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oleiboumîn

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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

oleiboumîn

olibeitiAWB n. ja-St., Gl. 2,702,29 (10./11. Jh.
oder Mitte des 11. Jh.s, mfrk.): ‚Ölpresse; tra-
petum‘. Ableitungskomp. aus eine Fügung oli
beiten ‚Öl zusammenpressen‘. S. oli, beiten. –
olibergAWB, oleibergAWB m. a-St., in MF, bei O: ‚Öl-
berg; mons oliveti, olivetum‘ (mhd. ölbërc st.
m. ‚Ölberg‘, nhd. Ölberg m. ‚Höhenzug östlich
von Jerusalem [gilt als Stätte der Himmelfahrt
Jesu]‘; mndd ȫlieberch m. ‚Ölberg, mit Ölbäu-
men bepflanzter Berg‘). Determinatives Klam-
merkomp. mit subst. VG und HG mit Auslas-
sung von -beri-. S. oli, berg. – oliberiAWB, oleibeiriAWB
n. ja-St., Gl. 1,787,31 (Hs. 2. Hälfte des 9. Jh.s,
Zeit des Gl.eintrags unbekannt, alem.) und wei-
tere Gl.: ‚Olive; bacca, olea, oliva, (uva)‘ (mhd.
ölber st.n. ‚Olive‘, frühnhd. ölbeere f. ‚dss.‘
[Dt. Wb. 13, 1274]; mndd. ȫliebēre f. ‚dss.‘; ae.
eleberge f. ‚dss.‘). Determinativkomp. mit subst.
VG und HG. S. oli, beri. – oliboumAWB, oleiboumAWB
m. a-St., seit dem 9. Jh. in Gl., im T, OT, bei
O, in Nps, Npg, Npw: ‚Ölbaum; olea, oleagi-
na, oleaster, oliva, oliva arbor‘ (Olea euro-
paea L.), wildi / wildêr oliboum ‚wilder oli-
venbaum; oleaster, sycomorus‘, berg oliboumo
‚Ölberg; mons olivarum, mons oliveti‘ (mhd.
ölboum, oleboum st.m. ‚Ölbaum‘, nhd. Ölbaum
m. ‚großer, hochwachsender Baum mit knorri-
gem Stamm, schmalen, länglichen, ledrigen, an
der Unterseite silbergrauen Blättern und Oli-
ven als Früchten‘; mndd. ȫliebōm m. ‚Oliven-
baum‘; frühmndl. olieboom, oleiboom m. ‚Oli-
venbaum‘ [a. 1240], mndl. olieboom m. ‚dss.‘;
ae. elebēam m. ‚dss.‘; got. alewabagms m.
‚Ölbaum; ἐλαία‘). Determinatives Klammer-
komp. mit subst. VG und HG mit Auslassung
von -beri-. Vgl. auch Marzell [1943–79] 2000:
3, 378. S. oli, boum. – oliboumînAWB, oleiboumînAWB
adj., seit dem 12. Jh. in Gl., alle im SH: ‚Oliven-
baum-, vom Olivenbaum stammend; oleaginus
[= oleagineus]‘ (mhd. ölböumîn adj. ‚vom Öl-
baum‘, ält. nhd., nhd. ölbäumen adj. ‚vom Öl-
baum, aus dem Holz des Ölbaums‘ [Dt. Wb. 13,
1274
]; ae. elebēamen adj. ‚vom Olivenbaum‘).
Stoffadj. mit dem Fortsetzer des Suff. urgerm.
*-īna-. S. oliboum, -în¹. – olibrechaAWB f. ō(n)-St.,
Gl. in Edinburgh 18. 5. 10 (1. Hälfte des 12. Jh.s):
‚Olivenkelter, Ölpresse; trapetum‘. Ableitungs-
komp. S. oli, brechan. – olifazAWB n. a-St., Gl. 3,
360,10 (spätes 12. Jh.); 4,3,10 (2. Viertel des
9. Jh.s): ‚Ölgefäß, Ölkrug, Gefäß für Salböl;
alabastrum, lechitus [= lecythus]‘ (mhd. ölevaz,
ölvaz st.n. ‚Ölgefäß, Öllampe‘, nhd. Ölfass n.
‚Fass für die Lagerung und den Transport von
