Eintrag · Rheinisches Wb.
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Stall II das Wort ist allg., u. zwar -al, Pl. -ęl, im Geb. der Schärfung -ę·l., wie auch Dat. Sg. -a·l.; doch -ā-, Dat. Sg. -a·l., Pl. -ę·l. Trier, Wittl, Bitb, SPrüm, SWDaun; -ā- (im mittlern Siegld -a-) Siegld, auch Gummb-Bergneustdt; SNfrk im Trübungsgeb. -ǫl, in NEerk, Kemp --, Dat. -ǫ·l., Pl. -ę·l.; Eup, WSelf absol. -alə, Pl. -ę·l.; Mörs -ā-, Pl. -ę·l.; Demin. -ęlχə(n), –ę·l.-, –l(ə)kə, –ltšə, –ltjə m.: 1. wie nhd., für Haustiere, Veh-, Koh-, meist Köh-, Kalver-, Ossen-, Gessen- (Hippen-, Zegen-), Hohnder- (meist H.haus, Hinkel-), Kanings- (Hasen-), Perds- (Geils-), Schof-, Schweinest. (Ferkes-, Säu-, Pogge-); Hondsställchen; dann als Aufbewahrungsort Heu-, Grommet-, Häcksel-, Laub-, Holz-, Wagen-, Bierst.; om (op dem, boəvem) St. Raum über den Ställen, Raum für Futter Rip, Allg.; St. Nebentenne Saarl-Schwarzenholz; Obertenne Wend-Mambächel. RA.: Ergends ene St. stoəh han irgendwo Schulden haben, machen Aach-Merkst. Er hät ene St. voll Köh ist ein reicher Bauer Rip, Allg. Lever ene St. Ferke gruss trecke wie üch Lömmels, die send winnigstens noch rojig (ruhig), wenn se stif fresse send ebd. Der Esel es grötter (größer) as der St. von einem Unbescheidenen Remschd; wenn de E. grösser es wie de St., dann schläht he de Wäng (Wände) us Waldbr-Hahn; mer darf den E. net gr. machen, as de St. es, söss moss mer den St. en den E. donn Berg. De gleicht mih em St. wie er Stuf Bitb, Allg. Mer kennt Ställ met em (dem Dummen) remreissen Merz-Saarhölzb. Enem der St. utduhn ihn lahm legen, ihn plündern, z. B. beim Kartensp. Erk-NKrüchten. Der St. uttrecke ausmisten SNfrk. Eich deht liwer de St. masten (misten) als die Arwet schaffen Trier-Mehring, Allg. Jemes en Ställeke beschlohn ihm einen Riegel vorschieben, ihn bei andern herabwürdigen Klev-Stdt. De letzte Koh beschiəsst der St. gesagt z. B. beim Kegeln, wenn der letzte die höchste Treffzahl hat Aach-Merkst. Wenn et Perd gestohl es, dann werd de St. gespert Ottw-Uchtelfang. Et Perd rüch (riecht) den St. wenn es wiehert Rip, Allg. Flott op de St., su fl. dervan von langem Heu Rheinb-Wald. Wannste't mar (nur) op de Goffel häs, da kriste't och op der St. Heinsb. Die Perd, die esu flott aus em St. erausgihn, sei rasch mid (müde) übertr. auch bei Spielerfolg im Anfang Trier-Stdt. He frett wie en Ferke ut de St. er ist unmässig im Essen Kemp. Se han dem de beste Kuh ut dem St. gehollt seine beste Tochter hat er zur Heirat hergegeben; er hat die beste Spielkarte, die er in der Hand hatte, abgeben müssen; bei ihm ist gepfändet worden, er hat seine größten Schulden bezahlen müssen Berg. Dat es et beiste Peərd us jene St. die beste Gewinnkarte Aach, Köln, Heinsb. Kalt wie em St. Trier, Allg. Die stohn do (so geduldig) wie de Dier em St. Dür. He sieht et us wie em St. in einer unordentlichen Stube Rip, Allg. Du schmiersch de Botter (so dick), als wemmer hondert Köh em St. hätte Rip, Allg. Ordnong em Haus un St. es half Foder (Futter) Neuw-Bonef. Wenn mer necks en de St. dräht, brengt mer och n. herus Rip. Es de Nuət en der St., es se üəverall Heinsb, SNfrk, Mörs, Dür (auch Onglöck, Mangel). Sük (suche) din Brot liewer en de St. as op den Ball! Mörs-Orsoy. Of em Speicher ke Kerchen (Körnchen), am (im) St. ken Herchen (Hörnchen, Kuh) äusserste Armut Trier-Mehring. Gedillig (geduldige) Schof gehn viel in e St.; ungedillige noch meh, die werft mer enin Simm, Allg. En Sau eas got em St., awwer net ean de Kech (Küche) von einer unordentlichen Frau May-Polch. De besten Perd sökt (fengt »findet«) me em (opene) St., de schlechten üvverall ein braves Mädchen hält sich zu Hause auf; gute Sachen finden sich selten, schlechte an allen Ecken Monsch, Aach, Köln, Nfrk; e got P. s. mer em St., de brav Mädchen en jen Hus Schleid, Eup. Dat P., dat lang ene St. steht, steck (sticht) de Haver es wird übermütig, auch vom Manne gesagt Kemp-Süchteln. En got Koh geiht