Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Speichellecker
Speichellecker
Speichel m. ‘von Munddrüsen abgesonderte Flüssigkeit’, ahd. speihhil(l)a f. (9. Jh.), mhd. speichel f., mnd. spēkel(e) f., spēkel m., mnl. spēkel m. f. n., afries. spekle steht als Bildung mit dem (einen Bindevokal i enthaltenden) Suffix germ. -ila- bzw. -ilō (germ. *spaikla-, *spaiklō) und ahd. speihhaltra f. (9. Jh.), mhd. speicholter f., asächs. spēkaldra f., mnd. spēkeldere m., got. spaiskuldr n. mit dem Suffix germ. -aldra- / -uldra- bzw. -aldrō / -uldrō(n) neben mhd. speich m., speiche f., mnd. spēke f. Alle Formen stellen sich als Gutturalableitungen zu der unter speien (s. d.) angegebenen lautnachahmenden (auch hier vielfach affektisch beeinflußten) ie. Vorstufe. Übergang zum maskulinen Genus des in älterer Sprache vornehmlich femininen Wortes erfolgt im 16. Jh. – Speichellecker m. ‘Kriecher, übler Schmeichler’ (18. Jh.); vgl. jmds. Speichel lecken ‘vor jmdm. kriechen, ihm würdelos schmeicheln’ (17. Jh.).