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ruseln

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

ruseln

Bd. 7, Sp. 632
ruseln, rüseln das Wort, eine ablautende Bildung zu mhd. riselen, ist im Rhfrk selten; -is- Saarbr-Wehrden; -īs- GrRosseln, Simm-Laufersw, Zell-Sohren; -is- Bernk (Hunsr, Goar-NGondershsn; sonst ist das Wort im Mosfrk allg., u. zwar -is-, –e-, auch wohl -iz-, –ez- Saar, Trier-Ld, Bitb, SDaun, Koch; -īz- an der Mos in Trier, Bernk, Zell, May-Trimbs [in Bitb neben -es- auch -ø-, –o-; dann in Trier-Stdt -ūz- u. -īz- Saarbg-Wellen, intrans. im Gegens. zu -øs- trans.; Trier-Waldr -uz- oberflächl. arbeiten; -iz- schütteln; in Bitb-Dudeld Badem Ehlenz Herforst Kyllbg Rittersd (u. -os-) Speicher, Wittl -ūz-; Prüm, O- u. NDaun, Aden (auch Saarl-Berus) -uz-; Prüm-Waxw, Malm-Aldring Neiding -ez- u. -es-; Malm-Herresb Mirf, Schleid-Hellenth -uz-; der Westerw hat neben -īz- auch -uz- (-ēs- Altk-Steckelb); Siegld -ūs-]; ebenso Rip, Berg allg., u. zwar -yz-, im LRip, Eup, Aach auch -øz- [Bo-Ippend -uz-; Waldbr -ȳəz-; Wildbg, Gummb-Wiehl -; Mettm-Cronenb -yz-]; SNfrk z. T. mit besonderer Bed. -ȳ(ə)z- [MGladb-Rheydt -uz- intrans.; -y- trans.]; Geld, Mörs, Klev, Rees -yz-, in besonderer Bed. ‘sich mausern’ schw.: 1. intrans. (selten); de Äppel kunn herafgeruselt (heronner-) beim Schütteln; de Sand ruselt de Berg eronner WMosfrk; do send e paar Äppel erafgeruselt MGladb-Rheydt; trockne Dinge, wie Federn, Strohteilchen, Heu rüseln fallen heraus Heinsb-Lümb; der Heləf (Buchweizen) es am r. treibt die roten Blütenstengel vor der Blüte Waldbr-Wildbg. — 2. absol. u. trans. a. absol. α. die Egge ruselt net mih sie schleift Daun-Strohn. — β. -yz- um Geld spielen, das von einem der Spieler zuerst in der Hand gerüttelt u. dann in die Höhe geworfen wird; es handelt sich darum, ob Kron oder Münz (Letter) nach oben fällt; hat der Mitspieler etwa Kron genannt u. es liegt Kr. nach oben, so hat er das Geld gewonnen Barm, Elbf, Geilk-Brachelen. — γ. -uz- mit Klickern in eine Kaule stucken (s. d.) MülhRuhr, Dinsl (sonst ist r. nicht bekannt). — δ. -øz- irre reden, Unsinn schwätzen; heə es an et r. Eup, Aach; -o- Lennep-Hückeswg (sonst -y-); dem röselt et er ist nicht gescheit MüEif, — rüəselt et Geilk-Düren. — ε. -uz- oberflächlich, übereilt arbeiten Saarbg-Wellen Trier-Stdt Fell Waldr. — ζ. -yz- (usf. alle Entsprechungen) an etwas (einem) r., schütteln Allg. von Süd. bis lrhn. Aach, SErk, Grevbr, Neuss, MGladb, rrhn. bis ausschl. Ruhr; er riselt met dem Kopp nickt seine Zustimmung oder gibt seine Abneigung zu erkennen WMosfrk. RA.: De März spart dem Koch de Kerz on ruselt dem Hammel am Sterz Daun-Gerolst. — b. trans. α. etwas r., kräftig schütteln, rütteln, z. B. einen Obstbaum r., dass die Früchte herabfallen, auch die Baumfrüchte r. u. heraf-, heronnerr.; he hät de Maikävvere van de Böm geröselt; de Äppel lossen sech gut r.; etwas r., untereinander rütteln, rühren in trocknen u. nassen Dingen, z. B. ein Sieb hin- u. herschütteln, Heu, Stroh auflockern, einen Sack hin- u. herschütteln, eine Flüssigkeit schütteln (Medizin), aufrühren; Nüsse, die zum Trocknen aufeinanderliegen, umsetzen, bewegen, um Schimmelbildung zu verhüten, Verbr. wie 2 aζ bei allen lautl. Entsprechungen; de Grellen r. die Dominosteine mischen Mettm-Cronenbg; den Korb (die Schüssel) mit Erbsen dürchen (durcheinander) r. schütteln, um die schlechten herauszusuchen oder den Satz mit der Hangd d., dass wieder andere oben hinkommen; die Nümmerchen beim Lottosp. d.; de geplöckten Äppel mutt me nich d. im Korf Gummb, Allg. wie oben; et Feld werd met der Ed (Egge) durchenander geruselt Neuw-Etschd. RA.: Et ful (fiel) alles vom R. es ging gut voran Prüm-Mürlenb 1860. De Geldsack r. bezahlen Prüm-NPrüm. Dem sein Praumeln se