Pungel, Püngel das rip., nfrk. Wort reicht von
n. einschl. Monsch, Schleid, Ahrw u. der berg. Süd-Grenze bis nach
N. hinab, u. zwar durchweg
-ø-, seltener
-y- [
pø- u.
bø- Gummb-Berghsn Pernze Stromb, Sieg-Much OPleis] [für die ursprüngl. Bed. 1 a ist
-o- selten Ahrw-Remag, Rheinb-Flamersh MüEif Wald, Eusk-Dirmerzh, Sieg-Eitorf (
-u-), Bo-Volmershv Weilerswist, Heinsb-Bocket,
n. Heinsb-Höngen; für Bed. 1 c steht
-o- in Kemp, Geld, Mörs, Bergh-Hemmersb im Gegens. zu
-ø- 1 a; dann verwenden manche MA.
-o- für die persönl. übertr. Bed. im Gegens. zu
-ø- 1 a, vor allem Bergh, Grevbr, Neuss, MGladb, Kemp, Kref, Sol, Mettm; Geld-Straelen umgekehrt
-ø- ‘Lappen’;
-o- ‘Bündel’], Pl.
-ələ, Klevld
-əlts, Demin.
əlχə(n), –əlkə, –əltšən, -əltjə m.: 1.a. Bündel. α. in einem mit Lappen oder Tüchern umwickelten Packen (Taschentuch, Sack) zusammengebundene Kleidungsstücke oder Wäsche, die man auf den Armen (aber auch wohl auf der Schulter, dem Kopfe) trägt (für andere Dinge meist
Bürd);
ene (grusse) P. Kleder (Plute, Lompe, Wäsch); he dreht seng Pöngelche onger dem Arm; de Mäd (Magd)
drog ihr Kleder en em P.; de Lappe woren en ene P. zesammegedrähnt (-gedreht);
met enem P. (im Taschentuch)
op de Res (Reise)
gohn Rip, Allg.; dies die ursprüngl. Bed. — In best. Geb. auch mit anderem Inhalt:
Ene P. (Gras, Heu, Blader) soviel als man mit beiden Händen umfassen kann u. Gras, Heu in ein sackleinen Tuch gefüllt, das an den vier Enden zusammengebunden wird u. auf dem Kopfe nach Hause gebracht wird,
Gras-, Heup. Eusk, Rheinb, Bo, Sieg-Ettenhsn, Waldbr-Schladern, Gummb (bis hier in der Nähe von
Pungen mit dieser ausschliessl. Bed.), Bergh-NEmbt, Grevbr, Aach-Herzogenr, MGladb, Erk-Granterath, Kemp-Bistard, Rees, Düss-Gerresh, Barm. —
E. P. Ähren Prüm-Schlausenb, Schleid, Eusk, Bo, Bergh-Balkhsn, Sieg, Waldbr, Gummb. —
En P. Holz Reisigbündel Gummb-Schwarzenbergisch. —
En P. Garn Knäuel Sol-Leverkusen Bürrig;
ene P. Fäddem verwirrter Fäden Schleid-Kall, Köln-Frechen, Sieg-Much, Heinsb-Höngen. —
Ene P. Hor Büschel Haare, bes. falscher H. Rip. —
Ene P. Eərzen Säckchen voll Erbsen, das derjenige erhält, der einen Knecht oder eine Magd vermittelt Köln-Widdersd. —
Ene P. Planzen Setzpflanzen Jül. —
En Pöngelchen am Kostkettel (-kessel, Henkelmann)
hangen han worin Butterbrote eingewickelt sind Gummb-Schwarzenbergisch;
met der P. gohn das Essen zur Arbeit mitnehmen. — Kleiner Sack mit Getreide, der von der
Müllenkar bei den Kunden abgeholt wird;
de Pöngelche(r) holle Sieg-ODollend;
en Müllenpöngel en de Mül drägen auf dem Nacken;
en P. Hawer Gummb-Schwarzenbergisch;
gangk der P. no de Müəhle drage! Erk-Örath. —
Ene P. Kiərsche Zweig voller Kirschen Bergh-Buir. — RA.:
Su wibbelig (fidel, monter) wie e Pöngelche Flüh lebhaft, beweglich Rip, Sol.
Du kanns dech dine P. packe! du kannst dich fortmachen SNfrk, Allg.
