Eintrag · Rheinisches Wb.
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picken III das Wort ist für Bed. 1 allg., u. zwar pikə(n), pe- [Rhfrk, Mosfrk pigə, pegən]; doch bigə Saarbg-Castel; bekə Dür-Geich, Aach-Stdt u. Ld, Erk-Grambusch, Heinsb-Karken, Mörs-Xanten; pēkən, –gən Trier-Mehring, Prüm-Rommersh; -ø- Trier-Stdt, WBitb; pigə 1 a α; aber -ē- 1 a β Saarbr-Sulzb Völkl, Simm-Schlierschd, Zell-Sohren, Koch-Hambuch schw.: 1.a. von den Vögeln, bes. den Hühnern. α. mit der Schnabelspitze hacken, mit der Schn. hackend Nahrung suchen u. aufnehmen; de Hohner p. sech; en Hohn peck dat andere fort; dat freche Hohn hät mech en de Hand gepeck; de Vügel (Hohnder) p. ihr Foder (de Körner) Rip, Allg. RA.: Gangk p. (essen), wo de geschoəre has (gearbeitet hast)! Monsch-Witzerath, Dür-Pier, — wo de och gekratz häs! Eusk, Rip, Kref; de kann de Mettig p., wo hen de Morge gekratzt hät Prüm-Reuth; wo me schrabbe geht, moss mer och becke Aach-Warden; wor gej gött hecke, dor g. ock mor p. Klev, Geld. E kann möt den Hihnern Dreck p. gihn hat keinen Verdienst Trier, Mosfrk; de hat met de Hehner em Dr. gepeckt ist sehr schmutzig Koch-Bremm. De Hihner p. em noch et Brot aus der Hand er ist so einfältig, dass er sich alles gefallen lässt Trier. E Hohn kann mih userenp. (auseinander-), wie ne Hahn zesammeschiərt Bo-Hemmerich. A.: Ek kann alles! B.: Ock Drit (Scheisse) p. wie den Hahn? Mörs-Neuk, Dür-Frauwüllesh; ock in den Dr. p. wie ennen Hahn? Mörs-Rheinbg. Et (das Mädchen) hat Wand gepeckt (wie die Hühner im Winter im Stalle von der Kalkwand p., wenn sie bald wieder Eier legen werden) es tritt aus seiner Zurückhaltung heraus u. schliesst mit jungen Burschen Freundschaft; die erste Liebe erwacht in dem reifenden Mädchen Malm, Schleid; der Bursche geht W. p. freien Eusk. Der es su domm, dat de Hohner en p.; de H. gohn an en p. Eif, Westerw, Siegld-Obersd. Of en krank Hohn p. de annern all Mos. Die Hohner p. sich scherzh. von Frauen gesagt, die sich aus kleinlichem Neide oder Eifersüchteleien zuvorzukommen suchen Bitb-Geichl. — β. der Hahn pickt dat Huhn tritt u. begattet es, et H. es gepickt gen Rhfrk, Mosfrk, Rip, MGladb. RA.: Domm Hohn, loss dich p.! zu einem einfältigen Mädchen Merz-Bergen, Saarbr. — γ. in folg. Wend. übertr.: Er is vum Hahn gepickt närrisch Saarbr, Ottw, Nahe, — vom Reiler H. g. Wittl-Dörrb, — vom Lämmes g. Saarbg-Castel, Bitb-Körperich, Kobl-Bend, — vun ener Fluh g. Köln-Ehrenf, — in de Here (Gehirn) g. Zell; de is g. in de Here un verwärrt in de Därm Simm-Laub; de es en de Fott (Gesäss) g. er fühlt sich getroffen, ist enttäuscht Kref, Mörs; der es g. närrisch, eingebildet Saargeb., Saarl, Nahe, Simm, Daun, Sieg-Fussh, Gummb-Berghsn, Ess; dar is e gepeckter Narr Meis; der es lichte g. leicht beleidigt Altk-NFischb; de ös jet g. leicht erregt, zornig Mülh-Rh-Hoffnungst. — b. vom Menschen. α. einen, sich p., sich stechen; du moss mech net met der Nol (Nadel) su p. (dies selten); he hät sech möt (en) de Nol en de Hangk gepeck (dies allg. gebräuchl.) Rip, Allg. RA.: He hät sech en der Därm gepeck hat gefurzt Bergh-Hüchelhv. — β. sticheln, auszanken; sej pitzen on p. on packe sich gern Geld; de kannst mer lang p., bis de mer an de Here (Gehirn) kimmst! sagt der, der durch Sticheleien nicht leicht aus seinem Gleichmut zu bringen ist Simm-Laub; meist op enen p. auf einen in feindseliger Absicht hacken, ihm mit Worten zusetzen; die p. op enen, wann se enen sehn; die han su lang op mech (eröm) gepeck, bes ech rosen (rasend) wuerd Rip, Allg. (weniger Rhfrk, Mosfrk) [May-Stdt -ē-]. — γ. de peck jo nur; he peck dran (dröm) eröm; he peck en dem Essen (eräm) isst ohne Appetit, wählerisch, langsam Rip, Allg. (Rhfrk, Mosfrk mehr pideln). RA.: De peck wie e Hohn (e Vügelche) Rip, Allg., — en Kroh (Krähe) Sieg-Siegbg, — en Mösch (Spatz) (an em Perdsköttel) Köln, Bergh. — Nüs ze becke ha keine Einnahme haben Aach. Äne becke einen Schnaps trinken Neuw-Datzeroth. — Krinten (Korinthen) un Rosinen ut dem Kuken (rut) p. OBerg, Allg. (Rhfrk, Mosfrk mehr herauspideln). — An jet (heröm)p. ohne Ernst, Fleiss, Fertigkeit, mit schlechtem Werkzeug arbeiten; an kleinen