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pitschen III

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Eintrag · Rheinisches Wb.

pitschen III

Bd. 6, Sp. 893
pitschen III das Wort, eine Abl. zu picken, ist n. des rhfrk. Geb. mit pętsə (s. d.) allg. lrhn. bis Geld-Wachtendonk Aldekerk, Mörs-Neuk, rrhn. bis einschl. Ruhr; nur am ORande in Siegld, OAltk, Waldbr, OSieg pitsən, –e- (s. d.); n. der NGrenze gilt knīpə, –i- im Klevld, das auch im SNfrk, Berg stark neben p. steht, während das Rip kn. in übertr. Bed. hat. — Formen: meist petšə(n); -i- meist Hunsr, meist Berg, meist Kemp, Geld, Mörs; -ø- Trier-Mos, WBitb, in May hier u. da; -ī- Monsch-Hammer; betšə Schleid-Blankenheimerd; pekš- Monsch schw.: 1.a. zwicken, kneifen, klemmen Rhfrk, Mosfrk, Rip, im SNfrk in Geilk, Heinsb, Erk, MGladb, s. 1 b. α. mit persönl. Subj.; de petscht (enen) gern; de Kribs p.; Motter, use Jusep hät mech gepetsch; he hät mech en de Arm g. met sengen Nägeln; sech p. die Finger zwischen Türen (usf.) klemmend pressen Rip, Allg.; loss mer nouch es p.! den Holzhebel bei der Pitschkelter andrehen Siebengeb.; mer kann Wort verstehn, duhr et Maul zesammep.! Simm; get bejep. (beieinander-) Eup, Allg. RA.: Die Hexe hommich gepetscht wenn man blaue Flecken am Körper hat u. nicht weiss, woher sie stammen Simm. Dat dicken Krott (Kröte) pitsch! Ausr. des Ärgers über einen Simm-Laub. Do bes vum Hahn gepetsch! dumm Köln. De es mem dolle Bömmel (Klöppel der Glocke) g.! dass. MülhRh-Holweide. Et nutzt alles grad soviel, as wemmer en Ochs in't Hore pitscht; dat es mer eso gleich, wie em Ochs, den mer in't H. p. Rhfrk, Mosfrk. Petscht üch net! langsam, täuscht euch nicht Aach, Dür. Petscht üch net, se hat ene Jack a! hütet euch, sie ist ein Frauenzimmer Aach-Stdt, MGladb. De Kratz-mech on de Petsch-mech gingen üvver de Bröck; de Kr. platscht en de Bach; we bleff drü (trocken)? antwortet der Gefragte: P., so kneift ihn der andere MülhRh, Verbr. mit Var. (Etsch-mich un P. Wittl-OKail; Haumich on P. Verbr.). — β. mit sachl. Subj. klemmend, schmerzhaft pressen; de Schohn (Schuhe) p. mech drücken mich, da sie zu eng sind; zwickenden Schmerz verursachen; de Hänn (Fengere, Uhre) p. mech bei starker Kälte; de Gech (Gicht) petsch mech; dat petscht tut weh; et petsch es schmerzt zwickend, stechend Rip, Allg. — b. einen mit einem spitzen Gegenstand leicht stechen, auch, von Insekten; de Destel (Dorn udgl.) pitscht; ech han mech möt der Nold gepitsch Verbr. ist diese Bed. da, wo für Bed. 1 a meist knīpə gilt, also NWErk, Geld, Kemp, Kref, Neuss u. Berg, weniger im Rip, nicht in den andern Geb., wo stechen herrscht. RA.: Krup ens dur en döre Heck (Dornhecke), on dann sägg ens, wat för'n Dore dech gepitscht hät! Geld-Wachtendonk. Dech hät wahl och en Fluh gepetsch du bist nicht bei Trost Sol-Langenf. He (hier) hät sech ene en de Därm g. er hat gefurzt Düss, Kemp-SHubert UWeiden. — 2. übertr. a. schlachten, in der Kinderspr. Sol-Ohligs. — b. Ostereier p., kippen (s. Wk. IV 15) Mörs-Budbg Capellen Rheinkamp. — c. absol. den Klicker kurz, zurückhaltend schnellen Düss-Stdt, Ruhrort, Bo-Waldrf, Schleid-Hellenth, May-Polch [bitšə Kreuzn-Boos]; Mürche p. den Klicker gegen eine Mauer werfen, dass er zurückschnellt u. etwa schon daliegende Klicker trifft Dür-Poll, Eusk-Commern; einen Kl. p., treffen, ech han en (dech) gepetscht Kref-Stdt [gəbitscht Kreuzn-Dhaun, Saarl-Hüttersd; -e- Ottw-Neunk]. — d. engem e Og p. einem zublinzeln, heimliches Einverständnis bekundend, auch met en Og p.; he hat mir hemlich on stell (su stellches) en Og (Ögelche) gepetseh Aach, Geilk-Baesw Prummern, Jül, Malm; en Äugelche p. Köln-Stdt; enem en Og p. Schleid, Daun, Prüm, Wittl-Meerf Olkenb, Saarbg-Wincheringen, May-Wierschen (s. weiter bei zu-pitschen). — e. Pocken p. impfen Kref-Stdt (s. Wk. VI 20). — f. absol. α. am Preise abzwacken Selfk, Eup, Schleid-Hellenth; knausern Schleid-Hellenth, Aach, Geilk-Honsd; wuchern Prüm-Mürlenb 1860. — β. schlecht schreiben, kritzeln Köln-Sinthern, Dür-Stdt, Jül-Inden, Monsch-Zweifall. — γ. künsteln, kutzeln Erk. — δ. spitz, wenig trinken, nippen; de petsch on p. on drenk net mih wie ene Föngerhot voll; petsch es an dem Glas Rip, Grevbr, Neuss, MGladb, Sol, Neuw, Koch-Cobern, Goar-Wiebelsh. RA.: Vom P. kann me och voll weəde vom Probieren kann man auch betrunken werden, das Wenige kann einem manchmal verhängnisvoll werden Neuw-Dattenbg. — Ohne Hunger essen, nur so am Essen stochern Mettm. — g. einen p. α. betrügen; der N. het den alen Mann schlimm gepitscht Gummb-Berghsn, Neuw-Datzeroth. — β. ihn sticheln uWupp 1870. — γ. ihn quälen, in der Zwangslage halten; sich p., sich quälen Selfk, Aach-Merkst. — δ. sich p., sich durchzwängen Monsch-Hammer (pī-), Schleid-Blankenheimersd (be-). — h. einen p., einen (Alkohol) trinken; he hät sich enen gepetsch; ech gohn noch ene p.; loss mer noch enen p.; he hät ene ze vill gepetsch; gestern Ovend hammer enen goden (schweren) g.; en Flasch p. Rip, Berg, SNfrk, Prüm, May-OMendig, Goar-Weiler OFell, Bernk-Mülh, Saarbr-Breb Sulzb; -ī- Trier-Kell, Saarl-Niedaltorf Piccard Schaffhsn Überherrn Wadgassen, Ottw-Schiffw, Wend-Werschw, Birkf-Mackenr; -ētš- Saarbr-Stdt (u. -itš-). — i. p. gohn weglaufen Bo-Walberbg, Dür; futtp. fortschleichen Aach-Stdt. — Abl.: die Petscherei, dat Gepetsch, der Petscher.
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Cotta, M. (2026). „pitscheniii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pitscheniii/rhwb?formid=P04351
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Cotta, Marcel. „pitscheniii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pitscheniii/rhwb?formid=P04351. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „pitscheniii". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pitscheniii/rhwb?formid=P04351.
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