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ôrlappa

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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

ôrlappa

ôrkalkînAWB adj., nur in NMC: ‚aus Gold-
bronze; ex pyropo‘. Desubst. Stoffadj. mit dem
Fortsetzer des Suff. urgerm. *-īna-. S. ôr-
kalc, -în¹. – ôrkrosilaAWB f. ō(n)-St., Gl. 3,391,35
(in 2 Hss., 1180/1190 und Anfang des 13. Jh.s,
beide [rhein-]frk.): ‚Ohrknorpel; oirclamisil
[lingua ignota, Hildeg.]‘ (vgl. mhd. ôrkros
st.m./n. ‚Ohrknorpel‘). Determinativkomp. mit
subst. VG und HG (vgl. Riecke 2004: 2, 206).
S. ôra, krosila. – ôrkussilînAWB n. a-St., Gl. 1,
644,23 (12. Jh., alem.): ‚Kopfkissen; cervical‘.
Diminutivbildung mit dem Suffixkonglome-
rat -ilîn (s.d.). S. ôrkussîn. – ôrkussînAWB n. a-St.,
seit dem 12. Jh. in Gl.: ‚Kopfkissen; cervical,
pulvinus‘ (mhd. ôrküsse st.n. ‚Ohrkissen, Ohr-
polster‘, frühnhd. ohrküssen ‚kleines Kopfkis-
sen‘ [Dt. Wb. 13, 1264], nhd. mdartl. schweiz.
ōrenchüssi n. ‚kleines Bettkissen [kleiner als
das Kopfkissen]‘ [Schweiz. Id. 3, 530], ält. steir.
ohrkiss n. ‚feines und weiches Kopfkissen‘
[Unger-Khull, Steir. Wortschatz 483], rhein.
ohrkissen n. ‚Kopfkissen‘ [Müller, Rhein. Wb.
6, 375
], schlesw.-holst. ohrküssen m. ‚Kissen
über dem Sofa‘ [Mensing, Schleswig-holst. Wb.
3, 832]; mndd. ōrküssen n.? ‚Kopfkissen, mit
Federn gefülltes Kissen‘; mndl. oorcussen n.
‚Kopfkissen‘; afries. ārkessen n. ‚dss.‘). Deter-
minativkomp. mit subst. VG und HG. S. ôra,
kussîn. – ôrlappaAWB f. ō(n)-St., Gl. 3,430,30 (in 2
Hss., 2. Hälfte des 12. Jh.s und 13. Jh.): ‚Ohr-
läppchen; pinnula‘ (mhd. ôrlappe f./m. ‚Ohr-
läppchen‘, ält. nhd. ohrlappe[n] ‚unterer Zip-
fel der Ohrmuschel, das Ohr schützender
Lappen an einer Mütze‘ [Dt. Wb. 13, 1264],
nhd. mdartl. els. ohr[en]lappen m. ‚Ohrmu-
schel, an der Mütze angenähte Ohrklappen‘
[Martin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 1, 601],
bad. ohr[en]lappen m. ‚Zipfel der Ohrmuschel,
Ohrmuschel‘ [Ochs, Bad. Wb. 4, 130], schwäb.
or[en]lapp[en] m.? ‚Ohrenklappe an Mützen,
ein Backwerk‘ [Fischer, Schwäb. Wb. 5, 78; 6,
2 Nachtr. 2730], rhein. ohrlappen m. ‚unterer
Zipfel der Ohrmuschel, Mütze, die über die
Ohren gezogen werden kann‘, übertr. ‚gelber
und roter Hahnenkamm, Hagebutten‘ [Müller,
Rhein. Wb. 6, 376 f.
], pfälz. ohrlappen m. ‚un-
terer Zipfel der Ohrmuschel‘, übertr. ‚weiße
Hautpartien seitlich am Kopf von Hahn und
Huhn, angenähte Schlinge am Schuh, Feldsa-
lat‘ [Christmann, Pfälz. Wb. 5, 248], südhess.
ohrlappen m. ‚unterer Zipfel der Ohrmuschel‘
[Maurer-Mulch, Südhess. Wb. 4, 1085], hess.-
nassau. ohrenlappen m. scherzhaft für das
‚Ohr des Menschen‘ [Berthold, Hessen-nassau.
Volkswb. 2, 513], märk. ohrlappe[n] m./[f.]
‚Ohrläppchen‘ [Bretschneider, Brandenb.-ber-
lin. Wb. 3, 485], schlesw.-holst. ohrlapp m.
‚dss.‘ [Mensing, Schleswig-holst. Wb. 3, 832 f.],
meckl. uhrlappen m. ‚dss.‘ [Wossidlo-Teu-
chert, Meckl. Wb. 7, 387], preuß. ohrlappen m.
‚Hautlappen an der Ohrmuschel, Ohrenschutz
an Wintermützen‘ [Riemann, Preuß. Wb. 4,
209]; mndd. ōrlappe m. ‚Ohrläppchen‘; ae. ēar-
læppa m. ‚dss.‘; vgl. afries. ārlippa m. ‚dss.‘).
Determinativkomp. mit subst. VG und HG (vgl.
Riecke 2004: 2, 206). S. ôra, lappa. – Ahd.
Wb. 7, 117 f.
; Splett, Ahd. Wb. 1, 488. 503. 516
687. 688; Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 847;
Schützeichel⁷ 246; Starck-Wells 452; Schützei-
chel, Glossenwortschatz 7, 205.
3301 Zeichen · 188 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ôrlappa(sw.?) f.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ôrlappa ( sw.? ) f. , mhd. ôrlappe ( auch m. ), nhd. ohrlappe(n) m. ; mnd. ôrlappe m. ; ae. éarlæppa m. ; vgl. afries. ā…

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Cotta, M. (2026). „orlappa". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/orlappa/ewa
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Cotta, Marcel. „orlappa". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/orlappa/ewa. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „orlappa". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/orlappa/ewa.
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