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Ohm IV

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Eintrag · Rheinisches Wb.

Ohm IV

Bd. 6, Sp. 359
Ohm IV das Wort ist n. einschl. Saarl-OEsch, Merz-Mondrf Merching Brotd Rimling Wehlen u. weiterhin n. der kurtrier. / kurpfälzischen Grenze im Hochw u. Hunsr südl. der Mos u. rrhn. allg. verbr. (südl. der L. herrscht nur noch Onkel; doch ī:m in übertr. Bed. noch in Birkf, aber selten), u. zwar in echter MA. zunächst mit Umlaut e·i.m, ī:-, ē:- im entrundenden Teile [m. um Trier-Newel Sirzenich, Prüm, Malm-Aldring]; im nicht entrundenden Teile Rip, SNfrk ȳ:m, ȳ·ə.- [m. Neuw-Rheinbrohl Kurtschd; nȳ·ə.m Erk-Gerderath Klinkum Wegbg]; Berg :m, - [Gummb ȳm, meist əm; Remschd ȳə-; Elbf ·ă.-; Barm, MülhRuhr ȳ·ă.-; Gummb-Stdt, Wippf (nfrk.), Mettm-Langenbg mə]; lrhn. reicht die Umlautsform mit (:)m nach Mörs (Friemersh, Capellen Asbg Neuk Orsoy); rrhn. bis zur Ruhr einschl.; lrhn. n. der Ürd-L. (s. o. in Mörs m als veralt. Form) u. rrhn. n. Ruhr ōmə(n) [Mülh-Ruhr neben ȳ·ă.m die Nebenform ū·ă.mə; Düss-Stdt :m u. ō:mə, Pl. :ms u. ō:mənts]; Pl. -mə(n); doch im Geb. von ōmə(n): –məs; Demin. e·i.mχən, ī: (Bitb ohne Schärfung) usf.; Nfrk ømkə(n), - m.: 1.a. des Vaters oder der Mutter Bruder; doch gilt im grössten Teil des Umlautsgeb. (noch nicht an der uSaar, WBitb, Prüm, Malm) die nichtverkleinerte Form (ȳ:m usf.) für unfein, als Anrede u. vor den Ohren der Eltern; ein junger Bursche mag wohl noch mengen Ühm sagen, er würde kaum: Dag, Ühm! grüssen; der Verkleinerungsform (im WMosfrk m.) haftet der Nebensinn des Unfeinen kaum an (aber als Anrede wird sie auch kaum noch gebraucht); für Ühm ist nach dem Nhd. Ohm eingetreten, in den Städten Onkel (WBitb Monni; Monsch, Eup, Aach, Selfk noŋk, -ø-, nøŋskə), das auch schon aufs Land vordringt; (mengen) Ohm (Ühmche) Franz, Pitter usf. (Ohme Schleid-Heimb, Jül-Stdt, Erk-Wegbg Elmpt); im lrhn. Ohmen-Geb. tritt der Name vor, z. B. de Grades-, Fretze-, Hannohmen, ebenso veralt. Gummb; der rechten Ihm blutsverwandter Oheim; Grussihm Grossoheim Bitb; en as Ihm iwer et Bitb; der äs en O. än dat Sieg-Leuschd; der Jong moss für den Ühm(che) (Ohm) sage Umschreibung des fehlenden Wortes ‘Neffe’ Rip, Allg.; Öhmskeŋk ‘Neffe, Nichte’; -jong ‘Neffe’, -weit ‘Nichte’ Elbf, Barm. — Ühmchen (der es Ühm blevve) wird bes. auch der im Stammhause verbliebene unverheiratete Bruder des Mannes (der Frau) genannt, der nicht selten das Haus in Ordnung hält u. oft mehr Ansehen als der Vater besitzt Allg.; en Ü. em Hus es ene Zong (Zaun) öm et H. Rip; Öhm achter de Mür (Mauer) Rees-Hamminkeln; Ommei Kref-Stratum. — Här Ihm(chen) der geistliche Oheim, Onkel Pastor WMosfrk (früher sagte man auch von jedem Oheim: mein Här Ihm ös komm). — Ümmches die Familie des Oheims Neuw-Kurtschd. — RA.: Es et Bömmke gruət, es et Ömmke duət Heinsb. Ohme, se