Öl‘; mndd. ȫlievat n. ‚Gefäß für Öl, Salbgefäß,
Gefäß der Öllampe‘; mndl. olievat n. ‚Ölfass‘;
afries. olifet n. ‚dss.‘; ae. elefæt n. ‚Ölfass, Öl-
topf‘); vgl. Rohr 1909: 81. 107. Determinativ-
komp. mit subst. VG und HG. S. oli, faz. – oligartooli
gartoAWB
m. an-St., Gl. 1,473,15 (Anfang des 9. Jh.s,
alem.[-frk.]) und Nps, Npw: ‚Olivenbaum-
garten; oliva, olivetum‘, niupflanzôt oligarto
‚Neupflanzung von Olivenbäumen; novella oli-
varum‘ (mhd. ölgarte sw.m.olivetum‘, ält.
nhd. ölgarten m. ‚Olivengarten‘, nhd. mdartl.
schwäb. †oelgarten m. wohl ‚Mohnfeld‘ [Fi-
scher, Schwäb. Wb. 5, 55], steir. ölgarten m.
‚Olivengarten, Leinfeld‘ [Unger-Khull, Steir.
Wortschatz 484], rhein. ölgarten m. ‚dss.‘
[Müller, Rhein. Wb. 6, 389], pfälz. Ölgarten m.
als FlurN [Christmann, Pfälz. Wb. 5, 256];
mndd. ȫliegārde m. ‚angepflanzter Ölberg‘). De-
terminatives Klammerkomp. mit subst. VG und
HG mit Auslassung von -beri-. S. oli, garto. –
olihefo*AWB m. an-St., olihepfa* f. ōn-St., Gl. 3,
525,31 (Hs. 14. Jh., Zeit des Gl.eintrags unbe-
kannt). 548,21 (in 2 Hss., 14. Jh., bair.[-obd.],
bei 1 Hs. des 14. Jh.s Zeit des Gl.eintrags un-
bekannt). 22 (14. Jh., frk.): ‚Bodensatz des Oli-
venöls; amurca‘ (mhd. ölhefe f. ‚dss.‘, ält. nhd.
ölhefe f. ‚Bodensatz vom Öl‘ [Dt. Wb. 13,
1280
], nhd. mdartl. ält. schweiz. ölhëpf m. ‚Öl-
trester‘ [Schweiz. Id. 2, 1491]). Determinativ-
komp. mit subst. VG und HG. S. oli, hefo. – olikellarioli-
kellari
AWB
m. ja-St., nur Npg: ‚Ölkeller; gemella-
rium‘ (frühnhd. ölkellerolearia cella‘ [Dt. Wb.
13, 1282
]). Determinativkomp. mit subst. VG
und HG. S. oli, kellari. – olimâgo*AWB m. an-St.,
Gl. 3,326,49 (14. Jh.). 679,39 (13. Jh.): ‚aus
dem Mohn gewonnenes Öl, Schlafmohn; pa-
paver‘ (Papaver somniferum L.) (mhd. ölmâ-
gen m.papaver‘, nhd. mdartl. bad. ölmagen m.
†‚Schlaf- oder Gartenmohn‘, pl. Neckname für
die Bewohner von Zarten [wegen des Raps-
anbaus] [Ochs, Bad. Wb. 4, 136], schwäb. oel-
mag[en] m. ‚Mohn‘ [Fischer, Schwäb. Wb. 5,
57; 6, 2 Nachtr. 2723], vorarlb. †ölmag[en] m.
‚Klatschmohn‘ [Jutz, Vorarlberg. Wb. 606], ti-
rol. ölmagen m. ‚Ölpflanze‘ [Schöpf, Tirol. Id.
481], steir. ölmagen m. ‚Schlafmohn‘ [Unger-
Khull, Steir. Wortschatz 484]). Benennnungs-
motiv ist die Verwendung des Schlafmohns zur
Ölgewinnung (vgl. Marzell, a. a. O. 3, 675). De-
terminativkomp. mit subst. VG und HG. S. oli,
mâgo. – olitorkulaAWB f. ō(n)-St., Gl. 2,636,7 (wohl
11. Jh., bair.): ‚Ölmühle; trapetum‘. Determina-
tivkomp. mit subst. VG und HG. S. oli, torkula.
olitrestirAWB n. a-St., Gl. 1,660,48 (in 3 Hss., 2.
Hälfte des 11. Jh.s bis 12. Jh.). 48/49 (2. Hälfte
des 12. Jh.s). 49 (in 2 Hss., 12. Jh. und 1. Hälfte
