Eintrag · Rheinisches Wb.
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Platz III das Wort, mhd. plaz, platz, mnd. plas, mndl. plaetze, ndl. plaats < frz. place, mlat. placea, platea entsprechend, ist allg., u. zwar Rhfrk -ats im selben Orte m. u. f. oder m. u. n., Pl. bei f. -atsə, bei m. -ęts, bei n. -ętsər u. -ęts, doch vielfach, je nach Geschlecht in der Bed. verschieden, z. B. Birkf-Idar m. wie nhd., f. Fleck, z. B. am Körper; Wend-Dörrenb m. wie nhd., n. Fleck Erde, z. B. Erdbeerfleck im Walde [Saarbr, Ottw -a- u. -ę- m., Pl. -ę-; n. Pl. -ętsər; Saarl hat in Düppenw Hüttersd Primsw Limb Dorf Stdt Siersd Büren Itzb OLimbg Rehling Becking -a-, sonst -ę- (der Dat. -ęă-) m., f., Pl. -tsə, n. -ętsər]; Mos -ats f. u. m. [NWSaarbg, Trier bis Bernk, WWittl, Bitb, SPrüm -ā-], Pl. -tsə(n) u. selten -ęts (-E-)]; Rip -ā:ts f., Pl. -tsə (für Sitzplätze -ęts, seltener -E:-); diese Form reicht bis Heinsb, Erk, Grevbr, Neuss, Düss [Monsch, Eup, WJül, Aach, SGeilk -ā:tš f., Pl. -tšə]; Berg ö. Ürd-L. -ātsə f. [Gummb daneben -ats, –ā- m.; Elbf -ātsə u. āts f.], Pl. -tsən (für Sitzplätze -ętsə); der Dat. Sg. RRip u. Berg -ā:tsə(n), –ā-; MGladb, Kemp, Kref, Geld, Klev -ats f. [Mörs, Rees -ā-; Geld, Klev auch -ę- bes. für Hofraum, während -a- wie nhd.; doch gibt es Orte, die für jede Bed. -ę- haben], Pl. -tsə(n); Demin. überall mit Umlaut -tsχə(n), –tskə. 1. wie nhd. a. lat. campus. α. et gemänen Pl. der Gemeindeplatz, Dorfplatz Saar; gemaner Pl. WBitb; se gehn uf et Plätz lassen sich auf dem Rathaus bürgerlich trauen Saarl-Hostenb. — β. ene (halve) Morgen Pl.; en Viertsl Pl.; en half V. Pl. ein Morgen (Viertel Morgen) Land Schleid, Monsch, kurköln. Neuw, Sieg, Erk-Bellinghv; en Hauf (Haufen) Pl. einige Ruten Land Neuw-Asb. — γ. -ę- Hofraum für häusliche Geschäfte Mörs-Xanten, Geld, Klev; -ā- Rees (Hoff Garten unmittelbar hinter dem Hause); de Pl. för, newen, achter't Hüs. — δ. -a- (nicht -ā:-) Rathaus in Köln; nom Pl. gohn sich bürgerlich trauen lassen; om Pl. traue; he schrif om Pl. ist städtischer Beamter.; de Häre vum Pl. Rathausbeamte; -a- (nicht -ā:-) Kirchplatz in Erckörrenz; op der Pl. (-ā-) ein Pl. in Trier-Stdt; om Platze (-a-, nicht -ā-) Ortsbezeichnung eines Hauses in Gummb-Wallef. — ε. in Zs. wie Bau-, Bleich-, Holz-, Mist-, Kirmes-, Mart-, Schul-, Spiel-, Turnpl., auch en Pl., für ze baue, — für Holz usf. Allg. [im Rip, wo -ā:- f. gilt, herrscht meist -a- m. nach dem Nhd.]. — b. lat. locus, Stelle, wie sie ist oder sein soll. α. im allg. Sinne; en schün (net) Pl. (Pläzche), für sech dohin ze setzen (ze legen, ze stohn); die Pl. es wie gemach für en Geschäf; ken Pl. han; Pl. mache rücken; de Pl.ə wessele (wechseln), — rüme (räumen) Rip, Allg.; de vaəs Pl. krige erklärter Liebhaber werden Eup; jet an de richtige Pl. zoröckbrenge; et hät an (op) drei Pl.