druckfestigkeit Muspratt 8, 798; eisenhaltige und magnetische steinmassen Ritter
erdkde 1, 99; in dieser hinsicht werden wir bald sehen, dasz, wenn wir ... unter versteinerung eine umwandlung der organischen materie der tiere und pflanzen in st. verstehen, nicht alle sogenannten versteinerungen auch wirklich versteinerungen sind Roszmäszler
mensch im sp. d. nat. 4, 99.
auch für künstlich hergestellte materie: st. liefert Laurenz Rohlik in Wien in täuschender nachahmung der härte und farbe der edelsten steinarten Hübner
zeitungslex. 4, 402
b; K. stellte aus einem gemisch von ... magnesit und salzsäure künstliche steinmassen dar Muspratt 2, 448.
eine steinartige masse: bey den alten (
Bambu) wird die höhle mit steinmasse überzogen, welche tabaschir heiszt und in der arzneykunde gebraucht wird Oken
naturg. 3, 420. 22)
eine menge, quantität von gestein: recens. ist der meinung, (
dasz wasser die) st. eingeebnet habe
allg. dtsche bibl. 67, 495; in diesem augenblick stürzte diese st. über die stelle her, wo der maler gesessen hatte Archenholz
Engl. u. It. 2, 196;
in bildlicher übertragung: denn die edle masse der dramenstoffe lagert in den steinmassen der geschichte fast immer nur da, wo das geheime vertrauliche leben der heldencharaktere beginnt Freytag
technik d. dr. 14, 249. 2@aa)
im bereich der baukunst gern für die rohe masse, materie, aus der heraus oder mit der geschaffen wird: ein baumeister, der nicht mehr so plump und ganz von groszen steinmassen baute Herder 15, 616
S.; die erdgeborenen bezwinger groszer steinmassen Welcker
denkm. 3, 217. 2@bb) st.,
compacte, räumlich grosze masse von gestein, felsen, berge: meine seele war nur überrascht, nicht überwältigt, und jene ungeheure steinmassen (
der Rosztrappe) wurden in meinen augen allmählich kleiner Heine 3, 104
Elster; von unten (
in d. schlucht) wird man gar nicht inne, dasz eine wirkliche brücke die steinmassen entlang führt Laube
ges. schr. 5, 115;
gesteigert: welche unendliche menge groben feuers z. b. risz die st. unserer erde an sich Herder 13, 426
S.; weit ab liegt alles feste land, als hätte ... eine wasserflut vor uralten zeiten das weichere erdreich ringsum von seinen festen steinmassen abgespült Hauff
s. w. 1, 183. 33)
eine masse, menge von steinen Mothes 4, 264,
während unter 2
der begriff des volumens in den vordergrund trat, ist es hier mehr der der zahlenmäszigen menge, die sich wieder zur raumquantität zusammenschlieszt: 'halt!' schrie B., als einige der beherzteren sich daran machen wollten, die ... steinmassen wegzuräumen H. Schmid
gesch. aus Bayern 199; das glühen des alaunsteines ... wird in der weise ausgeführt, dasz man die steinmassen ... in niedrige schachtöfen ... mäszig glüht Muspratt 1, 723; der schnee ballte sich um rollende steinmassen Stratz
weisze tod 5;
daher oft feststehende verbindungen wie stein-
und schutt-
oder geröllmasse: die stein- und schuttmasse wurde durch den fall bis in den kleinen see getrieben Oken 1, 587; der arni liebt die höchsten felsengrate der gebirge, zu denen man blosz durch ein wirrsal zerklüfteter stein- und geröllmassen gelangen kann Brehm
thierl.3 3, 217.
in älterer oder primitiver kriegsführung eine masse von steinen, die auf den feind geschleudert werden: von allen seiten herbeisausende steinmassen und ... speere Fouqué
alts. bilders. 4, 288; steinmassen, feuerbrände, heiszes pech wird auf die köpfe der belagerer hinabgerollt Platen 2, 245
H. [] 44)
von der steinmasse eines bauwerks auf dieses selbst übertragen; für ein einzelnes gebäude: fast alle (
häuser) sind entweder plumpe massive steinmassen oder elende gebäude Nicolai
reise d. Dtschl. u. d. Schw. 9, 17; den Kölner dom, ..., der ewig eine todte, hohle st. bleiben werde Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. 7, 305; in der groszen todten st. des pallastes Tieck
schr. 8, 125; das auf dem jenseitigen ufer liegende kastell, eine alterthümliche rohe st. Gaudy
s. w. 13, 95.
gern von den alten bauten der Ägypter, den pyramiden und der sphinx: die ägyptischen priester gingen mit lampen ... in die dunkeln gewölbe dieser st. hinein Becker
weltgesch. 1, 99; (
die) sphinx im gelben wüstensand unter schwarzen, kolossalischen steinmassen einer welt, die die sonne verzehrt hat H. v. Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 132.
von mehreren gebäuden und ganzen städten: unten bog er in die Königsstrasze ein, aber die steinmassen bedrückten ihn, wie ihn das zimmer bedrückt hatte Fontane
vor. d. sturm (1878) 3, 238; die grosze hauptstadt, welche mit ihren steinmassen und groszen baumgruppen auf einer weiten ebene sich dehnte Keller 2, 136;
von ruinen: in dieser zerschmetterten st. (
des alten Roms) liegt unergründliche betrachtung Schiller 3, 581
G.