Wundkrusten herumkratzen Rip, Allg. RA.: So pickt er an dem Holz wie e Specht Bernk-Stipshsn. — c. mit sachl. Subj. α. de Nol (Nadel) hät mech gepeck Rip (selten). — β. et peck mech (he an der Stell) ich habe ein stechendes, kratzendes, juckendes Empfinden Saarl, Rip. — 2. besondere Bed. in besondern Geb. a. im Spiel. α. Ostereier p., kippen; komm, mir p. emol, dau fingscht an, Spitz uf Sp. un dann Arsch uf A.; mit Eier p. Verbr. nach Wk. IV 15 Nahe, Simm-Dickenschd, Bernk-Veldenz, Trier-Braunshsn, dann Monsch, Eup-Raeren, dann Ruhr, n. Ruhr, Klev, Mörs. — β. mit einem grösseren Klicker auf den des Gegners zielen u. werfen (nicht schnellen oder rollen), dabei die innere Hand nach oben gehalten, der Wurfkl. durch die Luft fliegend; auch den Klicker ddes anden, den Gegner p., seinen Kl. treffen Verbr. zunächst geschlossen in Saarbr, Ottw, Wend, dann vereinzelt noch Kreuzn-Bockenau, Simm-Klosterchumbd Sargenr Schwarzerden, Trier-Braunshsn Mettnich, Saarbg-NZerf Wiltingen (hier ‘schnellen’), Bernk-Zelting (hier auch en Bohn p. mit einer Bohne die im Kreis eingesetzten Bohnen herauswerfen), u. dann geschlossen Aach, Geilk, Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr (mit Ausläufern nach Bergh (Esch), Dür-Stdt (be-), Schleid-Wildenbg), Kemp, Mörs-Xanten Birten, Geld-Aldekerk Straelen, Klev-Stdt, Dinsl-Oberhsn, u. dann mit dem Pickhäuer p. in Gummb-Schwarzenbergisch, Sol, uWupp; das Spiel der Art heisst im rhfrk. Teil Pickches (spiele); herutp. Klicker aus dem Einsatzkreise herauswerfen SNfrk, hier auch besondere Spielarten bes. bezeichnet: Küllke p. jeder Mitspieler legt eine bestimmte Anzahl gewöhnlicher Klicker in die Kaule, dann werfen die Spieler vom Malstrich aus der Reihe nach mit dem dickeren Kl. in die Kaule; die Kl., die sie herutp., gehören ihnen (andere Art s. bei Kaule); Strickske p. nach den auf einem Strich eingesetzten Kl.; Kreis (Pärk, Penneng) p. nach den im Kreis, Dreieck (usf.) eingesetzten Kl.; Höppke (Kupp) p. auf die in einem Haufen eingesetzten Kl; Mürke (Wangk, Stensche) p. den Kl. gegen eine Mauer (Wand, Stein) werfen, dass er zurückschnellend die andern dort liegenden Kl. der Mitspieler trifft SNfrk; Dümmkes p. mit untergelegtem Daumen schnellen MGladb-Rheind Rheydt; Füske (Fäustchen) p. Odenk; im SNfrk auch mit andern Spielgeräten werfen, ech peck der Ball op dat Dak; ech peck met en Kei (Wurfstein); Rufe beim P.: Üəverpeckes! der Rufende darf nun über den Kl. des andern wegwerfen Geilk-Randerath; peckes huəch oder h. peck(es)! er darf vom Knie aus, vom Auge aus auf die unten liegenden Klicker p. MGladb; peckes! ich habe deinen Kl. getroffen Geilk-Würm; peckes ohne reckes! Spannen gilt nicht, du musst direkt treffen MGladb. — γ. die einzelnen kleinen Kegel auf der Pickbahn mit dem walzenförmigen Wurfgeschoss (herut)p.; zu dem Spiel gehören drei Parteien, an deren Spitze je ein Kangktenmiəster (Kantenmeister) steht; der ganz kleine Kegel im Vordergrunde heisst die Kangkte, er muss zuerst gepickt werden; die beiden äussern Kegel heissen Örder (Ecken) Mettm-Cronenbg, Elbf, Remschd (s. kitten). — b. mit leichten Schlägen schmieden Elbf; den Kessel p., den Kesselsteinansatz im Innern abklopfen; Rost an Eisenteilen a. Rheinschiff. — c. Unkraut p., ausreissen, jäten Bernk-Gonzerath. — d. borgen Elbf. — e. a Pris p. fast für nichts verkaufen Erk. — Abl.: die Pickerei, dat Gepick(s).
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Rheinisches Wb.
picken III das Wort ist für Bed. 1 allg., u. zwar pikə(n), pe- [Rhfrk, Mosfrk pigə, pegən ]; doch bigə Saarbg-Castel ; b…
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Cotta, M. (2026). „pickeniii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pickeniii/rhwb?formid=P03388
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Cotta, Marcel. „pickeniii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pickeniii/rhwb?formid=P03388. Abgerufen 16. May 2026.
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Cotta, Marcel. „pickeniii". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pickeniii/rhwb?formid=P03388.
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