Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
puparella
355,32 (2. Hälfte des 11. Jh.s, bair.); 3,402,29
(in 2 Hss., 1180/1190 und Anfang des 13. Jh.s,
beide [rhein-]frk.); 4,339,19 (11./12. Jh., bair.);
5,30,27 (Hs. 2. Drittel des 11. Jh.s, Zeit des Gl.-
eintrags unbekannt, bair.): ‚Blasenkirsche; boui-
zia [lingua ignota, Hildeg.], ebulum‘ (Physalis
alkekengi L.) <〈Var.: -b->〉. Das Wort ist wohl
aus rom. *pup(p)arella ‚Püppchen‘ entlehnt.
Lat. ebulum steht sonst für den Attich ‚Ho-
lunder‘ (Sambucus ebulus L.). – Ält. nhd. bo-
berelle f. ‚ein Kraut, dessen Blume eine Blase
bildet‘, nhd. mdartl. schwäb. †boberelle f. ‚Bla-
senkirsche‘, rhein. buberelle f. ‚dss.‘. Die Form
könnte von mdartl. bobbel, bubbel ‚Blase‘
stammen (vgl. mndd. bubbel, mndl. bobbel, ne.
bubble ‚Blase‘), da die Blasenkirsche oder die
allein in Europa vorkommende Lampionblume
(Physalis alkekengi L.) sich durch einen die
Frucht umschließenden (blasenförmigen) Blü-
tenkelch auszeichnen. Allerdings müsste dann
eine Umformung oder Erweiterung des Grund-
worts nach anderen Pflanzenbez. auf -elle (wie
z. B. der Schattenmorelle) eingetreten sein.