ə gebrannt; setz dech op (an) deng Pl. an den Dösch! Rip, Allg.; a Pl. siə zur Stelle sein; das Herz auf dem rechten Fleck haben; dat Mädche hat em Zemmer alles a Pl. gesatt aufgeräumt Aach; of känem Pl. nirgends, of alle Plätz Neuw, Allg.; jet of seng Pl. dohn an Ort u. Stelle, einordnen; he deht nüs op seng Pl. ist ein unordentlicher Mensch Rip, Allg.; op de leəg (ledige) Pl. kike auf die leere Stelle sehen, wenn jmd. gestorben ist MGladb-Hockst; de es of der Pl. ein ganzer Mann auf der richtigen Stelle Bernk; dat hält den op der Pl. auf der Höhe Bitb-Dudeld; dann well eich of der Pl. sterwen (leie bleiwen)! Beteuerung Trier, Allg.; er schoss en op der Pl. dut Rip, Allg.; of em Pl. komme eiligst k. Kobl-Vallendar; gohn es ut der Pl.! aus dem Wege; he gung uter Pl. er blieb stehen Ruhr; de Arbicht (et) geht him aus der Pl. die Arbeit geht flott von statten Bitb-NWeis; de Ochsen brengen de Wun (Wagen) net vun der Pl. Bernk, Allg.; sich en's Pl. stelle in die Lage versetzen Saarbr; ech well net van der Pl. goəhn! wenn das nicht wahr ist, Beteuerung MGladb, Allg.; ich soll von dem Pl. nimeh megen! dass. Saarbr; e kimmt net vu der Pl. nicht voran in der Arbeit Westerw; de kan (net) va Pl. komme (nicht) flott arbeiten MGladb, Grevbr, Trier; mak ens jet va Pl. arbeite voran Erk-Bellinghv; et geht (net) va Pl. die Arbeit geht (nicht) voran MGladb, Erk, Heinsb, Kemp, uWupp 1870. — RA.: Bei döm es geng Pl., för ze schulle (Schutz suchen vor dem Regen) der kennt kein Mitleid Aach. De Pl. es do Bartflaum zeigt sich Saarbg-Beurig. We opsteiht, dem de Pl. vergeiht; opgestande, Pl. vergange; widdergekumme, nicks gefunge (an en Uhr geschlage Dür; wer widderküt, mer an en Uhr schleht Eusk-Billig; we sich neddersetz, de mer an't Back schleht Eusk, Bo; werrgekomme, necks gewonne Geld) Köln, Allg. (auch zu 1 b δ). Wer of Metz wor, hat sein Pl. verlor dass. Saarl. E got Wort fänd (findet) ömmer en gou Pl. Eup. De (Faulenzer) secht (sucht) de schwarz Plätzche ger (den Schatten) Prüm-Burb, — de schw. Plazen Bitb-Seimerich. Ech han Pl. en der Täsch sagt der Spieler, der beim Spiel verloren hat Ahrw-Sinzig. Der Hagere hät net emol Pl. für Buchping (Leibweh) Rip. Wann mer neist iess (ässe) un n. zerriess (-risse), hätt mer leicht e Pläzchen, wu mer hin siess (sässe) Trier-Schleidw. Wat mäckt mer təiərscht, wenn du et Morges ut dem Bett opstehst? En leddige Pl. Grevbr-Herrath. Wat ose Herrgott an der eng Pl. nömmt, get heə an de anger dubbel wiər Aach. He hät et Mull un et Wort ane Pl. er weiss sich zu verteidigen Kref-Lank. Steəhte noch op de nämliche Pl.? Scherzfr., wenn jmd. erzählt, er sei in Köln gewesen u. habe den Dom gesehen Aach, Rip. Das Mädchen kehrt möm Besem op ener Pl.ən es kommt nicht von der Stelle Sieg. De hät de Mul op de rechte Pl. Köln, Allg., — op ene verschlouche (schluchige) Pl. er schlaucht gern Rip; er hät den Kopp kes (niemals) om räten Pl. er handelt unüberlegt Wippf-Linde. Wat mer op ener Pl. hasst (nicht gern hat), dat find mer op der anerer erum (wiederum) an keiner Stelle ist es so, wie man es wünscht Bitb, Aach (lett lässt). Alles op sinn Pl., de Kerk medden en et Dörp Mörs. Et Glöck (Onglöck) steiht op ner kleinen Pl.