Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
pflûmfedara
alem.). 203,3 (Hs. 12. Jh., Zeit des Gl.eintrags
unbekannt): ‚Flaumfeder; pluma‘ <〈Var.: fl->〉.
Das VG des verdeutlichenden Komp. (zur Diffe-
renzierung des Simplex von ahd. pflûma ‚Pflau-
me‘ [s. d.]) ist aus lat. plūma f. ‚Flaum, Flaum-
feder‘ entlehnt (s. u.; zum HG fedara s. d.). Die
Wiedergabe von verschobenem pf durch f ist
charakteristisch für das Alem. (vgl. Braune-
Reiffenstein 2004: § 131a). – Mhd. pflûme sw.f.
‚Flaumfeder‘, pflûmvedere f. ‚dss.‘, frühnhd.
pflaume f. ‚Flaumfeder, Daune‘, pflaumfeder f.
‚Flaum der Vögel, Daune‘. Der Wandel von
pf zu f bleibt bei dem Wort nicht auf das Ost-
md. beschränkt, pf- wird wegen des folgenden f
von -feder literatursprachlich angeglichen: nhd.
Flaumfeder f. ‚Daunenfeder‘, Flaum m. ‚Ge-
samtheit der Flaumfedern bei Vögeln, Daune,
feiner, zarter Haarwuchs‘, die plurallose Form
Flaum/Pflaum, die aufgrund der Endungslo-
sigkeit den Mask. zugeordnet wurde, ist viel-
leicht zur Unterscheidung von Pflaume gebil-
det. Nhd. mdartl. sind Formen mit anl. pf- be-
wahrt: schweiz. pflūm, öfters flūm m. ‚Flaum(fe-
der), leichte Sommerdecke, feinste Sorte Mehl‘,
els. pflum f./m. (auch flum) ‚Flaum(feder)‘,
schwäb. pflaum m. ‚dss.‘, vorarlb. pflumm m.
‚dss.‘, bair. plaum(e) m./n./f. (auch mit fl-)
‚dss.‘, bair.-öster. pflaum(e) m./f. (auch mit fl-)
‚dss.‘, lothr. plaum f. ‚dss.‘, luxem. plaum,
plomm f. ‚dss.‘, rhein. plumme, plümme f.
‚Flaumfeder, Schneeflocke, Rußflocke, Troddel,
Quaste‘ (daneben flaum m.), südhess. plaum m.
‚Flaum(feder)‘, schles. pflaume f. ‚dss.‘.