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Selim

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Selim

Bd. 18, Sp. 322
Selim, Name dreier osman. Sultane: 1) S. I. Jauz (»der Tapfere«), geb. 1467, gest. 21. Sept. 1520 in Tschorli, stieß 25. April 1512 seinen Vater Bajesid II. vom Thron, beseitigte noch fünf Neffen und zwei Brüder und führte eine kräftige Regierung. Als fanatischer Sunnit ließ er 40,000 Schiiten ermorden, besiegte 1514 bei Tschaldiran den Schah von Persien, eroberte Kurdistan und Mesopotamien, 1516 Syrien, brach 1517 in Ägypten die Macht der Mameluken und unterwarf Mekka. Als Schirmherr der heiligen Orte nahm er den Kalifentitel an, schuf in den eroberten Ländern zweckmäßige Reformen, begründete die osmanische Seemacht und hielt den Übermut der Janitscharen mit kräftiger Hand nieder. Er war auch ein Freund der Dichter und Gelehrten. Die »Persischen Gedichte Selims I.«, ein in Berlin hergestelltes Prachtwerk, ließ Kaiser Wilhelm II. 9. Juni 1905 dem Sultan überreichen. 2) S. II. Mest (»Säufer«), Enkel des vorigen, geb. 1524, gest. 12. Dez. 1574, gelangte nach dem Tode seines Vaters Suleiman II. (5. Sept. 1566) zur Herrschaft und war der erste Sultan, der, sich den Freuden seines Harems überlassend, dem Großwesir den Oberbefehl des Heeres und die Zügel der Herrschaft überließ. Von seiner ersten Gemahlin, der 1537 durch Chaireddin Barbarossa (s. Barbarossa 2) geraubten Venezianerin Cecilia Venier (gest. 1583), hatte S. seinen Nachfolger Murad III. Unter seiner Regierung wurde 1571 die Insel Cypern und 1573 Tunis von den Türken erobert, dagegen die Flotte bei Lepanto (7. Okt. 1571; s. Naupaktos) besiegt. Vgl. Spagni, Una sultana veneziana (im »Nuovo Archivio Veneto«, Bd. 19). 3) S. III., der Sohn Mustafas III., geb. 24. Dez. 1761, gest. 28. Juli 1808, stellte sich die Reform des osmanischen Reiches zur Aufgabe; doch nahmen, nachdem er 7. April 1789 seinem Bruder Abd ul Hamid I. in der Regierung gefolgt war, auswärtige Händel und Empörungen im Innern seine Tätigkeit in Anspruch. 1792 mußte er mit Rußland den nachteiligen Frieden von Jassy abschließen, und durch den Einfall Bonapartes in Ägypten (1798) wurde er in einen Krieg mit Frankreich verwickelt. Nach dem Abschluß des Friedens mit Frankreich (25. Juni 1802) brachte er mit Hilfe des französischen Generals Sébastiani das Heer auf europäischen Kriegsfuß, erregte aber hierdurch sowie durch andre Mastregeln Unzufriedenheit; 29. Mai 1807 drangen die Janitscharen, 15,000 Mann stark, in die Vorstadt Pera ein und rissen das Volk der Hauptstadt mit fort. S. ward abgesetzt; 31. Mai bestieg sein Neffe Mustafa IV. den Thron. S., in einem Kiosk des Serails gefangen, wurde, als 28. Juli 1808 sein Anhänger Mustafa Bairaktar in Konstantinopel eindrang, auf Befehl Mustafas ermordet. Vgl. Jucherau de Saint Denys, Tableau historique des révolutions de Constantinople en 1807 et 1808 (Par. 1819) und Histoire de l'Empiro ottoman depuis 1792 jusqu'en 1844 (das. 1844); Asim Tarichi, A history of Abdul Hamid and S. III. (Konstant. 1867, 2 Bde.).
2927 Zeichen · 68 Sätze

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  1. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Selim

    Goethe-Wörterbuch

    Selim ‘Bassa S.’: Figurenname in ‘Was wir bringen’ GWB 13 1 ,112 Was wir bringen Halle [1814] Regiebem vor 388 [G/Riemer…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Selim

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Selim , Name 3 osmanischer Sultane. — S. I., geb. 1467, Sultan von 1512—20, ein grausamer, kriegerischer und staatskluge…

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selim‑ als Erstglied (3 von 3)

Selimantes

DWBQVZ

selim·antes

Selimantes ( ps. f. Wendt, Christoph Gottlieb; übers. ) aus d. Lausitz, †1745 Hamburg.

selimkörner

DWB

selim·koerner

selimkörner , pl. mohrenpfeffer. Jacobsson 6, 727 b . Nemnich. der erste theil des worts ist orientalischen ursprungs.