steinklippe,
f.,
ältere nebenform -klipffe Gabr. Rollenhagen
indian. reys. 28.
vgl. unten -kluppe. 1)
steil aufragender spitzer fels: copadines Diefenbach 149
c; st., jehe felsen Hulsius (1618) 2, 344
a; Apinus 125. eyn steynklippen (
corr. in zween spitze fells) Luther 1, 58
W. (
1. Sam. 14, 4); Kirchhof
wendunm. 4, 276
lit. ver.; obwol gros wildnus, berg und thal, steinklippen, wasser uberall gefunden wird in Schweden reich
postreutter 104
a; von dar zögen wir hin an die hohen steinklipffen, so bis an die wolcken reichen Gabr. Rollenhagen
indian. reys. (1603) 28; die tirolische stainklippen v. Brandis
ehrenkräntzel (1678) 226; die liebe des vaterlandes, in welchem uns die rauesten steinklippen schöner als anderwerts die hesperischen gärten ... fürkommen Lohenstein
Arminius 1, 105
b; zehrkraut ... wächset gerne an steinklippen v. Fleming
teutsche jäg. 7; halte dich rechter hand längs dem bächlein, bis dir eine hohe st. entgegen steht Musäus
volksm. 2, 104
H.; inmitten stand ein schlosz auf einer rauhen steinklippe Gries
Ariostos ras. Roland 1, 46; in den tiefen fürchterlichen abgrund ... in den steinklippen Tieck
schr. 6, 209; der weg die hohe st. hinauf Chézy
erz. u. nov. 1, 114; (
wir) gingen durch lauter steinklippen Ritter
erdk. 2, 119; der könig ... suchte sie in allen steinklippen und felsenhöhlen
kinder- u. hausm. 130.
von felsen in einem fluszbett: in dem flusse Nilo ligen schroffe, verborgene steinklippen Schwartzkopff
Herodot (1593) 77; Männling
exot. cur. (1717) 65; (
die Donau) ist wegen der häufigen steinklippen ungemein fürchterlich
allg. dtsche bibl. anh. zu bd. 37-52, 1542.
bildlich im sinne von hindernis: das (
ist geschehen) zu keinem andern end und fürnemen, dann damit der folgender reconciliation ... ihre widerwertige hinderung als hohe steinklippen widerstünden Graminäus
relation (1580) j c 2
b. 2)
steiler felsen im oder am meer, riff: scopulus Corvinus
fons 748;
punta di scoglio di mare ein st. im meer Hulsius (1618) 2, 315
b; st.
a cliff Ludwig 1853. gleich als ein st. oder felsz im meer unbeweglich stehet Luther 28, 534
W.; also dasz auch der verständige, weitgereiszte Ulysses sein armes, rauhes und gleichsam wie ein schwalbennest an die steinklippen angehengtes vatterland Ithaca deren ihm angebottenen unsterblichkeit vorgezogen Zinkgref
apophth. (1628)
** 3
b; von den perlen ... führet Tacitus solche gedancken, als würden selbige um das rothe meer an den steinklippen gezeuget Chr. Weise
pol. redn. 767; Prätorius
sommervög. 95; vor dem blockhause, welches auf einem holm oder steinklippe lieget am ufer des meers J. Andersen
orient. reisebeschr. (1696) 63
Olearius; Tieck
schr. 13, 24.
häufig etwas, was schiffen gefährlich wird oder untergang bereitet: eins theils wider die steinklippen getriben und zuschmettert, eins theils im meer untergangen und verseufft sind Menius
chron. Carion. (1562) 2, 254
b; es haben ... alle schiff ire anstos und gefahr von wogen, wellen, winden, feinden, steinklippen ... und dergleichen Pomarius
gr. postilla (1590) 2, 79
b; das schiff ... zerstiess sich an der seiten ... auff einer steinklippe
theatr. amor. 2, 183; gefährliche örter und verborgene steinklippen Bucholtz
Herkul. 408; Grimmelshausen
Simplic. 551
ndr.; in diesem sinne auch meist bildlich gebraucht: sie (
das weib) ist gleich einem verborgenen felsen und steinklippen unter den wellen Harsdörfer
poet. tricht. 3, 481; v. Ryssel
seelenfrieden (1685) 342; die augen sind die steinklippen, woran die keuschheit stöszet und schiffbruch leydet v. Hohberg
georg. cur. 3, 122
a.
selten in neutraler bedeutung ohne den nebensinn des gefährlichen: so sitzet Shakespear mitten im mächtigen aufruhr ... auf einer st. ... und ergötzet sich
M. Mendelssohn
ges. schr. 4, 1, 255. 3)
vereinzelt im sinne von abgrund, schlucht: andere (
berichten, der apostel Matthias) seye zu Jerusalem in einer st. gesteiniget worden Burk
[] feyertägl. predigt. (1774) 48. —