Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
stechen
stechen
- ›jn. mit einer Stichwaffe in einer militärischen (meist) oder persönlichen Auseinandersetzung verwunden, verletzen‹; im einzelnen: ›(einen Körperteil) durchstechen, durchbohren; jn. niederstechen, von
- ›(jn.) stechen (von Tieren, oft Insekten o. ä., auch vom Teufel gesagt)‹.
- ›jn. erstechen; (ein Tier) erlegen‹; als Synekdochen: ›(ein Tier) schlachten‹; ›(Fleisch) produzieren‹; mit ersterer Variante nicht immer von 1 trennbar.
- ›nach Regeln des mittelalterlichen Rittertums im Rahmen einer höfischen, im Laufe der Zeit zunehmend auch stadtbürgerlichen und sogar bäuerlichen Festveranstaltung meist im Zweikampf zur Gewinnung von
- ›(einem Pferd) die Sporen geben‹; als Synekdoche: ›wegreiten‹; daran logisch anschließbar einige isolierte Belege, in denen stechen die Bedeutung ›sich bewegen‹ zugeschrieben werden kann, s. u. die Üb
- ›etw. (ein Bild) in eine dazu geeignete Unterlage (z. B. Kupfer) eingravieren, stechen‹.
- ›jn. verbal angreifen, jn. reizen, provozieren; jm. übel nachreden; (z. B. die Obrigkeit) schmähen, über jn. / etw. schelten‹; vereinzelt ins Posive gewendet, dann: ›jm. liebevoll zusetzen‹.
- ›stechende, beißende Schmerzen verursachen; stechende, beißende Schmerzen fühlen‹; subst.: ›Schmerz, schmerzhaftes Stechen‹.
- ›jn. bestechen‹.
- ›etw. gegen etw. anderes tauschen‹.
- phras. (falls plausibel zuzuordnen, s. Angabe der Bedeutungsposition in eckigen Klammern): jn. / dem esel sticht das futter ›j. / ein Esel schlägt vor allzu üppiger Ernährung über die Stränge‹; jn. st
- a) ›in etw. drinstecken, wo stecken‹; b) ›etw. auf etw. stecken, in etw. hineinstecken‹. In den Belegen, die hier zusammengefaßt werden, hat stechen Bedeutungen von stecken übernommen, in der Regel –
- ›sich verstecken‹.
- bedeutungsverwandt zu bereuen 2.