kome, Tante van alle Kante! Anmeldung von Besuch Kref. Wer war das? Antw.: Der Ohm von der Tant Trina ihrem Jung Kobl-Vallendar; Nimmesen Öhm Mörs-Capellen. Du kanns Rümche (Reime) wie dem kromme Jann si Ühmche Dür. He gelecht (gleicht) dem wie en Esel sengem Imm Hoppert (Hubert) Prüm-Ihren. Su fruh wie en alt Perd mot seinem Imm Jokob Daun-Strohn. O, min Ohme Nöckeltje, minn Frau, die hät en Pöckeltje; o, minn Ohme Nass, minn Fr., die hät en Kast (Höcker)! Emmerich. Drickes Ühm hät Geld am Plüm on Knabbeledanz (Pannas) met Bonnestrüh! er ist ein Geizhals Dür-Merken. Ihmche vu Primchen (Prüm), Mehnche vu Weddig (Weidingen), sen de Bire bal zeddig (zeitig, reif)? war ein Kind lange nicht bei der Verwandtschaft gewesen, so wurde es mit diesen Worten begrüsst Bitb-Mettend. Erst kömmt Ohmen on dann O. sin Höndjen! die Reihe u. Rangfolge ist einzuhalten Rees-Ringenbg; irscht k. Ömmken, dann kummen Ömmkes Kenger! NBerg. Do soll der Dut Ühr Ühmche werde! Ausr. des Entsetzens Köln-Stdt 1830. We rik wellt weərde, de mott sech mar (nur) got met die ongetraude (unverheiratete) Üəhme hodde (halten) Heinsb-Myhl. Mer machen öm Ihm! trinken einen Bitb-Koosbsüch. — b. da der Oheim meist auch Pate ist, gilt Ühmche (usf.) auch als Bezeichnung für ‘Pate’, et Ü. Neuw-Kurtschd; Ühm Pättche Sieg-Fussh; Üəhmpatt Düss, Mettm; Ohm Patt Monsch-Zweifall; Pätter Ohme Klevld. — c. früher nannten die Dienstboten, Gesellen ihren Herrn, bes. den Gutsbauern Ühm uWupp, Köln-Ld, Bergh, Dür, Grevbr, Neuss, Merz, Saarbg; Här Ühm Anrede an einen reichen Bauern Sieg-ODollend. — d. die Frau nennt ihren Ehemann andern gegenüber usen Eihm (as net dehäm) uSaar, Trier-Ld, Bitb, Prüm; mehr scherzh. menge Ühm Aden, Ahrw, Rheinb, Bo, Sieg. — e. auch der Erwachsene redet einen fremden, ältern Mann mit Eihm an, wenn er nicht ‘du’ zu ihm sagen kann oder er seinen Namen nicht kennt; auch sagt er etwa: wenn den Eihm elo dich kreit, da gäht et der schlecht; bes. in Verb. mit Eigennamen vertritt das Wort die hd. Bezeichnung ‘Herr’, z. B. Magern Eihmchen Herr Mager uSaar, Allg.; Schmitze Ühm der Ehemann im Hause Schmitz Rip, Allg.; auch bei Berufsnamen, z. B. Köster Ohmen, Pastur O., Handels O. Erk-Elmpt. — f. Här Ohme, onsen H. O.  nicht nur der geistl. Onkel, sondern auch der Pfarrer schlechthin n. Ürd.-L. — g. Anrede für jeden fremden Mann, von Kindern; sot, Ihmche, wescht dir net de We (Weg) no N.? uSaar, Allg.; Ohmen, wu lat ös et? Klevld, Allg.; gef dem Ohm en Händche! Rip, Allg.; Uahme Pullewoss (-wurst) scherzh. der Metzger Mülh-Ruhr. — h. jeder älterer Mann, nicht verwandt; irgendein Mann; et steht ene fremmen Ühm für de Düər; ene flissigen Ü.; no, Ühm(che), wat wellt ühr? ene alen Ü. dabei klein von Gestalt, zusammengeschrumpft; Pitter es ene a. Ü. Rip, Allg.; hier in et Nobberhus ös enen alden Öhm Mörs, Allg.; du bes och sonne Ühm nicht der besten