des 13. Jh.s). 50 (in 2 Hss., 2. Hälfte des 10. Jh.s,
bei 1 Hs. aus der 1. Hälfte des 12. Jh.s Zeit des
Gl.eintrags unbekannt). 50/51 (10./11. Jh.); 4,
282,10 (13. Jh.). 309,7 (10./11. Jh., alle bair.):
‚Rückstände beim Ölpressen; napta [= naph-
ta]‘. Nur im Nom.Pl. belegtes Determinativ-
komp. mit subst. VG und HG. S. oli, trestir. –
olitruosaAWB f. ō-St., Gl. 2,627,61 (wohl 11. Jh.,
bair.): ‚Bodensatz des Olivenöls; amurca‘ (mndd.
ȫlidrōsamurca‘; mndl. oliedroes f. ‚Bodensatz
vom Öl‘). Determinativkomp. mit subst. VG
und HG, das aus truosana (s.d.) gekürzt ist. S.
oli. – olitruosanaAWB f. ō-St., Gl. 2,675,50 (1. Vier-
tel des 12. Jh.s, alem.). 700,39 (10./11. Jh.,
mfrk.); 3,494,10 (11./12. Jh., alem.). 698,13 (En-
de des 12. Jh.s) und Npg: ‚Bodensatz des Oli-
venöls; amurca‘ (mhd. öldrusene st.f. ‚dss.‘,
nhd. mdartl. schweiz. öltruesen ‚dss.‘ [Schweiz.
Id. 14, 1343
], els. öldruesen f.pl. ‚Bodensatz des
aufbewahrten Öls‘ [Martin-Lienhart, Wb. d. els.
Mdaa. 2, 675], bad. öltrus[en] m. ‚Überbleibsel
von Öl, Bodensatz des Öls‘ [Ochs, Bad. Wb. 4,
137], schwäb. †oeldrüse f. ‚Ölhefe‘ [Fischer,
Schwäb. Wb. 5, 54]). Determinativkomp. mit
subst. VG und HG. S. oli, truosana. – olitruosinAWB
f. -St., nur Npg: ‚Bodensatz des Olivenöls;
amurca‘. Bildung mit dem Fortsetzer des Suff.
urgerm. *-ini̯ō-. S. olitruosa. – Ahd. Wb. 7, 79 f.
82 ff.; Splett, Ahd. Wb. 1, 53. 56. 71. 91. 93. 98.
215. 290. 363. 449. 583. 685. 1003. 1012. 1024;
Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 844 f.; Schützeichel⁷
245; Starck-Wells 451. XLV. 827; Schützei-
chel, Glossenwortschatz 7, 195 ff.
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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    oleiboumîn

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    olibeitiAWB n. ja-St., Gl. 2,702,29 (10./11. Jh. oder Mitte des 11. Jh.s, mfrk.): ‚Ölpresse; tra- petum‘. Ableitungskomp…

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Ableitung von oleiboumin

oleiboum + -in

oleiboumin leitet sich vom Lemma oleiboum ab mit Suffix -in.

Zerlegung von oleiboumin 2 Komponenten

olei+boumin

oleiboumin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „oleiboumin". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/oleiboumin/ewa?formid=EWA180840
MLA
Cotta, Marcel. „oleiboumin". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/oleiboumin/ewa?formid=EWA180840. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „oleiboumin". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/oleiboumin/ewa?formid=EWA180840.
BibTeX
@misc{lautwandel_oleiboumin_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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