Eintrag · Rheinisches Wb.
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rütschen II das Wort ist allg. bis zum N. lrhn. einschl. Heinsb, Kemp, Geld-Aldekerk, Mörs-Neuk Orsoy Altfort rrhn. bis einschl. Ruhr, u. zwar Rhfrk, Mosfrk -i-, –e-; sonst -ø-; Part. mit Umlaut, aber Rip daneben jərotš [rutšən ganz vereinzelt in Kreuzn-Münster, mehrfach Wend, Saarbr, Merz, Koch, Kobl, May, Daun, mehrfach, oft neben -e- in Saarbg-Wellen, Trier-Stdt, Bitb, Prüm, Waldbr-Hunsh, Gummb-Spreitgen, mehrfach in Lennep, Mettm u. an der Ruhr; -o- in Mörs; -økš- Monsch] schw.: 1. intrans. mit ‘sein’; rutschend sich bewegen. a. mit persönl. Subj.: α. kriechend sich bewegen, wie es bes. Kinder tun, die noch nicht recht gehen können; et Kend retscht om (met dem) Arsch en der Stubb erom, — of dem Bodem; geritscht kumme Rhfrk, Allg.; op de Kne (Knien) en de Knolle r. um die Runkelrüben zu jäten; für enem om Buch (Bauch) r. ihm schmeicheln Rip, Allg, RA.: Vill R. schad dem beste Botzeboddem Köln, Heinsb. De retscht of dem Arsch er wird bald sterben oder bankerott gehen Koch-Lutzerath. Über das stumpfe Messer (Beil) kanmer och met dem (blanke) Arsch (Hennere) r. Kobl, Allg. Wer wor dat? scherzh. Antw.: De Blosarsch von Bitsch; wonn er net gefahr kimmt, k. er geritscht Meis-Altheckmühl. — Hin- on herr. sich auf dem Stuhle hin- u. herbewegen; der Kranke ist so schwach, er retscht von aim Stuhl of de annere er muss sich häufig setzen; der Stubenhocker, der Herumlungerer retscht de ganze Da em Haus herum; er ritscht do erem (lorem), — als (schunn) lang er ist (schon lange) krank Rhfrk, Allg.; er rötsch jetz at (schon) e paar Mont (Monate) eröm Rip, Allg.; se rötscht vom Bett of de Stohl sie kann nicht wie sie will, ist krank Koch-Brohl. — β. brüten, vom Huhn; de Henn well r. Kemp. — γ. gleiten. αα. absol. u. om Is r. u. Bahn (Isbahn) r. auf dem Eise Bahn schlagen Verbr. Saarl-Falschd (-u-), Trier-Damflos Geisf Osbg (-u-), Bernk, Zell, Koch (-u-), Kobl (-u-), Prüm (-u-), Aden-Jammelshf, dann Sieg, MülhRh, Berg, dann Eup, Aach, Erk-Kückhv Lövenich, Bergh-Kirchherten; -u- Jül-Aldenhv Hompesch GrBoslar, Grevbr-Wanlo Wickr, MGladb-Kleinenbr; rutsches machen Wittl-Bausend; Hockches r. in der Hucke Bernk-Hunolst; Hutsche r. Zell-Neef. — ββ. ausgleiten; bass uf, et is glatt draus, do ritscht mer gere (gern); do ritsch ich de ganz Zeit iwer ebbes Rhfrk, Allg. — Der retscht bal (bald) er stirbt bald; en as bal gerötscht; der is r. gang Mosfrk. — Se retscht en't Stroh kommt in die Wochen Ottw-Dirming. Se r. övver de Bänk werden zur Ehe verkündet Rheinb-Adend. Wann men öwer den Hongk (Hund) kömmt, dann rötscht men öwer den Stert (Sterz) bei glücklichem Fortgang schliesslich zuletzt noch Misserfolg NBerg. Do bes dem Dudegräver van der Schöpp gerötsch du siehst blass, schlecht aus Rheinb-Flamersh. Last (langs) de Schull r. die Schule schwänzen Trier-Detzem. — γγ. herab-, herauf-, heraus-, herunterr.; du kanns mer der Röck erafr., sich (sieh) bös dats de e Loch fengs (findest)! abschl. Antw. Bergh, Allg.; du kanns mer de Buckel erofr. (enuf-), herop on heronderr., — on wenn de herafrötsch, fälls op de Nas! Allg. De retscht de Bach erunner stirbt bald, — met seim Geschäft h. wird bankerott Mosfrk. Eich sein glattig an de Wand erunnergeritscht habe im Spiele nichts verloren u. gewonnen Meis-Jeckenb. Der Ringeritschter (Herein-) verächtl. zugezogener Einwohner, Fremder Saarbr; ech benn im ens drüvver gerötsch mit dem Stecken über den Rücken, habe ihn geprügelt Köln, Allg. — δ. klettern, ohne Leiter etwa einen Baum ersteigen, Arme und Beine fest um den Gegenstand geschlungen; op