Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
palä
palä
paläo-, vor Vokalen palä-, Bestimmungswort in vorwiegend naturwissenschaftlichen Termini wie Paläobiologie, Paläogeographie, Paläozän mit der Bedeutung ‘alt-, ur-’. Zugrunde liegt griech. palaiós (παλαιός) ‘alt, früher, ehemalig’. Zuerst bildet der französische Benediktiner Montfaucon nlat. Palaeographia Graeca ‘griechische Schriftkunde’ (Buchtitel von 1708), zu griech. palaiós in Zusammensetzung mit -graphia (s. -graphie); noch im selben Jahr nennt er das Buch frz. paléographie. Im Sinne von ‘Wissenschaft von Schriften und Schreibmaterialien des Altertums und Mittelalters, Handschriftenkunde’ wird der Ausdruck Ende des 18. Jhs. üblich; im Dt. ist Paläographie f. Anfang des 19. Jhs. nachweisbar. Nach diesem Vorbild werden im Laufe des 19./20. Jhs. viele andere Bildungen mit paläo- (frz. paléo-, engl. palaeo-, paleo-) geprägt; vgl. Paläobotanik f. ‘Wissenschaft von den ausgestorbenen und versteinerten Pflanzen vergangener Erdzeitalter’ (um 1900), s. Botanik; Paläolithikum n. ‘Altsteinzeit’ (um 1900), vgl. griech. líthos (λίθος) ‘Stein’; Paläontologie f. ‘Lehre von den ausgestorbenen Tieren und Pflanzen vergangener Erdzeitalter’ (19. Jh.), nach engl. palaeontology, vgl. griech. ónta (ὄντα), Plur. Neutr. von ṓn (ὤν) ‘seiend’, und Ontologie; Paläozoikum n. ‘Erdaltertum’ (um 1900), vgl. griech. zṓon (ζῷον) ‘Lebewesen’; Paläozoologie f. ‘Lehre von den ausgestorbenen Tieren vergangener Erdzeitalter’ (19. Jh.), s. Zoologie. Zu den erdgeschichtlichen Termini gehören entsprechende Bildungen mit neo- ‘neu-’ (s. d.) und meso- (vor Vokalen mes-) ‘mittel-, zwischen-’, vgl. griech. mésos (μέσος) ‘mittel, mitten’, wie Mesolithikum ‘Mittelsteinzeit’, Mesozoikum ‘Erdmittelalter’.