Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
phlegære stm.
1. der jemanden in seiner pflege hat; vormund. getriuwer küneges pflegære (der erzbischof von Köln, der vormund des jungen königs) Walth. 85,6. hie sulen wir sprechen, wer zerehte pfleger mac gesîn oder wer sîn nit mac gesîn. eʒ enmac nieman phleger gesîn zerehte, er sî danne fünf und zweinzec jâre alt. der kinde und der frowen phleger, die heiʒent etwâ ein voget, etwâ ein phlegær, etwâ sicherboten, etwâ vormunt, etwâ behalter, die suln alle getriuwe liute sîn Swsp. Lassbg. 59 u. so öfter. vgl. auch kulmer recht, glossar.
2. der verwalter eines landes, eines gutes, richter, amtmann. eʒ sprichet oft ein tumber kneht: in dem lant sint bœsiu reht. daʒ ist gelogen, diu reht sint guot... aber die sîn phlegære sint, die sint oft an frumkeit blint Teichn. 315. diu hölzer und diu almeinde, diu dâ ist, sint der hêrschaft eigen. eʒ gênt ouch dem pfleger von den hölzern 11 malter habern ze fuoter, sô er dar rîtet durch gerihtes willen urbar. 222,23. vgl. das. 223,2 u. 223,11. dô schancten die burger und die herren und pfleger meinem herren Tetzel Rozmital reise 192. die dirre stat herren und pfleger wâren zürch. richtebr. 32. pfleger über den rehten fride leseb. 727,42.