scheibelich,
scheiblich,
adj. mhd. schîbe-lîch,
scheibelig, scheiblig zurückgehend auf mhd. schîbelec,
scheibelicht, scheiblicht, mhd. schîbeleht, schîbeloht,
ahd. scîbiloht (Graff 6, 408),
dem sinne nach meist übereinstimmend. 11)
flachrund, kreisförmig, rund, walzenförmig, drehbar, sich wälzend u. ähnl.: circulus, schibelecht o. reyf Dief. 121
c,
circus, schibelacht
vel umbgang 122
c (
hier subst.);
orbicularis, schibelich, schibelicht, scheibelicht, scheiblig 399
a;
orbis, scheiblecht und hol 399
b;
rotundus, schibelecht, schiblet, schibelich, scheybelich 501
a;
spericus, schibelecht, schiblat, scheiblig 546
a;
teres, schibelecht, scheibelicht, scheibelich, scheiblig 578
b;
tornabilis, schibelicht, scheibelicht, scheubelicht, schybelich, schyblich, schyblet, schyblot 588
b; scheiblich,
orbiculatus, orbicatus Frisch 2, 169
a; und ich is alles hêre sul werden ûf der scîbligen erde. Lamprecht
Alex. (
Vorauer Alex. 1116); afterreif hât sîn langeʒ swert mit einem schîbelohten knophe Neidhart v. Reuenthal 52, 8; sprêche ich tavelrotunde, sô tête ich dem namen recht; rotunde daʒ spricht schîbelecht. H. v. Freiberg
Tristan 1328; iʒ sal werdin getribin dî sêle um und umme nâch schîbelechtir crumme. Nic. v. Jeroschin 2889; daʒ kinne was runt schibelecht. Altswert 25, 11; der guldein appfel bezaichent uns
die sinweln, scheibligen werlt.
gesta Rom. 100; ynnewenig dem mantele ysz der torm schybelecht gebuwet.
altd. blätter 1, 302; das die Römer pflagend eins spils mit scheibeloten schilten. H. v. Mügeln
Valerius Maximus (1489) 15
a; das scheiblecht sol sein, machen sie vierecket. Keisersberg
narrensch. 80
b; ein scheiblicht tenzlin, da man vil von der bulschaft singt. 127
a; was scheibelecht und kugelecht ist, ist behend zu lauffen.
brösaml. 62
b; (
er war) ain gantz scheybelichs jar inn fernen landen gewesen. Lindener
Katzip. 78; das unmüglich ist inn einem gantzen scheibelichen jar zuo ertzelen. 166; wenn ain reyff ist am karfreytag so schutt kain reyff darnach daʒ ganz scheyblig jar.
quelle bei Schm. 2, 358; daher die Teutschen die müntz das scheiblichte pflegen zu nennen. Mathesius
Sar. 165
a; ein scheiblichter tisch. Höfer 3, 76 (
vgl. Castelli 227);
ein thurm in der Marienburg (
der sogenannte buttermilchsthurm)
hiesz ehedem der schîbelichte turm. Frischbier 2, 269
b (
vgl. die scheiblich kirchen. Aventin.
chron. 2, 333, 26); von der schibelichen eiche bis off die sneyde, von der sneyden bis an den schibelichen born.
weisth. 2, 454; scheibillecht
und scheiblot
belegt aus siebenbürgischen quellen in d. German. 9, 481;
verstärkt: ratscheiblig Aventin.
chron. 1, 428, 5; rundscheiblete augen Höfer 3, 76.
als weiterbildung von scheibelicht
erscheint scheibelechtig: rotundus, schibelechtig Dief. 501
a,
spericus, schibelichtig 546
a,
teres 579
b,
tornabilis 588
b; das vierdte geschlecht (
des hahnenfusz), hat eine runde wurtzel einer kleinen welschen-nusz grosz, an der gestalt gleich einem scheubelechtigen rüblein. Tabernaem. 107 E (1664). 22)
in scheiben geschnitten: so soltu nemen alant und schneid die scheiblig.
quelle d. 15.
jahrh. bei Lexer
mhd. handwb. 2, 717; nimbt man frische bibenell wurtzel, schneidt die wie kreutzer scheiblecht. Thurneisser
beschreib. infl. wirkungen (1578) 50.