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possen III

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Eintrag · Rheinisches Wb.

possen III

Bd. 6, Sp. 1036
possen III das auf lat. imputare zurückgehende Wort ist allg.; es zerfällt der Form u. Bed. nach in zwei Geb. α. pǫs(t)ən ‘pfropfen’ Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg (s. Wk. VI 21 die NGrenze); β. ptən ‘pflanzen’ Nfrk (ein schmaler nlrip. Saum psən in derselben Bed. (s. u.) schw.: 1.a. pfropfen, u. zwar Rhfrk, Mosfrk -os-, –ǫ- [Saarbg um Welling Eft Borg Kessl Orscholz Nohn -as-; NSaarbg --; Merz vielfach -(ər)s-; Koch vielfach -s-; Saarl-Wallerfang -osd-; Merz-NLosh --; Becking -ošd-; Saarbg-Fellerich Wawern -sd-; Wehing -a-; am WRand der Eif in Trier, WWittl, Bitb, Prüm, Malm -sd-; ebenso Koch-Gillenbeuren; in Bitb-Baustert Ehlenz Mötsch Neidenb, Prüm Niemshuschd -sd- u. -s-]; in SNeuw -ǫs- [um Dernb Linkenb -a-]; in NNeuw -ǫst- [um Breitschd -a-]; Altk -os-, –- u. meist -sd-; Siegld -os- [NSchelden -sdə]; Rip (schon May-Kell Rieden, Aden (pǫsə Arb Borler), Daun [Bleckhsn Boxbg Gönnersd Winkel psə], OBerg pǫstə, –ǫzst, –ǫust- [Schleid-Bereschd Kall OWolfert pǫusə; Ahrw-Hain -s-; Sieg-Westerhsn pǫustəln; Kriegsd pǫsə; Meind bstə; Dür-Ellen pzsə; Gummb-Berghsn -ost- u. neu potən; Wallef -os-; Becke Hackenbg Müllenb Rodt -ət-; Hesselb -ot-]; NBerg in Remschd pdən, –ərd-; Wermelsk -ǫt-, –out- u. -ət-; Sol-Meigen Gräfr Stdt -t-; Höhschd -ǫd-; im rip. Teil -ǫst-; diese Bed. reicht bis zu der in Wk. VI 21 eingezeichneten L.; zunächst ein Propfreis in einen Spalt des Wildlings einsetzen, heute auch ein Auge einsetzen (uf Aue p.), doch gelten die alten Ausdrücke auch für ‘ein Auge eiusetzen’, wofür durch das ganze Geb. jüngst okulieren gilt, das Wort ist in der Wk. nicht eingetragen; et nägst Johr duhn ich die zween Äppelbäm p.; der schlecht tragende Baum werd rimgeposst, oder eine andere Sorte w. drufgeposst; geposste Kersche, Erbele, Groschele Edelsorte, dicker als die gewöhnliche Sorte dieser Früchte Rhfrk, Allg. RA.: Et Gras steht wie geposs Jül-Daubenr; die Brombeerranken, gestutzt, wossen wie geposst; e wesst wie g. Trier-Mehring. — b. auf andere Dinge u. lebende Wesen übertr. α. Purpele, Pocken p. Impfpocken setzen Rhfrk, Mosfrk (s. genauer Wk. VI 20); Blodern p. Siegld, Waldbr-Dreschhsn Eckenhg Hespert Mennekausen OAgger Odensp Wildbg, Altk-Selb; ungeposste Porpele natürliche Pocken Simm-Stdt (bei Rottm.). — β. ein Stück ansetzen; Schuhe p., anschuhen; Dünger mit Kompost ansetzen; Grombere p. an jede Kartoffelpflanze etwas Kunstdünger streuen; geposste Gr. mit Kompost oder Kunstdünger gedüngte Kartoffeln Saarl-Berus, Merz-Bardenb. — γ. en geposs Hemb Hemd, unten aus wirken Tuch, oben aus reinem Leinen Bo-Muffend. — δ. et Louch (Vulva) p. bei einem Mädchen den Beischlaf ausüben Rheinb-Hilberath. — ε. eich hon et geposst verschlimmert, z. B. eine Krankheit, verschlimmert durch Erkältung, zu frühes Aufstehen vom Krankenbett Trier-Mehring. — ζ. einen Menschen p., in RA.: De werd de nächste Zeit geposst er ist im Wachstum zurückgeblieben May-Kehrig. Mer soll dech p.! damit diese Art von minderwertigem Menschen nicht vergehe (iron. gemeint) Siegld. Mer soll dech op en Holdorn (Hauhechel) p., dat de Art net vergingk! Sieg-Honnef ODollend. De hierscht of e Seidreck geposst! so dumm bist du Birkf-Idar; dau bes se domm, fir op an S. se p. Merz-Haustdt Bardenb. Mer männt (meint), der