Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Silage
Silage
<span class="etymwb-headword"> Silo m., neuerdings auch n. ‘Großspeicher’ (für Schüttgüter wie Getreide, Chemikalien, Zement, Kohle, Erz) sowie ‘Gärfutterbehälter’. Die ursprünglich für (seit alters in Südeuropa, Nordafrika und Vorderasien als Getreidespeicher gebräuchliche) fest verschlossene Erdgruben, dann (Ende 19. Jh.) ebenso für schacht- oder kastenförmige Speichergebäude geltende Bezeichnung wird in den 20er Jahren des 19. Jhs. aus span. silo ‘Getreidegrube, Kornkeller, unterirdische Höhle’ entlehnt. Dieses setzt wahrscheinlich gleichbed. lat. sī̌rus fort, eine Übernahme von griech. sirós, seirós (σιρός, σειρός) ‘Getreidegrube, Fallgrube, Gefängnis’, dessen weitere Herkunft ungeklärt ist (vgl. FEW 11, 658 f.). Wegen der Seltenheit des Wandels von r zu l und angesichts des Fehlens eigenständig entwickelter Entsprechungen in den anderen roman. Sprachen (vereinzeltes aprov. sil ‘Getreidegrube’ ist Hispanismus) bestreitet 4, 224 ff. allerdings den griech.-lat. Ursprung von span. silo und sucht dessen Etymon in einem kelt. *sīlon ‘Samenkorn, Samen’ (mit Bedeutungsverschiebung über kollektives ‘Korn, Menge von Samen’ zu ‘Kornspeicher, Getreidegrube’); vgl. air. sīl ‘Samen’, kymr. hil, sil ‘Nachkommenschaft’. – Silage f. ‘das Einbringen des aufzubewahrenden Getreides oder des zu vergärenden Grünfutters in Silos’, heute in der Landwirtschaft vor allem ‘im Silo bereitetes Gärfutter’ (neben Silofutter); in der 1. Hälfte des 20. Jhs. sich durchsetzende Kürzung aus älterem Ensilage m., dann f. ‘Einlagerung in Silos’ (um 1900), nach gleichbed. frz. ensilage m. (zu aus dem Span. stammendem frz. silo gebildet im Anschluß an span. ensilar ‘im Silo verwahren’, vgl. span. ensilaje ‘Silage’).