ən (om klene Plätzken) Sol, Elbf, Lennep, Klev. Wohin gehst du? Antw.: Of die Pl. Simm-Leideneck; op de Pl. Bitb-Fliessem, Bo-Kessenich; bes of de Pl. Saarbg-Cahren. — Al Pl.ə! Ruf, des Klickerspielers, der seinen Klicker auf jeden ihm gelegenen Pl. legen will Bo-Wesseling; Plätzkes! Aufforderung, den Pl. beim Spiel zu überlassen Erk; Plätzken (Plaze) verboden! wenn man an einen reichen Waldbeerplatz kam u. sich das Recht des Entdeckers sichern wollte NBerg; Plätze v. u. mines Plätzken! Mettm-Cronenbg. — β. geckig Plätzche(n) die empfindliche Stelle am Ellenbogen Simm, Goar-Dörth, Kobl-Kettig, Koch-Gamlen Kaifenh, Bernk-Bollenb Hochschd Horbr Kleinich, Trier, Bitb-Herforst Wiersd, Daun; narrig Pl. Bernk-Hilschd, Zell; dordig Pl. Saarbr-Überhf; verkihrt Pl. Aden-Jammelshf; richtig Pl. Birkf-Herrst; dumm Pl. Koch-Roes; krebbelig Plätzke Klev-Goch. — γ. blets(χ)i Kinderbett Meis. — δ. Sitzplatz im Saale, Theater, in der Kirche; hierbei übernimmt das Wort gern (nicht immer) den Vokal (Kürze, wo sonst Länge) u. das Geschlecht m. (statt f., n.), während der Sitzplatz z. B. am Tische die mdl. Lautung u. das mdl. Geschlecht behält; es noch en Pl. für mech do; nemm Pl.; behal doch Pl. (bei diesen Sätzen auch -ā:-, –ā- wo dies sonst gilt); de Plätz en der Kirch sen all vermet (vermietet) Rip, Allg. (es kann also heissen: Raum, es noch Plāz für mech do? ein Sitzplatz, all Plätz (im Saale) wore besatz: all Plāze w. b. etwa alle freien Dienststellen, Gebiete im Walde etwa; auch in der Angabe der Reihenfolge, z. B. in der Schule herrscht dasselbe Verhältnis; ech han den irschten Pl. (-a-) en der Schull (es kann auch plā:ts heissen) Rip, Berg; Pl. no achtern Rücksitz Dinsl; -ā:- der Stand der Kühe im Kuhstall Bo-Ippend. — ε. Dienststelle; use Jong hot en gout Pl.; et wuhnt zehn Johr of der nämliche Pl. Bernk, Allg.; wenn ech et op en Pl. sat bön, gohn ech no er andern Heinsb, Allg.; küs de dann wiər, dann komm, deng Pl., die es ömmer op! der Herr zum Knecht Rip; e es sich no Kölle en Pl. söke Mü-Eif, Allg.; hei es geng Pl. keine Arbeitsgelegenheit Aach; hötts de mär (nur) en anger go Pl.! ich wollte, ich wäre dich los Aach-Berensbg. — Auch der Heiratende kregt en got (schlecht) Pl. in der Familie, in die er (sie) hineinheiratet Allg. — ζ. mit dem Pron. possessivum verb.; an deiner Pl. oder an der Pl. vun dir wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich .. (Saar, Trier, Bernk auch en (in), Goar im Pl. vun) Mosfrk, Allg.; du könns wahl a menger Pl. no Kölle fahre; Ann es a menger Grossmotter ihr Pl. an de Dof (Taufe) gegange Rip, Allg.; gih o meiner Pl. statt meiner; eich gihn ön der Pl. von dem Trier. — η. hervortretende Stelle in sonst gleichartiger Umgebung, z. B. nasse Pl.