+rēgule rēgul, rēgele, reggele, rēgel, °regle (Dief. nov. 37),
f. (Gen. Dat. Sg. -n rēgule rēgel, Akk. rēgule rēgele rēgel; Pl. -n): 1.
[]haltensnormVerhaltensnorm, Regel, „Regele en mene recht regula” (Voc. Strals. ed. Damme), „regula, norma, chanon” (SL: Hamb. dt.-
lat. Gl.); — festgelegte Verfahrensweise, düsser beschattinge r. und wîse wart in des rîkes abschê(i)de vortê(i)kent (Oldecop 216), vorgeschriebene Abfolge, de prêster beginnet hîr den kanôn dat is de r. der consecrâcien efte der benedîginge (
Sp. d. Leyen 13); — Ordnung, Vorschrift, hĩrmēde schȫlen gedempet wēsen al ander r.n unde ōrdinêringe dê vȫr düsser tît geschên sint up dat sêkenhûs tô der S. (Lüb. Ub. 8, 160), wedder de upgemelten rēgele geldet nichtes noch exceptie noch underschê(i)dinge noch dispensâtie noch ê(i)nige jēgenrēde (ZRG R. 14, 106), mêr dâr sîn gewōnte r. ê gebōden verbōden in settingen der ōltvāders (Veghe ? Wyng. 369), dat gesatte recht is als ên blîen r.n dê men bö̂get itwat nâ den dingen als men de dinc nâ ēr nicht bö̂gen mach (Aegid. Rom. 167); — Handlungsvorgabe, Richtschnur, dâr me sik nâ richten schal alse nâ êner r. edder richtsnôre (Hamb. KO ed. Wenn 22), van der mâte des ētens is swâr unde unwis êne sēkere r. tô gēvende (Nonnensp. 212). — 2. (bes.:) Regelwerk eines geistl. Ordens, Ordens-, Klosterregel, ên îder ōrden im vorvlö̂keden pâwestdôm sîne sonderlĩke ê(i)gene r.n und gesette heft dâr sê nâ ēten und drinken bēden und lēsen singen und sik klê(i)den mö̂ten (Nic. Gryse Spegel Nn 1
∨), dat gî dat benedicite nichten vorsü̂men alse dat unse r. strengelĩken vorbüt (Nonnensp. 237), (mit Angabe der Zugehörigkeit zu einer best. Gemeinschaft:) dat de vǖrgenö̂meden juncvrouwen unde wēdewen annēmen de gê(i)stlĩken r.n der sünte Katerîne von Senis nâlēvede unde is gehê(i)ten de derde r. der süsteren van der pênitencien sünte Dominici (Soest. Wohlf. 3, 198), de abbet unde mönnike scholden lēven nâ sünte Benedictus r.n (Chr.
d. d. St. 36, 54), under der drüdden r.n sünte Francisci gehê(i)ten der pênitenten lēvent (Lüb. Ub. 11, 209). — 3. Lehrsatz, Lehrmeinung, de ander r. dat dê van 20 jâren sint unde dâr en bāven schȫlen lâten in dēme êrsten quârtêr des mânes (Schaph. Kal. 1523 77
∨), dê jennige ên ketter is dê wedder de h. götlĩke schrift und rechten gelôvens r. ... wat nîes erdichtet (Nic. Gryse Spegel L 4
∨); (gramm.:) Gesetzmäßigkeit, de r. in der grammatica (Lauremberg 44), nēven der grammatica heft me vȫrmiddāge tô vordü̂deschende Aesopum mit ȫvinge der declinâtiôn der conjugâtiôn unde r.n (Sehling 7, 2, 1, 874), (mathem.:) Rechenverfahren, prôcêdîr alse vȫrmeldet nâ der r. kümpt wedder wat vȫrhen gestân heft sô isset recht (Dörinck Arithmetica C 4
∨), allê(i)ne de instrumente der hö̂ge der hemmelischen stērnen uns nâ rechter r. de
[]wârhê(i)t wîseden und dit sint gewēst de quadrant und astrolabius (Vespucci A 3
∨), de gülden r. edder regula detri genö̂met dãrümme de gülden r. genant dat sê ümme ērer subtîlichê(i)t ôk ārdiger kunst willen de anderen r.n alle āvertrit (Dörinck Arithmetica C 3
∨); — gemê(i)ne r. als gemeinverbindlich, allgemeingültig eingeschätzte Ansicht, al geschichtelĩke dinc mach men nicht wol under êne gemê(i)ne r.n dwingen (Aegid. Rom. 158), de gemê(i)ne r. hê(i)t alsô wat ên gûder hêre bevēlet recht dat schal nicht enderen ên gûder knecht (Nic. Gryse Laienbibel 1, Q 1
r). — 4. geordnetes schriftl. Verzeichnis, °de vȫrbenö̂mden twê H. unde G. in unse r.n schrîven Register (Ub. Hildesh. 3, 273); schriftl. fixierte Regelsammlung, „Regele en kleyne scholbok” (Voc. Strals. ed. Damme), Augustinus secht brö̂ders desse r. sulle gî alle wēken ê(i)ns lēsen (Veghe ? Lect. 102); —
lat. regula. rēgelhûs, ~mö̂me, ~schrift