Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
phantreht stn.
1. das recht, ein pfand zu fordern; das in folge dieses rechtes abgepfändete; das als pfand gebührende, die pfandgebühr. swen man begreif, der muoste ein pfant den vrechen lâʒen sâ zehant, die hende oder die füeʒe: daʒ sint der Beier grüeʒe. swâ si an die vînde quâmen, die daʒ pfantreht dâ nâmen, der was âne mâʒe vil: ir was ouch vil ûf tôdes zil. ich wolt dâ niht gepfendet sîn: si suln ir pfantreht haben in und geben daʒ swem si wellen Erec 1583.
2. die gebühr, der antheil des pfander, pfantner (s. diese worte), der beim spiel zur annahme der einsätze erwählt ward u. der dem gewinner die zahlung garantieren musste. hât er enem seine pfantreht abgelassen an guet, der genyess wiener stdtr. bei Rauch rer. austr. script. 4,162 (von spilen im leithaus). ir taberner, ir nemt ouch den nutz der sünden. ob ir selber niemer getopelt oder gespilt, sô nemet ir von den würfeln und von dem liehte, von dem brote, von dem pfantreht, von dem zuosehenne Berthold in der zeitschr. f. d. a. 11,55. ein zweikampf wird im Erec 866 fg. mit einem spiel verglichen: si bêde spilten ein spil, daʒ lîhte den man beroubet, der fünfzehn ûf daʒ houbet.... einer ellenlanger wunden möhter vil wol sîn bekomen der daʒ phantreht solte hân genomen, wer da das pfandrecht, seine procente vom spielgewinn, hätte erheben sollen, der hätte schon etwas ganz ansehnliches erhalten, eine ellenlange wunde; vgl. Haupt in der zeitschr. f. d. a. 11,59.