lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Rummel II

nur Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
4 in 3 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
11
Verweise raus
11

Eintrag · Rheinisches Wb.

Rummel II

Bd. 7, Sp. 598
Rummel II nach Wk. IV 24 verbr. Rhfrk, Mosfrk, Westerw (nicht kurköln. Neuw), Siegld, Sieg (Kr. Altk), Waldbr-Eckenhg Morsb Hurst (lrhn. bis Schleid-Üdelhv Lommersd, Aden-Lierstall Virnebg), u. zwar ruməl, –o-, –·m.əl, Pl. -ələ, –əln f.: 1.a. Runkelrübe, Rübenmangold, beta vulgaris; die junge Pflanze, die versetzt wird, heißt Planz oder Kuhl (Kohl); der Samen der R. wurde meist selbst gezogen u. als Kere (Kerne) gesteckt, d. h. in die erhöhte Furche in Keitche (Kaulen) mit der Hand eingelegt; später wird in den einzelnen Reihen das Unkraut mit dem Schruppert ausgejätet (R.n schruppen) Bitb, u. noch später werden die jungen Pflanzen dorchroppt (vereinzelt) (en de R.ə gehn), im Spätsommer geblad (Blärer mache); die Blätter sind gekocht, oder zu Häcksel verschnitten, ein beliebtes Futter, bes. in kleearmen Jahren; bei der Ernte werden die Grutze (die Schöpfe) abgeschnitten (abgrutze), gespall (gespaltet) u. die R.ə eingekellert zu Viehfutter Nahe; ausserdem werden sie zu Kraut (Brotaufstrich) verwendet: sie werden weich gekocht und hierauf in einer (grossen) Kelter gepresst. Ein angemessener Teil des nun erhaltenen Saftes wird in eine besondere Bütte geschüttet. In dieser Brühe werden bagebēre = gebackene Birnen, d. h. getrocknete Birnschnitze, aufgeweicht. Der grösste Teil der rumelebrī (Runkelrübensaftes) wird in einem oder in mehreren (je nach der Menge des herzustellenden Brotaufstrichs) grossen kuberne kesel = Kupferkesseln stundenlang (oft eine Nacht hindurch) gekocht und eingedickt. Inzwischen wurden die eingeweichten Birnschnitze durch feine Siebe dōrichgemach = durchgetrieben, dass man eine gleichmässige, ziemlich steife, braune Masse erhält, während der Rückstand auf den Sieben, bestehend aus den Resten des Kerngehäuses mit den Kernen und etwaigen Stielen auf den Mist geschüttet wird, wenn man ihn nicht unter das Schweinefutter mischt. Die durchgetriebene braune Birnenmasse kommt nun in die schon stark eingedickte Rummelbrī. Dann wird die Mischmasse, der man zur Bindung noch eine gewisse Menge Mehl zusetzt, auf ziemlich starkem Feuer unter stetigem Umrühren, da sie sonst anbrennen würde, soweit eingedickt, bis man eine gleichmässig zähe, schwarzbraune Masse erhält, der man vorher noch gemahlenen Stern-Anis zugesetzt hat. Die so erhaltene Bereschmer wird hierauf in Steintöpfe gefüllt, die nach genügender Abkühlung zugebunden werden. Damit hat der Landmann einen Brotaufstrich, der neben der selbsterzeugten Butter bis zum nächsten Winter reicht. Wenn die Herstellung in richtiger Weise erfolgt, d.h. wenn der Saft genügend eingedickt wird u. die Geräte und Gefässe sauber sind, dann hält sich die B. unzweifelhaft ein Jahr lang und noch länger, vorausgesetzt, dass man einen richtigen, kühlen und trockenen Aufbewahrungsort hat. Da das B. koche die Nacht hindurchgeht, helfen sich meist die Nachbarfrauen gegenseitig aus. In früherer Zeit geschah dies in der Regel durch das sog. Jungvolk, besonders dann, wenn in dem betr. Haus erwachsene, aber noch unverheiratete Söhne oder Töchter waren; natürlich mussten die jungen Helfer während der Arbeit u. namentlich am Schluss mit Essen u. Trinken angemessen regaliert werden. Hunsr. RA.: Fir Gehannsdag (gesetzt) get et R.e, no G. Remmelcher Goar-Morshsn. Er R., er Gäss (Ziege) un dem Wäss (Weizen) git et nit su bal häss (heiss) Saarbg-Cahren. Dat sen jo Keərle wie R.ə dicke Kartoffeln Allg. De hat en Nas (so klobig) wie en R. Allg., — e Kopp (so trotzig) wie e R. Meis-Jeckenb. En Gesicht wie en faul R. gerunzelt Altk-Isert. So dumm wie e R. Kreuzn-Weinsh. — b. rutt R. u. Ruttrommel rote Beete Verbr. s. Wk. IV 8. — 2. übertr. a. scherzh. u. verächtl. α. klobige Nase Nahe, Ottw, Hochw, Simm. — β. dicker Kopf Kreuzn-Weinsh, Trier-Euren, May. — b. Rufn. einer Kuh Malm-Vith.
3801 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. modern
    Dialekt
    Rummel II

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Rummel II [Rùml U. ] m. Rummel, die Zahl der gleichartigen Kartenblätter im Piquet-Spiel, die Sequenz Hf. Rda. Der kënnt…

Verweisungsnetz

11 Knoten, 18 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 7 Sackgasse 1

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rummelii

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Keine Komposita gefunden — rummelii kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rummelii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rummelii/rhwb?formid=R06407
MLA
Cotta, Marcel. „rummelii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rummelii/rhwb?formid=R06407. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rummelii". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rummelii/rhwb?formid=R06407.
BibTeX
@misc{lautwandel_rummelii_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„rummelii"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/rummelii/rhwb?formid=R06407},
  urldate      = {2026-05-12},
}