rötheste,
adj. u.
adv. ein Wort, welches eine einfache hohe Farbe und eine Eigenschaft der Körper, da sie eine solche Farbe an sich zeigen, bezeichnet, die sich besser sehen als beschreiben läßt. Sie findet sich in sehr vielen Abstufungen und Graden, welche nach den Körpern, an welchen sie sich befinden, benannt werden, alsbluthroth, fleischroth, rosenroth, scharlachroth, kupferroth, ziegelroth, fuchsroth, dunkelroth, hochroth, hellroth, blaßroth Wo es nicht auf Genauigkeit ankömmt, gebraucht man roth schlechthin. Eine rothe Farbe. Rothe Gesichtssarbe, rothe Wangen, rothe Lippen, ein rother Mund. Besonders als Zeichen der Gesundheit. Heute roth, morgen todt, heute noch lebend und gesund, morgen todt. Roth geschminkte Wangen. Eine rothe Nase, rothe Augen. Rothes Haar. Ein rother Kopf. Rother Wein. Rothes Tuch. Rothe Dinte. Rothe Kreide oder rothe Erde, Röthelerde,
s. Röthel, und das Roth 2). Rothe Glätte, in den Hüttenwerken, die beste Sorte der Bleiglätte, welche roth ist und auch Goldglätte genannt wird. Die rothe Glut, bei den Kupferschmieden, der rothe Anstrich, der einem Kessel auf der äußern Seite gegeben wird. Rothe Schlacken, in den Hüttenwerken, die erst fallenden Schlacken, welche beim Garmachen abgezogen werden. Rother Arsenik, rother Bergschwefel, rother Goldschwefel Die rothe Fahne, die Blutfahne. Etwas roth anstreichen. Roth werden. Roth sein. Man wird roth, wenn die Gesichtsfarbe röther wird, welches geschieht sowol wenn das Blut durch eine körperliche Bewegung mehr nach dem Kopfe steigt, als auch wenn man in Gemüthsbewegung geräth,
z. B. wenn man zornig wird, wenn man Scham empfindet und wenn man beschämt wird. Х Vor Scham roth werden, erröthen. »Sie wollen gewiß sehen, ob ich bei einer Lobeserhebung noch roth werde.« Gellert. Im Deutschen Kartenspiele ist eine von den vier Farben die rothe, welche durch rothe Herzen ausgedruckt wird, und in welcher die einzelnen Blätter danach benannt werden, als das rothe Daus, der rothe König, der rothe Ober, der rothe Unter, rothe Zehn, Neun, Acht, Sieben , welche auch Herzendaus, Herzenkönig heißen, und wenn nicht ein einzelnes Blatt bestimmt bezeichnet werden soll, nur roth genannt werden. Roth ausspielen, roth anspielen, roth zugeben Roth ist Trumpf. In der Französischen Karte giebt es zwei rothe Farben. Die rothe
Ruhr,
s. Ruhr. Der rothe
Hahn,
s. Hahn. I weiterer Bedeutung wird roth auch von einer solchen Farbe gebraucht, die mehr roth als anders ist, wenn sie mehr ins Rothe als ins Braune oder Gelbe fällt. Eine rothe Kuh. Das rothe Wildbret oder Rothwildbret, Hirsche, Hirschkühe , zum Unterschiede vom schwarzen Wildbrete oder Schwarzwildbrete, wilden Schweinen. So auch vom Golde, wenn es mehr eine röthliche als gelbe Farbe hat. Rothes, röthliches Gold. Doch scheint es als hätte ehemahls roth in Verbindung mit Gold überhaupt eine hohe lebhafte Farbe, wie die des Goldes gewöhnlich ist, bezeichnet. »Von rothem Golde«, in dem Bruchstücke auf Karl den Großen. Ire Roß' die wären schöne, ihr Gereite Goldes roth,
d. Nibelungen L.
V. 281,
d. h. von Golde roth oder mit rothem Golde gezieret. Rother Zucker, in den Zuckersiedereien, Zucker, der zwar gereiniget wird, aber weder recht weiß gemacht noch in Hüte gebracht werden kann, und welcher Ausschuß ist. I Bergbaue ist rothes Gebirge so viel als eisenschüssige Bergart, und das wahre rothe Todte ist ebendaselbst die röthliche taube Erdart, welche in allen Flötzgebirgen die unterste Schicht ausmacht, und nichts Metallisches enthält. I einigen Gegenden nennt der einfältige Haufen die Wanzen das Rothe, weil er glaubt daß sie sich vermehren, wenn er sie bei dem rechten Namen nennt.