richtedach richt-, °richtes- (Oldecop 477),
*richts-, richtel-, °richtels- (Russ.-livl. Urk. 262),
m. (Gen. Sg. -dāges; Pl. -dāge): 1. (allg.:) Tag an dem Gerichtsverhandlungen abgehalten werden, dô quêmen de drê râtman wēder tô uns uppe dat râthûs dâr blēve wî vōrt sittende an dēme richte wente it was ênes r.-dāges (Meckl. Ub. 15, 33), ênen r. ansetten/ (meist:) leggen einen Gerichtstag anberaumen, ênem ênen r. leggen jemdn. vor Gericht rufen, dô ēme de rât van Monster wolde ênen r. leggen alse sê dêden dô lêten sê dat sînen vründen und mâgen kündich dôn dat sê ēme hedden ênen r. gelēget uppe den dach als sê sînen vründen schrēven (Münst. Gqu. 1, 166), alsô lêt de bischop van Halverstat dâr ênen r. leggen den mȫrders und quêlers (Chr.
d. d. St. 7, 372). — 1.1. regelmäßiger,
[]licherordentlicher Gerichtstag zu feststehenden Terminen, tô düssem nêgesten mândāge efte r.-dāge (Livl. Güter-Uk. 2, 629), dat dêde wî alse unses landes wōnhê(i)t unde recht is up ênen rechten r. unde sēker rechtestēde unde lêten ēme de lādinge in rechten tîden unde in ōpenen schriften ... vorkündigen (Lüb. Ub. 6, 52). — 1.2. bedarfsweise, außerordentlich anberaumter Gerichtstag, men dô sê tô rechte quêmen dô en konden sê nicht rēdelĩken antwōrden tô den articulen dê ēn jēgen villen men sê bēden ênen anderen r. dat sê sik underdes mochten bedenken (Chr.
d. d. St. 28, 65). — 2. verbindlicher Verhandlungstermin im Rechtsverfahren, stēke(n)(de) r. festgesetzter Verhandlungstermin,
vgl. stēken I.8.,
2sticken, stēkerechtdach, (ebenso:) stēvelĩk r. (Oldenburg); (drei Gerichtstermine für verschiedene Stufen des Verfahrens oder als Frist:) wêre ôk dat wê sîner börgere wēliken vȫr gerichte bêden wolde unde den des sondāges nicht hebben mochte tô wēliker tît in den drên r.-dāgen den betrēden unde hebben mochte sô scholde hê ȫme rechtes plēgen (Rint. Stat. 91), alsô bȫden sê dat up vȫr ên pant drê r.-dāge nâ wōnige unde rechte düsser stat unde lêten vrâgen ênes ōrdê(i)ls wû sê dâr vōrt bî vāren scholden (Ub. Hildesh. 2, 515), wörde de dôtschlēger nich bekōmen sô schȫlen in drê vêrteyndāgen drê gerichtsdāge gelecht wērden dãrtô me ȫne met ênem ōpentlĩken gerôpe vōrdern schal ... kömpt hê tô dēme drüdden r.-tāge nicht sô schal hê vorvestet unde vrēdelôs gelecht wērden (Otternd. StR 329). — 3. Frist, Fälligkeitstermin, de nêgeste r., unde wil denne de wērt sik des hûses underwinnen dat mach hê dôn des het hê sînen bîrât tô dēme nêgesten r.-dāge tô dem viften (Wisbyer StR 125). — 4. Gerichtssitzung, -versammlung, ênen r. hōlden, de stedde schal benö̂met wērden wôr de r. gehōlden wert unde de enkede dach wennêr (Bunge Rechtsb. 195), „dat papa Pius an dem derden dage des manattes Martii cum cardinalibus et aliis juditibus ein consistorium (richtesdach) heilt, dat bet an de anderen stunde der nacht gewardet hadde” (Oldecop 477); —
vgl. gerichtesdach, rechtdach.