widder en ihre St. gesagt, wenn man beim Spiel nach Verlust wieder Glück hat u. den V. zurückgewinnt Neuw-Etschd. De hän de Keh net en enem St. haben Streit miteinander Daun-Strohn. Wenn de Köh em St. all ēne Weəg legge, dann hät de Mäd (Magd) en Weckbröck (Weckbutterbrot) verdennt Kref-Osterath. Et muss gehn, on wenn de Gäss (Ziege) em St. freckt! Birkf. Wenn der Wouf (Wolf) e jene St. gewes es, deəht mer de Dör zou durch Schaden wird man klug Aach. Doə es de Jüdd en de St. der Bauer ist nicht mehr Herr in seinem St., alles ist verschuldet SNfrk, Allg. Bowen in de St. stohn sehr in Gunst stehen, bevorzugten Platz haben (mehr verächtl.) Mörs. Der hät de Sau (et Ferke, Perd, den Esel) wegen dem (öm den) St.gehollt (genonn, gehirot) er hat eine hässliche Frau um des Geldes willen geheiratet Rip, Nfrk; er hat de Esel em de St. halwer kaft (gekauft); weil gäf er de St. drem, wenn er de E. los wär May-Kottenh. Ruf der Kinder, wenn sie die Kühe von der Weide treiben: St. of, der Koh steht der Arsch of oder St. of, St. of, tralalio! Altk-Hornhsn. Jü hemo; St. op, St. op, de Kau, dei kümmt van hingen (hinten) rop! Gummb-Bergneustdt. — Rätsel. Eich wäss e Ställchen möt zweondreissig Gesellchen; et rent (regnet) nöt drön, et schneit n. dr., on se sein allegoren nass? Mund mit Zähnen Trier. Un (in) änem Ställche setze viel Gesellche; et kimmt käns (keins) eraus un känt erun (herein), bis de Holzemer Peter (Backofenschiesse) kimmt? Brot im Backofen Bernk-Hundh. — Volksbr. Vor Unglück (Hexerei) im Stall schützt man sich, indem man einen gesegneten Palmzweig anbringt Allg.; an die Stalltüre u. die Balken des Stalles klebt man ein Kreuz von an MariaLichtmess gesegnetem Wachs WEif; am 1. Mai malt man eine Art von Drudenfuss an die Stalltüre Ottw-Eppelborn; Hufeisen, die Schenkel nach oben gerichtet, findet man noch häufig an allen Ställen; in dem Stalle wird eine an Maria Himmelfahrt gesegnete Zwiebel aufgehängt Saarbr-Wehrden, abends geht jmd. zum Stalle u. macht das Kreuzzeichen übers Vieh Verbr.; am Walpurgisabend wird der St. mit Weihwasser besprengt Trier-Schweinh. Ein Ziegenbock im St. hält Krankheiten vom Vieh ab Bernk-Berglicht. Vor Christtag wurde der Stall ausgemistet, dat, wenn osen Herregott kömmp, he der St. ren fängk (findet) MGladb-Honschaften um Viersen. — De Ställ gucken gehn die »Sach« besehen gehen vor der Verlobung Saarl. — 2. übertr. a. Vertiefung in der Grubenwand, in welche ein leerer Kohlenwagen geworfen wird, wenn auf einer eingleisigen Strecke sich zwei Wagen begegnen; Raum zum Auswechseln der Wagen in den Abbauen, in der Bergmspr. Saargeb. — b. Ställchen der für die Sänger abgetrennte Raum der Kirchenempore Bitb-Seimerich. — c. Ställeken Zimmerklosett Mörs-Neuk. — d. em St. stohn Eisenbahnwagen vierter Klasse (früher) Schleid. — e. scherzh. der nicht geschlossene vordere Hosenlatz, in der Wend.: Du häs dengen St. opstohn; mach der es dengen St. dofüren zo Rip, Allg.; mach de St. zu, de Stier kimmt eraus! Hunsr. — f. in der Wend.: Die han ene St. voll Kenger (Kinder) (Blagen, Wechter) eine Herde Kinder; der sall wahl den St. noch v. krige Rip, Allg. Wann ich e ganze St. vun der Sort (schlimmer Kinder) hätt, un ich deht de Schlessel verlearen, ich geng en net sechen (suchen) Bitb-NWeis.
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DialektStall II
Rheinisches Wb.
Stall II das Wort ist allg., u. zwar -al, Pl. -ęl, im Geb. der Schärfung -ę·l., wie auch Dat. Sg. -a·l.; doch -ā-, Dat. …
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Cotta, M. (2026). „stallii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stallii/rhwb
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Cotta, Marcel. „stallii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stallii/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „stallii". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stallii/rhwb.
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