geriselt der Erfolg seiner Arbeit nichtig Trier-Mehring. Wenn de Bire zeidig (reif) sein, soll mer se r. bei geeigneter Gelegenheit handeln Mos. Den es of de Praumelbom geklomm; den hot se erofgeresselt usf. im Fingermärchen Bitb-Herforst. — Einen Klicker des Gegners rüəsele leicht berühren Geilk-Düren Honsd. Dat liesst (lässt) sich nöt aus den Armen r. das ist nicht so leicht zu geben, zu tun. De Kopp r. schütteln; de Schellere (Schultern) r. WMosfrk. — Der Bam es geriselt vull dichtgedrängt voll Äpfel Bernk-Rhaunen. — β. einen r. αα. hin- u. herschütteln; änen wackerig r. wach r., — aus dem Schlof r.; einen Ohnmächtigen r., dass er wieder zu sich kommt; änen am Arm r. Mosfrk, Allg. (wie 2 bα). — ββ. züchtigen, schlagen u. dabei hin- u. herrütteln; he däht en r., dat im de Knochen em Lif krachte; enen am Uhr (Ohr) r., ech han en ens örndlech gerüselt Rip, Allg. (s. o.). — γγ. schelten, derb ermahnen Kref, Rees. — δδ. ihn ein Spiel verlieren machen Koch-Poltersd. — εε. de Krankhet (et) hät en arg (schwer, düchtig) gerüselt arg mitgenommen Rip, Allg. (s. o.). — γ. sich r. αα. der im Gefüge lockere Teil reselt sich wendet sich hin u. her Altk-Steckelb. — ββ. sich balgen Sieg-ODollend, Kemp-Süchteln. — γγ. sich vor Kälte schütteln Zell-Briedel. — δδ. zurückschrecken, sich ekeln; hen ruselt sech fir em Kribs (Krebs) Prüm. — εε. dau hos dich geröselt gefurzt Trier-Stdt. — ζζ. er hot sich arg (wischt ‘wüst’, sehr) geriselt hat arg abgenommen, ist abgemagert, infolge Krankheit Rhfrk, Mosfrk, Aden, Ahrw, MüEif. — ηη. he hät sich widder geröselt er hat sich nach der Krankheit wieder gekräftigt Rip. — θθ. sich helfen, sich etwas leisten, etwas unternehmen können, weil man das nötige Geld dazu bekommen hat; no konn e sech wer r., he hät jet gəerft Kemp (selten). — ιι. sich in üblem Sinne bemerkbar machen, etwa durch Lärm, Saufen; göster hät e sech wer ens ech (echt) gerüselt Kemp, MGladb-Viersen. — κκ. die Trauben hon sich gout geriselt die Beeren sind vorzeitig abgefallen Bernckesten. — λλ. vom jährlichen Haar-, Federwechsel der Tiere; de Mösse (Vögel) r. sech, meist send an't r. mausern sich Verbr. zunächst in der Selfk n. einschl. Heinsb-Hillensbg Höngen Brüggelchen Althaaren Karken; dann n. einschl. Kemp-Breyell, Geld-Wankum, Kemp-SHubert, Geld-Nieukerk Sevelen, Mörs-Bönninghardt Birten Menzelen Wallach Ossenbg (südl. noch MGladb-Holt) u. rrhn. Rees-Bienen Esserden Haldern Hamminkeln Mehr (sonst Rees plüsern); abseits söch ruzəln Wittl-Hetzerath. — Abl.: die Rüsel(er)ei, dat Gerüsel(s).
6229 Zeichen · 169 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ruselnverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    ruseln , rüseln , verb. 1) nebenform zu rieseln ( vgl. das. ): was wolt ihr mehr? der streu-sand rüselt. Günther 922 . s…

  2. modern
    Dialekt
    ruseln

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    ruseln einschläfern: He kreg mi dor dal, He ruselt mi mal der Schlaf Wo. V. 1, 61 c. Kü. 2, 684; Me. 4, 208.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruseln

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ruseln 2 Komponenten

rus+eln

ruseln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ruseln‑ als Erstglied (2 von 2)

ruseln I

SHW

ruseln I Band 4, Spalte 1537-1538

ruseln II

SHW

ruseln II Band 4, Spalte 1537-1538

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ruseln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ruseln/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „ruseln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ruseln/rhwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ruseln". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ruseln/rhwb.
BibTeX
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