Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch
Reichsvogt
Reichsvogt, m.
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daß die von Costentz bi ainem burgermaister beliben sollen unschädlichen ainem richs vogten, den das rich und ain römischer künig und kaiser da hat1371 KonstanzGRQ. XII 87
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die schöffen weisen fürter zu recht, daß ein reichsfaut deß heiligen reichs uf Triefelß sei ein oberherr deß gerichts zu richten mit dem strank und mit dem schwert yber ybelthäter1382 Pfalz/GrW. V 563 Faksimile
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durch unsers gnedigen herren ... houptman und richsvogt1528 SGallenAbteiRQ. II 1 S. 251 Faksimile
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reichsvogt, der übers bluot richtet, oberster richter über das malefitz1541 Frisius/SchweizId. I 708 Faksimile
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quæstor ... jtem ein richter vber das malefitz. ein reichs vogt1571 Roth 344 Faksimile
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wie der rychsvogt die vrtel öffentlich verkünden solle1579 Moser-Nef,SGallen VI 828
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fürterhin wan ein person vor st. albanerthor hingerichtet wirt, allein dem herrn reichsvogt, obristen knecht, statthaltern des freyen ambts und dergleichen personen eine malzeit bei st. jakob, und nit andern, zu geben1615 BaselRQ. I 1 S. 542 Anm. Faksimile
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[Kanzleivermerk:] 1219. wegen besatzung der richtern vnd reichsvögten vnd schuldtheißen ammptAnf. 18. Jh. ZofingenStR. 20 Faksimile
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das vogt- oder bussen-gericht [Schaffhausen] hat 12 richter, nemlich die ältesten des grossen rahts ab jeder zunft. der praeses ist der reichsvogt. da wird gerichtet über kleine frevel und scheltworte1757 Waldkirch,Einl. II Anh. 44
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reichsvoͤgte waren gewisse den reichsstaͤdten vorgesetzte richter, welche die besorgung der reichssteuer, der muͤnze und zoͤlle gehabt und denen ein theil der stadtgefaͤlle gehoͤrten1762 Wiesand 894 Faksimile
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wobey ich [der Lindauer Bürgermeister Curtabatt] denn alß reichs vogdt ... von h. löblichen magistrat ernannt worden bin1778 SchrBodensee 35 (1906) 56
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reichs-vogt und schutzherr dieser zweyen reichsdoͤrfer1786 Montag,AbteiEbrach 221 Faksimile
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reichsvoͤgte oder reichsammaͤnner, waren gewisse von den kaisern den reichsstaͤdten vorgesezte personen ... sie uͤbten namens des kaisers dessen hoheitsrechte in der stadt aus, besonders den blutbann, oder die peinliche gerichtsbarkeit1795 Scheidemantel,Repert. IV 734