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rechtdach

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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

rechtdach m.

Bd. 2-2, Sp. 1925
rechtdach rechte-, rechtes-, rechts-, °rechtel- (Reval Renteb. 321), m. (Gen. Sg. -dāges; Pl. -dāge): 1. (allg.:) Tag an dem Gerichtsverhandlungen abgehalten werden, „Dach der deghedinghe edder rechtdach dies placiti dies iuris dies iuridica dies placitacionis terminus iuris etc.” (Voc. Strals. ed. Damme), ênen r. enbêden einen Gerichtstag ankündigen, binnen den vȫrschrēvenen vêr wēkenen schülle wî ēn den r. drê dāge tôvȫren enbêden unde uppe dēme sülven dāge schülle wî ēn io lîkes unde rechtes helpen eft wî kȫnen (Meckl. Ub. 20, 335), ênen r. ansetten/benennen/benö̂men/(meist:) leggen einen Gerichtstag ansetzen, anberaumen, ênen r. hōlden. — 1.1. regelmäßiger, ordentlicher Gerichtstag zu feststehenden Terminen, ôk sô schȫlen sê ... hōlden ȫre dincdāge r.-dāge unde marketdāge nâ ōlder wōnhê(i)t (DGK 1, 72), de richtehêren schȫlen bê(i)de alle r.-dāge nêmlich mândāges und mitwēkens sô it nicht in tît der rechtschlûtinge efte süstes hillich dach is up den achten schlach int recht gân (Anderson Privatrecht 3, 2, 2). — 1.2. bedarfsweise, außerordentlich anberaumter Gerichtstag, wî begēret gik vrüntlĩken wetten dat wî uns vormôden ênen r. tô hōldende mit Alberde van Mollem vȫr dēme êrwērdigen unsem gnêdigen hêrn van Hildensem tô Stûrwōlde unde enwetten nicht uppe welken dach uns de sülve unse hêre den r. lēgende wert (Ub. Hildesh. 3, 498). — 2. verbindlicher Verhandlungstermin im Rechtsverfahren, den r. vorkündigen/ûtschrîen lâten einen anberaumten Gerichtstermin mitteilen, Jôhans Collâcien vȫr gânt tô Horneborch an Hermen vamme Hûs alse hê ȫme vorkündigede den r. 6​1⁄2 s. 2 d. (Ub. Hildesh. 7, 675), dewîle de r. up twê dāge vorlenget und ēne di tēringe dâr binnen tô schwêr vallen würde wolde hê up ên dorp tô sînen vründen nicht wît von hîr vorrücken (Meckl. Jb. 14, 129), „Vadimonium obire, ... vp den Rechtesdach sick instellen” (Chytr.), „Vadimonium deserere, ... Vp den Rechtsdach nicht erschynen” (ebd.); — stēke(n)de/sticke(n)de r., ûtgesticket/ûtgetê(i)kent r. festgesetzter Verhandlungstermin, vgl. stēken I.8., 2sticken, stēkerechtdach; (drei Gerichtstermine für verschiedene Stufen des Verfahrens oder als Frist:) drê r.-dāge hö̂ren āver ênen dôden (Rüg. LandR. 12), de êrste/ander/ drüdde r., dâr nêgest schal de richter den anderen r. ōpenbâr vȫr gerichte dörch den vrônen efte bȫdel ûtschrîen lâten doch schal nê(i)n r. benedden 14 dāge nâch dēme anderen bestemmet wērden (Bamberg. 84), sê mȫgen in êner citâtiôn dem beklāgeden ênen peremptôrien r. den sê ēme vȫr den êrsten andern und drüdden r. benö̂men ansetten []derson(Anderson Privatrecht 3, 2, 13), enthaftich/entlĩk r. entscheidender, abschließender Gerichtstermin eines (peinlichen) Verfahrens mit Verkündung des Urteils, wû ōvers de anklēger ümme den enthaftigen r. nicht bidden wolde sô schal desülfte enthaftich r.-dāge up des beklāgeden bēde ôk benö̂met wērden (Bamberg. 27). — 3. Frist, Fälligkeitstermin, „Rechtdach alse rechtes vrist dilacio iuris terminus iuris” (Voc. Strals. ed. Damme), de nêgeste r., wî willen ôk dat ên jēder der börgerlĩke hendele hîr in der stat ȫven wil und achteyn jâr ōlt is börger wērde tôm nêcsten r.-dāge und bringe sînen schot vȫr der stille wēken up dat râthûs den kēmerhêrn (Kieler Burspr. 190). — 4. Gerichtssitzung, -versammlung, sô denne ên êrsam rât dörch nôt unde merklĩke ōrsāke sîn bewāgen worden noch ê(i)nen schrîver efte secrêtêr bî sik in den r.-dāgen tô râtstôle tô sittende gesettet hebben (Lasch Stadtb. 24), de rê(i)sen nâ rîkesdāgen lantdāgen grensedāgen r.-dāgen dãrtô dat kāmergerichte dat hofgerichte und lantgerichte gehö̂ren (Nic. Gryse Laienbibel 1, S 4); — vgl. gerichtesdach, richtedach.
3670 Zeichen · 85 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rechtdachM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    rechtdach , M. nhd. „Rechttag“, Gerichtstag, Verhandlungstermin Hw.: s. rechtedach, rechtesdach, gerichtesdach, richteda…

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Zerlegung von rechtdach 2 Komponenten

recht+dach

rechtdach setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rechtdach als Zweitglied (2 von 2)

stēkerechtdach

KöblerMnd

stēkerecht·dach

stēkerechtdach , M. nhd. „Stichrechttag“, gerichtlicher Termin Hw.: s. stēkerecht, stēkedach E.: s. stēkerecht, dach (1) R.: stēkerechtdach …

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APA
Cotta, M. (2026). „rechtdach". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rechtdach/mnwb?formid=R00712
MLA
Cotta, Marcel. „rechtdach". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rechtdach/mnwb?formid=R00712. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rechtdach". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rechtdach/mnwb?formid=R00712.
BibTeX
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