scheiszhaus,
n.,
wofür die verhüllenden ausdrücke abort, abtritt,
in älterer sprache heimliches gemach,
oder nur das gemach, sekret, privet, heimlicher ort
u. ähnl. üblich sind (
s. auch sprachhaus):
cloaca, schisz-, schis-, scheisz-, scheis-, schüszhausz, -hus,
nd. schithus Dief. 128
a,
latrina 320
c,
merdatorium 357
a,
stercorium 551
c,
tristega 597
c; eygen scheiszhaus,
latrina, offen scheiszhaus,
forica Dasypodius, gmein scheiszhausz,
forica Maaler 350
c, heimlich gemach, scheishausz,
latrina Henisch 1480, 66; scheiszhaus,
n. im groben reden,
latrina, forica Frisch 2, 171
c; ich main du machtest gern ausz bapstes recht ein scheiszhaus. es heiszt nit secret sonder decret. Schade
sat. u. pasqu. 3, 278, 6; kaum so viel kahle marck baares geldes, dasz man arswische darvon auffs scheiszhaus .. kauffen kan. A. Gryphius 1, 820; eh dasz ich einem solchen landfahrer den hindern hätte wischen und meinen endlichen untergang im scheiszhausz nehmen müssen (
sagt das papier).
Simpl. 2, 175, 16
Kurz; mich erfräet ir mündlin rot, recht als ain scheiszhus in groszer not. Cl. Hätzlerin lxxiii, 40; da han ich höw von eim schiszhus genummen und sprach, es wär von Jerusalem kummen.
N. Manuel 128, 459
Bächtold. es ist die am meisten miszachtete baulichkeit im hause: was fragen wir nach ihrem (
der juristen) scheiszhaus (
spielend mit dem gleichklang von forum
und forica), qui praedicamus regnum aeternum? Luther
briefe 4, 647; ein scheiszhausz ist ein scheiszhausz, wann man es schon wie ein altar bawet. Fischart
Garg. 21
a; jre (
der mönche) wonungen sein abgesondert von leuten, weil sie der welt scheiszhäuser sein, dahin sie jre sünd entlären.
bienenk. 199
b;
was man dem scheiszhaus
opfert, ist auf die verächtlichste weise dahingegeben: unnd heyszt zu guotem teutsch sacrificare lari, dem scheiszhausz opffern, und umb einen dreck fechten. Franck
sprichw. 2, 113
a; ein leben ohne lehr und kunst, ist gleich einem scheiszhausz, mit gunst (
quid sine doctrina vita est, nisi foeda latrina?) A. Gartner
dicter. proverbial. (1598) 34
a;
in verwünschungen: und wenn erst so ein bettelvogt gestorben ist, begraben soll man ihn nicht wie einen andern christ, man soll ihn schmeiszen ins scheiszhaus hinein: das soll dem alten bettelvogt sein begräbnis sein.
handwerkslieder 223
Schade. schmutziger: ich wil dein maul unter ein scheiszhaus nageln. A. Gryphius 1, 828.
ein schimpfender bauer vergleicht die nase seines gesellen einem scheiszhaus
an der auszenmauer einer veste: sie hengt dir mitten im angsicht mit urlab vor dem wirt und gesten gleich wie ein scheiszhaus an der festen, ich wolt dir wol hoffieren drein. H. Sachs 3, 3, 17
a (1561).