lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Sophisten

nur Lex. · 1 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
1 in 1 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
3
Verweise raus
3

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Sophisten

Bd. 18, Sp. 616
Sophisten (griech.), zur Zeit des Perikles und Sokrates eine Klasse von Philosophen, die den Unterricht in der Philosophie und der Rhetorik nicht als Sache der freien Mitteilung trieben, sondern, meist von Ort zu Ort reisend, um Geld erteilten. Die Sophistik, die Platon und Aristoteles als die Kunst, mit Hintansetzung ernsten wissenschaftlichen Sinnes den leeren Schein des Wissens zu erregen, bezeichnen, entwickelte sich zunächst aus dem Streben, dem Gedanken und der Sprache durch Biegsamkeit und Gewandtheit für politische Zwecke die möglichste Kraft, nicht sowohl der Überzeugung als der Überredung, zu geben. Ihre Bedeutung für die Geschichte der Philosophie beruht vorzugsweise darauf, daß sie in ihrem übrigens durch mannigfache Kenntnisse und zum Teil durch glänzende Talente unterstützten Streben, die Haltbarkeit alles durch Denken zu erreichenden Wissens durch das Denken selbst zu untergraben und die Festigkeit sittlicher Überzeugung aufzulösen, für Sokrates und seine Nachfolger die Veranlassung wurden, die Probleme der Wissenschaft tiefer aufzufassen, als es bisher geschehen war. Die S. waren meist Lehrer der Rhetorik, erniedrigten diese aber zu einer Kunst, je nach Bedürfnis ebensowohl für wie gegen jeden beliebigen Gegenstand einzutreten. Je ausschließlicher sich die Sophistik dieser Richtung hingab, um so mehr verfiel sie in ein gehaltloses, nur auf Beifall und Gewinn gerichtetes Wesen und endigte mit frivoler Ableugnung jeder sittlichen Verbindlichkeit und mit spottender Ableitung des Guten und Gerechten aus dem Belieben des Mächtigern. Wer die Macht habe, sollte auch das Recht haben. Die einen, wie Gorgias (s. d.), knüpften an die eleatische Schule, die andern, wie Protagoras (s. d.), an die heraklitische an. Jene gaben den Eleaten darin recht, daß das Viele nicht, aber darin unrecht, daß das Eine sei; denn wäre dies, so müßte es irgendwo sein. Dann aber wäre es nicht das Einzige; also sei überhaupt Nichts (metaphysischer Nihilismus). Diese stimmten mit den Herakliteern darin überein, daß alle Dinge veränderlich seien, gingen aber dadurch über diese hinaus, daß auch das Wissen veränderlich sei: also gebe es überhaupt kein Wissen (logischer Nihilismus). Die berühmtesten S. außer Georgias und Protagoras waren: Prodikos, Hippias, Thrasymachos, Kritias u. a. Vgl. Wecklein, Die S. (Würzb. 1866); Funck-Brentano, Les sophistes grecs et les sophistes contemporains anglais (Par. 1879). In den nachchristlichen Jahrhunderten hießen die Rhetoren S.
2495 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sophisten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sophisten (griech.), zur Zeit des Perikles und Sokrates eine Klasse von Philosophen, die den Unterricht in der Philosoph…

Verweisungsnetz

6 Knoten, 5 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sophisten

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

sophisten‑ als Erstglied (1 von 1)

sophistenschule

DWB

sophisten·schule

sophistenschule , f. : Erasmus von Roterdam ... thet sich deszmals herfür mit seinem dialogo vom bapst Julio, der fürm himel zu s. Peter kam…