Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
rustagî
bis 10./11. Jh., alle bair.). 30 (Hs. Mitte des 12.
Jh.s, Zeit des Gl.eintrags unbekannt, bair.):
‚bäurisch, volkstümlich; plebeius‘ (vgl. nhd.
rustikal adj. ‚bäuerlich, von bäuerlich-robuster
Wesensart, grob, ungehobelt‘, das aus mlat.
rusticalis adj. ‚ländlich‘ übernommen ist). Das
Wort ist aus lat. rūsticus adj. ‚ländlich‘, einer
Ableitung von rūs n. ‚Land, Feld, Landgut‘,
entlehnt. S. auch rustih. – rustigîAWB, rustagîAWB f. īn-
St., Gl. 1,461,60 (3. Viertel des 11. Jh.s, bair.). 61
(10. Jh., bair.). 62 (in 2 Hss., 2. Hälfte des 10. Jh.s
und 12. Jh.). 63 (in 3 Hss., 12. Jh. bis 1. Hälfte
des 13. Jh.s, alle bair.) und Gl. in Basel, N. I. 3
Nr. 97a (2. Hälfte des 10. Jh.s, westliches obd.):
‚bäurische Art, Unkultiviertheit; barbaries,
rusticitas‘. Deadj. Abstraktum. S. rustîg. – Ahd.
Wb. 7, 1301 f.; Splett, Ahd. Wb. 1, 778; eKöbler,
Ahd. Wb. s. vv. rustigī, rustih; Schützeichel⁷
268; Starck-Wells 500; Schützeichel, Glossen-
wortschatz 8, 46. 48. – Walde-Hofmann, Lat.
et. Wb. 2, 454; de Vaan, Et. dict. of Lat. 531;
Niermeyer, Med. Lat. lex.² 2, 1206.