schelfern,
verb. (
s.schelfer, schelferig),
hoch- und nd. in den mundarten lebendig, mit schwankendem vocal in der stammsilbe (
ein ganz anderes schelfern
im cimbr. wb. 227
b,
asciolvere, frühstücken). 11)
abschälen, intransitiv sich abschälen, abblättern, sich in splitter, fasern ablösen, reflexiv sich schelfern,
in entsprechender bedeutung: schelfern Tobler 384
a, die haut schulfert sich, abschulfern Bernd 277; schelbern, schilbern, schelwern Frischbier 2, 265
a; schelbern,
von der sich abblätternden haut Sallmann
lexic. beitr. z. deutschen mundart in Estland 26
b; schelfern, afschelfern,
sich abschälen, blättern, schuppenweise abgehen, abnehmen, schieferweise absondern. brem. wb. 4, 631, schilwern Schambach 183
b; de masseln (
masern) schulwern aff. Danneil 184
b, schulfern, afschulfern Frommann 5, 292 (
Fallersleben), schelwern, afschelwern Mi 75
b, schalfern,
abblättern, von sandsteinen, schalwern,
sich abschuppen Woeste 224
b, schülwern, schölwern,
von der sich ablösenden haut 234
a, schalfern, schilfern ten Doornkaat Koolman 3, 91
b;
mnld. schelfferen,
stringere, radere, assulatim ... frangere, in micas frangere sive frangi, desquamare, desquamari. Kilian,
neunld. zich schilferen. 22)
in eigenthümlicher, schön characterisierender anwendung: nd. dat waotr schülwert
oder iss äöw'rschülwert,
das wasser fängt an sich mit einer leichten eisdecke zu überziehen, die aus lose zusammenhängenden, schuppenartigen theilen besteht. Danneil 184
b; der bach überschelferte Voss
myth. briefe (1827) 1, 135; wenn späterhin die scheiben schwitzen, vom frühreif baum und wiese blitzen, vom frost die seen überschelfern, der hofhund heult, die füchse belfern. Schmidt von Werneuchen
alm. 1802, 259.