enen Bom r.; den B. erop-, erafr. Rip, Allg. — ε. rücken, Platz machen; rötsch ens jet; rötsch ens jet fort; rötsch mer jet; rötsch jet herop (heraf, heronder), rötscht jet zesamme, — op Sitt Rip, Allg.; mei Bub is als (schon) widder e Klass (in der Schule) weider gerutscht Saarbr, Allg. RA.: Wer wahl sett (sitzt), mott nit r. Sol. De got sitz, rötsch net lech (leicht) Köln. Besser geretscht wie op ener Plaz gesess Trier-Schleidw. Rötsch mich jet, r. m. j., ech han jo gar gen Plaz em Bett. Ech r. net mih, ech r. n. m., ech lig all möt de Fott (Gesäss) em Strüh! aus einem Volksld. Grevbr-Otzenr. — ζ. scherzh. gehen, herankommen, aufbrechen; wohin r. me morn (morgen) dann hin; jetz welle mer ävver r.; do komme se (heran) gerötsch Rip; enem op et Lif r. zu Leibe rücken Schleid-Hellenth. — η. übertr. über einen r., Schlechtigkeiten von einem erzählen; der rutscht (-e-) ivver anner Leit (Leute) Merz; s. rätschen. — b. mit sachl. Subj. gleiten; der Strombängel (Strumpfbündel) es mer gerötsch Rip, Allg.; do ritscht en Stere eine Sternschnuppe Bernk-Immert; der Pflug, die Egge retscht (driwer) greift nicht tief genug in den Boden, deshalb auch et es geretscht nicht tief genug gepflügt Mosfrk, Allg. Dem es än (äne) geretscht er ist nicht recht gescheit, — en Lei (Dachschiefer, en Pann, en Ziəl ‘Ziegel’, en Schrauf, e Rädche, e Blatt) g. Rhfrk, Mosfrk, Rip, OBerg; dem es de Roll geretscht dass.; mir retscht de R. es knurrt mir im Magen Siegld. — Em es en stenern Hus därch den Magen gerötscht er sieht mürrisch aus Ess; mech rötscht et Herz en der Boəm (Boden) ich verliere den Mut Aach; et es dir ebbes iwer de Lewer geretscht du bist schlecht gelaunt Trier-Mettnich. — Dem sin de Hor erofgerutscht von einem Kahlköpfigen, der einen starken Bart hat Bitb-Ehlenz; de Zeck (Zeit) rötsch at (schon) mih on m. eran Rip, Allg.; der hat och ene Kopp (so dick), dat em der Krag net erusrötscht Aach (udgl.). — Unpersönl. et rötscht (nit) es bewegt sich (nicht); die Ware ist gut (schlecht) verkäuflich; die Speise geht (nicht) herunter, es schmeckt (nicht) gut; et rötsch em (u. de Arbet r. em) die Arbeit geht flott voran; et well net rech (mih) r. das Essen mundet nicht recht Rip, Allg.; et retscht em net aus de Maul die Speiseröhre herunter, er hat keinen Appetit Bitb-Geichl; et well em net reit r. das Reden fällt ihm schwer Elbf; de löt (lässt) et r. er ist freigebig MülhRh-BGladb; et rötsch em net vam Herze er kann sich nicht davon (vom Gelde) trennen Sieg; et rötsch in der Mag es kollert Geld-Aldekerk. RA.: Et rötsch we geschmert es geht flott voran Rip, Berg. Dat well schleit r., seit ne Bur, do trock (zog) he singem Wif ne Worm us dem Arsch gesagt, wenn man sich über Geschehenes verwunderte MGladb. — 2. trans. a. etwas (Kleider) kaput r. durch Rutschen 1 aα zerreissen Allg. — b. etwa op Sitt r. zur Seite schieben, z. B. einen Stuhl Düss, Allg. — c. ech han em ene (schwere) drüvver gerötsch ihm einen derben Verweis gegeben; du häs ene schwere erafgeritsch krege; der hät drüvvergerötsch krege Rip. — Abl.: die Rötscherei, dat Gerötsch.
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Cotta, M. (2026). „ruetschenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ruetschenii/rhwb?formid=R07011
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Cotta, Marcel. „ruetschenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ruetschenii/rhwb?formid=R07011. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ruetschenii". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ruetschenii/rhwb?formid=R07011.
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