spiegelhell,
adj. hell wie ein spiegel: spiegelhell,
chiaro, lucido, luminoso come uno specchio. Kramer
dict. 2 (1702), 862
b; ein spiegelhelles zimmer,
una stanza luminosa come uno specchio. ebenda; von geräten: eine rohe seele kann durch eine feine so wenig poliert werden, als ein mühlenstein mit einer handvoll baumwolle spiegelhell geglättet werden kann. Lavater
handb. 4 (1790), 243; in solcher küche blitzte es ringsum von spiegelhellem zinn und kupfer, sogar das brennholz, welches in groszen haufen regelmäszig aufgeschichtet dalag, war mit blankem zinn beschlagen, alles nur zur schau. Freytag
neue bilder (1862) 275; es war gleich einem alten edeln schrank- und täfelwerke ganz von dunkelm nuszbaumholz gebaut mit unzähligen gesimsen, kassettierungen, füllungen und galerien, alles auf das feinste und spiegelhell poliert. Keller 3, 120.
vom glatten fell eines thieres: mein neuer meister hatte seine kindliche freude daran, wie in kurzer zeit pferde und kühe spiegelhell und glatt wurden. Gotthelf 1, 226.
vom wasser (
attributiv): die lieblichen windspiele der spiegelhellen wellen drauet den bald kunfftigen sturm. Riemer
stockfisch 190; eine mit lorbeerbäumen beschattete anhöhe erhob sich aus einem groszen spiegelhellen teiche, der mit marmor gepflastert, und ringsum mit myrten und rosenhecken eingefaszt war. Wieland 1, 291; wenn ich aus dem flusze trinke spiegelhelles reines wasser, und dabei mich glücklich dünke. Herder 25, 510
Suphan; die ruder weg! das segel ab! sanft gleite unser boot den spiegelhellen strom hinab und schwimm auf abendrot. Voss
Elbfahrt 29
Sauer; wie auf dem spiegelhellen bach die bunten ufer tanzend schweben, das abendroth, das blüthenfeld, so schimmert auf dem dürft'gen leben der dichtung muntre schattenwelt. Schiller 6, 274; heiter strahlte doch mein sinn, und auf spiegelhellen wogen taumelte das leben hin. Grillparzer
4 3, 66. (
prädicativ oder adverbial:) es sahn, um jeden silberquell, die blumen ihre wangen in fluthen, welche spiegelhell durch auen flossen, hangen. Hölty 24
Halm; vom felsen rieselt spiegelhelle ins grasz die reinste silberquelle. Schiller 1, 28.
vom himmel: heute vor tag betrachtete ich den spiegelhellen himmel, den halben mond. Bräker
der arme mann im Tockenburg 210
Bülow; dann auch: was? traum? nein, spiegelhell liegt seine welt im glauben; schwimmt auf der sündfluth gleich wie Noahs schiff sein haus. E.
M. Arndt
ged. (1840) 332. (
von der unschuld:) wie vil billicher und härter ergrimmet der gerechte gott, wenn ihm eine spiegelhelle unschuld durch frevelhafte meuler mit einem garstigen hauch und bösen nahmens gestank befleckt wird. Butschky
Pathmos 897.