Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
seifar¹
Hss., nach 1000 und 3. Viertel des 11. Jh.s,
bair.). 428,35 (10. Jh., bair. oder alem.). 768,11
(10. Jh., obd.): ‚Schaum, Speichel; saliva,
spuma‘ 〈Var.: -v(a)r, -var, -uar, -ur〉. – Mhd.
seifer st.m. ‚Speichel, Schaum‘ (daneben mit
anderem Suff. auch mhd. seifel st.m. ‚Spei-
chel‘), frühnhd. seifer m. ‚Geifer, (ungerechter)
Gewinn‘, nhd. Seifer m. ‚Geifer, tropfender Spei-
chel‘; nhd. ist das Wort besonders noch dial. obd.
verbreitet; vgl. u. a. schweiz. seifer m. ‚Geifer‘,
bad. seifer m. ‚Regen(schauer)‘, schwäb. seifer
m. ‚Geifer‘, vorarlb. seifer m. ‚aus dem Mund
fließender Speichel, Nikotinsaft‘, bair. saifer,
(denominal zum Verb bair. seifern ‚geifern,
sabbern‘ auch) saiferer m. ‚Geifer, Speichel,
Schaum aus dem Mund‘, kärnt. sâfer m., dimin.
sâferle n. ‚Geifer, Speichel‘, tirol. soafer, sâfer
m. ‚Geifer, aus dem Mund rinnender Speichel‘,
steir. *seifer m. (vorausgesetzt durch seifern
‚aus dem Mund Speichel fließen lassen‘), hess.
seiber, sebber ‚fließender Speichel‘, thür. sei-
ber, seifer m. ‚Speichel, Nieselregen, Pfeifen-
saft‘, seltener auch ndd. (götting.) seiwer ‚der
Menschen und Tieren aus dem Munde flie-
ßende (schaumartige) Speichel, Geifer, auch
der Tabaksaft, der sich beim Rauchen unten in
der Pfeife sammelt‘, schlesw.-holst. sewer,
seber, seiber m. ‚Speichel(fluss)‘.