Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
spektakulär
spektakulär
Spektakel n. ‘Schauspiel’, m. ‘Lärm’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh.) aus lat. spectāculum n. ‘Anblick, Schau, Schauspiel (Theater, Zirkus), Bühne, Schauplatz, Wunderwerk’, Ableitung von lat. spectāre ‘(an)sehen, anschauen, betrachten’, dem Intensivum zu lat. specere (spectum) ‘sehen’. Der lat. Bedeutung folgend, steht Spektakel zunächst für ‘Schauspiel, theatralische Aufführung, Schaustellung’, auch für ‘Schrecken, Trauer oder Mitleid erregende Szenen’ sowie für ‘bewegte, lärmende Volksszenen’ (Hinrichtungen, Einbringung von Gefangenen und dgl.). Daraus entwickelt sich im 18. Jh. einerseits ‘ärgerlicher, aufsehenerregender Auftritt, Spott, Schande’, andererseits ‘Lärm, Krach, Getöse, Tumult, Zank, Streit’, dieses (in Anlehnung an Synonyma wie Krach, Lärm) mit Übergang zum maskulinen Genus. Spektakel m. ‘Lärm, Krach, Streit’, verbreitet durch die Studentensprache, ist heute überwiegend, Spektakel n. ‘Schauspiel’ seltener gebräuchlich. spektakeln Vb. ‘lärmen’ (Ende 18. Jh.). spektakulär Adj. ‘aufsehenerregend, sensationell’ (Mitte 20. Jh.), in Anlehnung an frz. spectaculaire (Anfang 20. Jh.); vgl. engl. spectacular (17. Jh.).