ə im sonst trockenen Feld; fette Pl.ə Geilstellen in der sonst ebenmässig wachsenden Wiese; of Pl.ən stellenweise, hier u. da; Pl.ə Flecken am Körper; Plätz of der Stier (Saarl); en Pl. em Gesöch Muttermal (Prüm-Burb); den nauen (neuen) Hot hat schu Pl.ən (Merz); Pl.ə om Kopp haarlose Stellen; Pl.ə em Stoff Flecken, abgeriebene Stellen, Fettflecken in Kleidungsstücken; wat hot de Pl.ən an (in) der Bocks! (Trier); Wasserlachen, Blutlachen auf dem Boden; met Pl.ə stellenweise (Rip) Verbr. ist diese Bed. ziemlich allg. [Waterpl. Wasserlache, Blutpl. Blutlache Geld]. — c. lat. spatium, freier Raum; enem Pl. mache dass er weiter gehen kann, im Bette; he es noch Pl.; se han ze winnig Pl. en dem Hus Rip, Allg. RA.: Wo du Pl. häs, han ech noch lang Pl. Antw. auf die Aufforderung: geh weg Sieg. Do langes (längst) es mihr Pl. wie drop! beim Verfehlen eines Zieles Kref. Beschwert sich ein Kind über zu wenig Pl., sagt die Mutter: Hätts du suvell Pl. em Hemmel! Rheinb-Queckenbg. Pl. vor e Mann, 's kummt e Mick! wenn ein kleiner Mann daherkommt Saarbr. Jedder Hahn hät genog Pl., te kirchen (heiraten) op sinne ege Mäs (Mist) Erk-Schwanenbg. Pl. holles! Zuruf beim Klickersp., der dem Rufer erlaubt, von erhöhter Stelle aus zu schnellen Koch-Pommern; verplazes! der Spieler darf seinen Schnellklicker nicht anderswohin legen, wenn er selber nicht vorher gerufen hat: op de meng! Schleid-Urft. — 2. in adv. Verb. a. an de Pl., am Pl., an Pl., a Pl. u. einfach Pl. anstatt; frz. à la place; bett dech an die Pl.; komm an de Pl. on help mir jet drage; de süff Wing pl. Bier; pl. en Appelbom satt he en Kirschbom; fahr duə (an (de)) Pl. menger no Kölle Rip u. so Saar, Mos, Eif, u. nach N. Eup, SNfrk bis Geld, Mörs u. Rees, NBerg [em u. en't Plätz Saarl; en's Platz Saarbr; ich gehn en't Plätz meiner Schwester Saarl; a u. ə(n) Pl. u. on de Pl. Prüm; ęn de Platsch Eup; e Pl. Selfk; va Plätz Geld-Nieukerk; fir die Pl. Goar-Weiler]; im SNfrk da, wo 1 -a- lautet, l. dies Pl. –ā:-; als Konjunkt.; dat Keind spällt en maschelt e gen Eəte, en de Platsch föra te eəte Eup, Allg.; de löf, plaz dat e geht; pl. dat de he ligs, gengkste nötzer ärbede Rip, Allg.; beter wat gedohn, va Plätz ane Hecken herömtestohn Geld-Nieukerk. — b. op (of) der (de) Pl. sofort; op de Pl. küste jetz! Rip u. so Saar (of em Pl.; of et Plätz), Mosfrk, Rip, SNfrk (vo Pl. Heinsb-Arsbeck).
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Cotta, M. (2026). „platziii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/platziii/rhwb?formid=P05075
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Cotta, Marcel. „platziii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/platziii/rhwb?formid=P05075. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „platziii". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/platziii/rhwb?formid=P05075.
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