Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schlierig
schlierig
Schliere f. ‘schleimige Substanz, Streifen im Glas’, Übernahme von obsächs. Schliere ‘schleimige, zähe Masse’ in die Literatursprache (wohl 19. Jh.). Verwandt sind mhd. slier ‘Lehm, Schlamm’, frühnhd. (vorwiegend öst., noch heute mundartlich) Schlier ‘Mergel’, mhd. slier(e), frühnhd. Schlier ‘Geschwür, Beule’ (bis ins 17. Jh., dann noch in obd. und md. Mundarten), md. Schliere ‘Geschwür’ sowie mnd. slūren, slǖren ‘schlottern, sich schlurfend bewegen, lose und welk hängen’, nl. sleuren ‘schleppen, trödeln, zögern’, engl. (mundartlich) slur ‘dünner, feuchter Schmutz’, mhd. slūr ‘das Schleudern, Stoß, Faulenzer’ (s. Schlaraffe), norw. slure ‘träger Mensch’, sämtlich Bildungen mit r-Suffix zu der unter schlummern (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’. – schlierig Adj. ‘mit Geschwüren behaftet’ (16. Jh.), ‘schleimig, schlüpfrig, steifig’ (obsächs. 18. Jh.).