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Schindluder

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schindluder

Schindluder

schinden Vb. ‘Viehkadaver abhäuten, jmdn. quälen, ausbeuten, (sich) abplagen’. Das ursprünglich schwache, in mhd. Zeit starke Flexion entwickelnde Verb ahd. skinten (9. Jh.), mhd. schinden, schinten ‘die Haut, die Rinde abziehen, enthäuten, schälen, berauben, peinigen, mißhandeln’, mnd. schinden ‘enthäuten, plündern, rauben’, mnl. scinden ‘mißhandeln, rauben’ (vgl. asächs. biskindan ‘sich abschälen’) ist abgeleitet von frühnhd. schint f. ‘Obstschale’ (15. Jh.), mnd. schinne f. ‘Kopfschuppe’, nl. (mundartlich) schinde ‘Fell, Baumrinde’, schin ‘Kopfschuppe’, anord. skinn n. ‘abgezogene Haut’, schwed. skinn ‘Haut, Fell’, wozu sich (außergerm.) bret. skant (aus *skṇto-) ‘Schuppen’ (Kollektivum) stellt. Auszugehen ist von einer mit to- bzw. tā-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *skento-, *skentā ‘Abgespaltenes’ (z. B. ‘Haut, Schuppe, Rinde’) zu ie. *(s)ken- ‘abspalten’, wohl eine Nasalerweiterung der Wurzel ie. *sē̌k- ‘schneiden’ (s. Säge, Segel und Messer). Dazu (mit Ablaut) auch anord. skān ‘Borke’, schwed. (mundartlich) skån ‘Schorf’. Aus der Bedeutung ‘die Haut abziehen’ (von Tieren, auch in literarischer Vorstellung als grausame Hinrichtungsart von Menschen) entwickelt sich in mhd. Zeit übertragener Gebrauch im Sinne von ‘quälen, mißhandeln, plagen’ (dazu reflexiv ‘sich plagen, sich abmühen’, 18. Jh.), dann ‘berauben, ausplündern’ und ‘bedrücken, aussaugen, erpressen’ (15. Jh.); in der Studentensprache ‘sich etw. verschaffen, ohne dafür zu zahlen, sich freihalten lassen’ (18. Jh.). – Schinder m. ‘Abdecker, Henker’, frühnhd. schinder ‘Rindenschäler, Abdecker, Peiniger, Straßenräuber’ (15. Jh.). Leuteschinder m. ‘wer seine Untergebenen übermäßig beansprucht, roh behandelt, ausbeutet’ (16. Jh.). Schindluder n. Schimpfwort (18. Jh.), eigentlich ‘gefallenes Vieh, Aas’ (s. Luder); besonders in der Redensart mit jmdm. Schindluder treiben ‘ihn verspotten, zum Narren halten’ (um 1800). Schindmähre f. ‘mageres, altes Pferd’, das nur noch für den Schinder taugt (17. Jh.); s. Mähre.
2008 Zeichen · 65 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchindluderDas

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Ӿ Das Schindluder , — s, Mz . gl. das Schindaas. S. d. Schindluder mit einem spielen, in der niedrigen Sprechart, ihn au…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schindluder

    Goethe-Wörterbuch

    Schindluder 1 im satirischen Namenkatalog zu ‘Hanswursts Hochzeit’ 38,440,34 u 445,35 HanswurstsHochz Plp 2 für den Schi…

  3. modern
    Dialekt
    Schindludern.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schindluder n. Schelte für ein schlechtes Vieh Gü Gülz ; für ein altes Pferd Schw Jarmst; für einen Menschen: Dat is uns…

  4. Sprichwörter
    Schindluder

    Wander (Sprichwörter)

    Schindluder Schindluder mit einem spielen (treiben). – Binder II, 1816; Frischbier 2 , 3302. Jemand auf eine grobe Weise…

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Cotta, M. (2026). „schindluder". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schindluder/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „schindluder". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schindluder/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schindluder". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schindluder/pfeifer_etym.
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