Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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schnurfen, verb. 11) krümmen, sich krümmen, schrumpfen, welken, verwandt mit dem gleichbedeutenden starken mhd. snerfen, ahd. snerfan Graff 6, 850. 851, älterer sprache und heutigen oberdeutschen mundarten angehörig Schm.2 2, 582. Höfer 3, 109. Lexer kärnt. wb. 224. Schöpf 642. Castelli 249. Hügel 143b, reflexiv: diese (adern) biegen und schnurfen sich in einander und kuglen sich übereinander zum obern teil. Celsus übersetzt von Khüffner (1531) 125b. dazu als deminutiv oder frequentativ schnurfeln Schm.2 2, 582, intransitiv: wer kain wunder das hirn schnurfflet eim zsammen, wie ein alter strumpff. Schwabe tintenf. 75. schnurfling, m. unansehnliche person Schm.2 2, 582. auch schnorfen Lexer kärnt. wörterb. 224 und mit affricata schnurpfen Schmeller2 2, 583: die drossel und der schlund schnurpfen und dorren ein. Conradinus ungerisch sucht (1574) 189; (der pelz) ist zam geschnurpft an manchem ent. H. Sachs fastn. sp. 6, 128, 224 neudruck. dazu schnürpflein, das unterbundene ende an säcken, würsten u. dergl. Schm.2 2, 583. in besonderem sinne schweizerisch es schnürpft si, es zieht sich schrumpfend zusammen, geht mit genauer not Hunziker 229. ebenda ist schnurpfen, schnürpfen mit weiten stichen zusammenheften (zusammenziehen), grob, ungeschickt nähen Stalder 2, 345. Hunziker 229, auch schnörpfen(-a) Tobler 396a. dazu schnörpferi, näherin ebenda, schnurpf, grobe naht, auch narbe, besonders blatternarbe Stalder 2, 345. Hunziker 229 und dementsprechend geschnurpft, schnurpfig, blatternarbig, schnurpfli, schelte für einen blatternarbigen Stalder 2, 345. mit anderem suffix schnurpsen, schrumpfen Frommanns zeitschr. 2, 29. 22) mit schnarfen als bezeichnung eines knarrenden, knirschenden geräusches, einer weiterbildung von schnarren, deren zusammenhang mit snerfen zweifelhaft ist (s.schnarfen oben sp. 1184), sind augenscheinlich die folgenden ausdrücke verwandt: md. schnurpen, in etwas sprödes, frisches beiszen, sodasz es knarrt oder knirscht, dazu in frequentativem sinne schnurpeln, wovon schnurpler, und mit anderem suffix schnurpsen, das auch 'schnarchen' bedeutet Hertel thür. sprachsch. 219, schnurpsen, mit den zähnen knirschen Anton 4, 8, auch vom knirschen des schnees Jecht 98b, daneben schnorpsen Albrecht 205b. Göpfert 45. vielleicht hängt mit dieser anwendung schnorps, gewinn, auch name eines kartenspiels (sechsundsechzig) Albrecht 205 zusammen (eigentlich bisz, bissen?), dem das verbum schnurpsen in gleichem gebrauche zur seite steht. in anders gewendeter bedeutung schnürpfa, luft hörbar durch die nase einziehen, den nasenschleim aufziehen Bühler Davos 1, 124, häufiger schnurfeln Schm.2 2, 582. Hintner 224. Lexer kärnt. wb. 224. Frischbier 2, 308b, auch 'durch die nase reden' Lexer 224. dazu schnurfler, geschnurfle Hintner 224. in ähnlichem sinne schnürpsen, seufzen, stille weinen (schluchzen) Pfister 2. ergänzungsh. 35.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschschnurfenverb.
Grimm (DWB, 1854–1961)
schnurfen , verb. 1 1) krümmen, sich krümmen, schrumpfen, welken, verwandt mit dem gleichbedeutenden starken mhd. snerfe…
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Kompositum 4
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit schnurfen
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Cotta, M. (2026). „schnurfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnurfen/dwb?formid=S15800
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Cotta, Marcel. „schnurfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnurfen/dwb?formid=S15800. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schnurfen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnurfen/dwb?formid=S15800.
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