Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Pfennigfuchser
Pfennigfuchser
Pfennig m. Münzbezeichnung, kleinste deutsche Währungseinheit, ahd. phendi(n)g (8. Jh.), phenning (9. Jh.), mhd. phenni(n)c, asächs. pen(n)ing, mnd. pennink, mnl. penninc, pen(n)ich, nl. penning, aengl. pening, penni(n)g, pending, engl. penny. Der nur westgerm. bezeugte Ausdruck ist trotz mehrerer Herleitungsversuche nicht zufriedenstellend geklärt. Vielleicht ist die Münzbezeichnung mit dem Suffix germ. -inga- auf Grund der Ähnlichkeit von dem unter Pfanne (s. d.) dargestellten Wort abgeleitet (wie möglicherweise Schilling, s. d., von Schild). Dann wären die Formen mit d als sekundär anzusehen und könnten unter Anlehnung an das unter Pfand (s. d.) dargestellte Substantiv entstanden sein. Auch aslaw. pěnęzь, russ. (älter) pénjaz’ (пенязь), lit. pìni(n)gas ‘Münze, Geld’, die sehr wahrscheinlich aus dem Germ. entlehnt sind, deuten darauf hin, daß die d-Formen jünger sind. in: Bonner Jbb. 165 (1965) 143 f. glaubt, daß das aus der Bodenforschung resultierende Bild von der Art des Zahlungsverkehrs in der Merowingerzeit eine Herleitung des Wortes aus lat. pondus ‘Gewicht’ erlaube, das in Verbindungen wie pondus aurī, pondus argentī ‘Menge Goldes, Silbers’ begegnet (vgl. lat. pondus argentī dēnāriī ‘eine Drachme’). Erschließt man daraus für das Westgerm. eine Entlehnung (mit dem Suffix germ. -inga-) *panding- ‘gewogenes Geldstück’, müßte diese freilich zu einer sehr frühen Zeit, schon vor dem Übergang von ie. o zu germ. a (wie möglicherweise bei Pfand, s. d.) erfolgt sein. Die d-Formen wären dann als die älteren anzusehen. Das Suffix -ing geht schon früh auf Grund des voraufgehenden Nasals durch Dissimilation in -ig über. Pfennigfuchser m. ‘Geizhals, Knauser’, wer wegen weniger Pfennige andere fuchst (18. Jh.), zu fuchsen ‘plagen, quälen’ (s. d.).