Jederenen hät senge P. (nom Mart, vam M.) (self) ze drage sein Leid Rip, Nfrk;
en jeder het sim P., un wen et ni het, de mak et sich MülhRuhr;
et es op deser Welt wahl kene, he hät sinne P. Sorg on Led; on wüər et ävvel örges ene, he meck sech selfs sinne P. geret (gereide, bereit) MGladb.
Pitter, pack de P. op; der Hangel (Handel)
es gedohn! gib dir weiter keine Mühe Ess-Schuir.
Enem et Pöngelche gevve aus dem Dienste jagen Dür-Derichsw.
De föllt (fühlt)
sech am P. getrocke geschmeichelt MGladb.
Do geht jet, dat hat de Armet en e Pöngelche gebonge der Arme hat sozusagen nichts mehr
ebd. Die gonnt mem P. langs de Düren husieren sind arm Sol. — β. übertr. Haufen, Menge loser Dinge jeder Art;
mer hant ävver die Woch ene ganze P. Wäsch; de friss sech ene P. Schnedde zesamme; do kannste e Pöngelche Geld los werde; ene P. Kender;
ene P. Ärbeit; ene P. te Hop schwätze usf. Allg. RA.:
De beld sech (dodrop) ene (decke, netten) P. en NBerg, MGladb;
de ment sech ene P. MGladb. — b. besondere, bündelartige Dinge. α. Kothaufen, nur in der Antw. auf die lästige Frage: was hast du da?
P. en de Bocks Düss-Stdt. — β. Wurstzipfel,
Wostep. Rees-Wesel; Sackzipfel Monsch-Hammer. — γ. kurze, dicke Wurst Rees-Brünen. — δ. Blinddarm des Schweines,
Endep. Rees-Ringenbg. — ε. geformter Käse, fertiger Butterkloss Wippf-Dohrgaul. — ζ. Brot vom eignen Roggen Eup-Raeren;
Pöngelke kleines, hartes Stück Brotende Geld-Aldekerk. — η. Oberbett, Plümo Dür. — θ.
-ø- römische Waage, Schnellwaage, beim Verkauf von Heu u. Stroh gebraucht Heinsb, Eup, Aach [
-u- Aach-Stdt 1836]. — ι. Gewicht, in der Tuchfabrikation Aach-Stdt. — c.
-o- altes, verschlissenes Kleidungsstück, Pl. Lumpen, Zeugfetzen Bergh-Hemmersb, Kemp, Kref, Geld, Mörs;
-ø- Neuss, Geld-Straelen, Rees;
-əlšən Sol. RA.:
Schun Fraulü on alde P.ə bliven üəverall an hange Allg.
En Pöngelschen (Läppchen)
dröm schlonn etwas beschönigen Sol. — 2. übertr. persönl. a. ein eingewickelter Säugling Gummb. — b. verächtl. α. lästiges, freches Kind,
ene verdammte, freche, verwännte P., aber auch kosend
dat klen Pöngelche, ene leve P. Allg. — β. ein Mädchen, ein Weib mit jeder Unart;
ene decke P. dickes Weib;
ene drecklige, freche, fule, egensennige, engebeldte, huffärdige, stolze, domme P. Rip, NBerg, SNfrk, Rees-Lackhsn;
ne Burep., verschängelierde P. Bauernmädchen mit unmoderner Kleidung Aach-Stdt. —
P. auch ein gewöhnliches, schlechtes Weib Köln-Stdt, Düss-Stdt. — γ. lästiger, frecher, schlechter Kerl,
ene schlete, leəge P. Erk, Heinsb, Kemp, Elbf. — δ. eingebildeter Kerl Wermelsk;
kahle P. Heinsb-Millen Oberbr. — ε.
rauhe P. roher Kerl Bo-Merten, MülhRh-Stammh. — ζ. erbärmlicher Kerl Kref-Linn. — η.
nackse P. armer Mensch Monsch-Strauch. — θ. hergelaufener
M., einer aus dem Gesindel Erk-Stdt, Heinsb-Hilfarth, Kemp-Dilkr. — ι.
Lus-, Fluhp. ein mit Läusen, Flöhen Behafteter Rip, NBerg, SNfrk bis Geld, Mörs. — Abl.:
dat Gepöngel(s) viele, lästige Püngeln.