Brüder einer Rip; ne möde Ohm zu Gutmütiger Sieg-NDollend. RA.: He kümmt wie ene aue Üəhm pustend, gebückt heran Heinsb-Dremmen, Allg. Dau bös mech ennen glatten Ohmen! der nicht zu fassen ist Mörs-Neuk. Öhm, wenn ek ens köm, dörf ek op et Appelenböhn (-speicher)? Mörs. Üəhm, wenn jetz ene küəm on öch der Mutz (Stummelpfeife) afnüəhm, wat seit er dann? MGladb-Mülfort. Tüt äns (einmal), Ühm! abschl. Antw. Eup. Ühmche, lihn mer e Kärche! das Kindersp. ‘Zimmerchen vermieten, Ablösen’ Bo-Witterschlick; Ü., lihn mer ding Schubbkar! Bo-Lengsd; Ü., gemm mech e Prümche (Pflaume)! Grevbr-Aldenhv. Här, doht mich en Zigar, ich sagen ok eit (8) Dag lang Öahm för üch! Elbf. De ös Üəhmche övver der ihr Möhnche (Muhme) er verkehrt mit ihr geschlechtl. Rheinb-Meckenh. Me moss de Gecken Üəhm heəsche einflussreichen Leuten muss man schmeicheln, damit sie nicht schaden; mer moss no doch net den Gecken Ü. h. man darf doch nicht plump-vertraulich u. frech zu mir werden (sos moss mer och met em met der Lech (zum Begräbnis) gohn Gummb-Nümbrecht) Aach, Monsch, Jül, Dür, OBerg, Altk-Horhsn, Siegld. Me dörf ock al ens (em Fall von Not) för den Düwel Öhm säggen auch mal über die Stränge schlagen, nachsichtig sein Mörs. Junker lef Öhm spele einen durch Geschenke u. Worte günstig stimmen Heinsb-Süsterseel. Patten en Ü.ə noəlaufe bei Bewerbung um eine Stelle einflussreiche Leute um ihre Fürsprache angehen Aach-Stdt. Eine der Üəhm däue einen übertreffen, ihm den Rang ablaufen, ihn zurechtweisen Eup. Der Ohm e jen Fenster lege pissen Aach-Walh. Üəhm met der Püətersteck (Schüreisen), Möhn met de schwatte Fleck; Ü. met der P. püəterte M. an det schw. Fl.? Rätsel, der Mann stocherte im Backofen Heinsb-Erpen. — i. Ihm(che) ein durchtriebener, zu Neckereien aufgelegter Mensch; der es emol en I.! auch als Spott- u. Nachname, z. B. Engels I. Birkf. — 2. übertr. a. persönl. scherzh. α. Zugochse (weil er nicht Vater werden kann); man neckt den Ochsenbauern, im Wortsp. zu O. 1 h u. 2 a): Üəhm, gef mech jet Perdshor! Heinsb, Geilk, Jül, Erk, Kemp. — β. Ohm Johann der Mann im Vollmonde u. dieser selber Bo-Volmershv; Ohm Andrees Köln-Hücheln; Ohme Hermann Kref-Fischeln. — b. sachl. α. scherzh. menschl. Kothaufen Schleid-Dreiborn, Monsch-Rohren, Sol. — β. in der Wend. beim Klickersp. ‘stucken’ (s. d.), wenn der dazu Einladende nur mit einem Klicker stucken will: Wer stuckt et Öhmke (der Ohme)? Düss-Stdt.
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Cotta, M. (2026). „ohmiv". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ohmiv/rhwb
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Cotta, Marcel. „ohmiv". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ohmiv/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ohmiv". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ohmiv/rhwb.
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