Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Scharbockskraut
Scharbockskraut
Skorbut m. schwere, durch Vitaminmangel hervorgerufene Krankheit mit Blutung des Zahnfleischs, der Haut und des Verdauungstraktes, entlehnt (18. Jh.) aus mlat. scorbutus (zuerst 14. Jh.). Herkunft nicht sicher geklärt. in: ZfdWf. 9 (1907) 20 f. möchte von der Wortgruppe um russ. (landschaftlich) skrobát’ (скробать) ‘kratzen, schaben’ ausgehen und nimmt an, daß russ.-kslaw. skrobotъ ‘Lärm, Getöse, Zischen’ im Sinne von ‘durch Kratzen verursachtes Geräusch’ mit r-Metathese zu der Krankheitsbezeichnung medizin.-lat. scorbutus geführt habe, an die sich alle Formen der Einzelsprachen anschließen. Da die Krankheit jedoch zuerst in den nördlichen Gebieten aufgetreten sein dürfte, geht man besser von anord. skyrbjūgr (13. Jh., doch wohl älter), aschwed. skörbjug (14. Jh.) aus, vgl. anord. skyr ‘saure Milch’ und bjūgr ‘Geschwulst, Ödem’ (da Skorbutsymptome auf den Genuß von auf langen Seefahrten mitgeführter saurer Milch zurückgeführt wurden). Dann wären aus dem Nord. entlehnt mnd. schorbuk, schar-, scherbuk, scharbok, frühnhd. (md.) Schorbock (15. Jh.), nl. scheurbuik, (mundartlich) scheurbot, aus denen medizin.-lat. scorbutus hervorgegangen sein könnte. Die hd. Form Scharbock geht ein in das Kompositum Scharbockskraut n., Name für eine vitaminreiche Heilpflanze gegen Skorbut (16. Jh.).