wär geposst nicht recht gescheit Nahe. En geposster Narr (Noar, Geck) hochgradig überspannter Mensch Nahe, Saar, WEif, Bernk, Kobl, — Aff Kreuzn-Winterbg, — Esel Sieg-Eitorf, — Tölmes Sieg-Böding; rot wie e g. Halbsnarr Saarbr-Sulzb. Gepossden Engelänner verächtl. einer, der sich äusserlich als E. gibt Trier-Stdt. — Geposste Seckämmesse scherzh. grosse Waldameisen Sieg-Eitorf. En gesalz Hohn schmack besser bie en geposste Rollmops Neuw-Buchholz. — 2.a. pflanzen (Bed. 1 s. Wk. VI 21) Verbr. NLRip, Nfrk n. der L. possen ‘propfen’ (Wk. VI 21) (südl. dieses Geb. herrscht setzen), u. zwar lrhn. in dem Teile südl. der Benr-L. psə, –ǫus- [Dür-Geich --; Bergh-Manh, Dür-Weisw -ǫust-; Bergh-Frohnhf OEmbt Quadr, Jül-Hamb Gevelsd (bstə) Stetternich Welld, Neuss-Stürzelbg -st-]; n. der L. lrhn. u. rrhn. ptə, –ə-, –ōə- [NBerg ö. Mettm-Langerf -ūăt-, –ōt-; Mettm-Velbert -ōt-, –ǫd-; Lennep-Radevormwald, Ess, Rees-Ringenbg Schermbeck, Geld-Sevelen -ǫt-; flekt. im ganzen Geb. du pǫts, he pǫt, ge pǫt; Prät. pǫdə (Selfk -a-), pǫtnə, Part. jəpətə (usf.); Erpel, Buəhne (Selfk meist sette), Plante, Blome, ene Bom (Bosch) p. Allg.; Knolle p. Runkelrübensamen säen Monsch-Simmerath, Aach, Bergh-Bedbg, Grevbr, Neuss, MGladb-Korschenbr, Kemp-STönis, Mörs-Utfort. RA.: We decke Buəhne well ete, mot en de Märt (März) et P. nit vergete Allg. Wer jet han well, mott mem P. warden bös em Aprel Sol. Weə welt genieə (geniessen) bei Tiən (Zeiten), de mot p. Kirschen on Win (Wein) Kemp-Breyell. Dat darf me nit seien (säen u. sägen), äwwer p. Elbf. (Der) Bom p., Bömmke p. Kopf stehen, im Spiel; he pott der B. [so auch Selfk, aber für ‘den Baum pflanzen’ meist setten] SNfrk, Geld; krangsöm B. p. Purzelbaum Erk-Elmpt; Bire-, Perebömmke p. Kemp-Stdt UWeiden; ne Birbom p. Bergh-Hüchelhv; de Tömmelöt p. Purzelbaum MGladb-Rheind, Erk-Genhf. Ech schlonn dech, datste der Bom potts! Erk. Einem Kinde Bohne p. mit dem Daumenknöchel auf den Kopf drücken SNfrk, Klevld; Nüət p. Geilk, Dür-Pier. De het de Bart geposs der Bart keimt Dür-Golzh. Sech Lüs en de Pelz p. schlimmen Gedanken nachgehen Kemp, Mörs; he hät mej en Flohj en de Uhre gepott Geld-Walbeck. Der Hahn geng erus freie en de Probsteie; do soss en alt Möhnche (Muhme), dat kevverden (enthülste) de Bönnche; do sat (sagte) ich: gef et mich at drei: en, für ze p.; en, für ze kouche; on en floug der Hemmel erop usf. Aach-Eschw. — b. übertr. α. ech han öhr jet derhergepott meine Frau geschwängert MGladb-Rheind. — β. ich pot er dich en (e paar) (en't Gesecht)! versetze dir eine Ohrfeige; enem en paar öm de Uhre p. SNfrk, Geld, Mörs. — γ. sek in de Ecke faste p. sich in der Ecke fest setzen Lennep-Radevormwald; poten! Ruf beim Klickersp., der es dem Rufer erlaubt, die Lage seiner Klicker zu ändern Mettm. — δ. etwas derniərp. unsanft hinwerfen Kemp-Amern SGeorg; Küllke p. Klicker in eine Kaule stucken (s. d.) MGladb. — Abl.: die Posserei, dat Geposs.
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Cotta, M. (2026). „posseniii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/posseniii/rhwb?formid=P06229
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Cotta, Marcel. „posseniii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/posseniii/rhwb?formid=P06229. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „posseniii". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/posseniii/rhwb?formid=P06229.
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