Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schlips m.
Schlips m.
Schlips m. ‘zu knotende schmale Halsbinde mit herabhängenden Enden’. Die seit etwa 1840 in nordd., dann auch md. Texten in diesem Sinne nachgewiesene Bezeichnung kommt aus dem Nd., die Mode selbst aus England; vgl. engl. (neck)tie, eigentlich ‘Halsknoten’. Schlips ist ursprünglich die nordd. Pluralform (‘die Zipfel, die Enden’) zu nd. Slip(p) ‘Zipfel’ (an Hemd, Taschentuch, Rock), das sich mit mnd. mnl. slippe, nl. slip ‘Zipfel von Halstuch oder Rockschoß’, mnd. mnl. slippen ‘zerreißen, schlitzen’ (alle Formen mit expressivem -pp-) sowie aengl. (stark) tōslīfan ‘spalten’, engl. sliver ‘Splitter, Span’, mnd. slēf ‘hölzerner Kochlöffel’ an ie. *skleip-, eine Labialerweiterung der unter 1Schale, 2Schale, 1Schild, verschleißen (s. d.) aufgeführten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ anschließen läßt. Redensartlich jmdn. beim Schlips nehmen ‘ihm eindringlich zureden, ins Gewissen reden’, mnd. bī der slippen (‘bei einem Zipfel der Kleidung, beim Rockschoß’) nēmen als symbolische Rechtshandlung ‘jmdn. rechtlich fordern’; jmdm. auf den Schlips treten ‘ihn beleidigen’, eigentlich ‘auf die Rockschöße treten’ (umgangssprachlich belegt nach 1900, doch wohl älter).