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offanlîch

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

offanlîch

offanAWB ? n. a-St.?, im T, Npg und Gl.
1,592,26 (12. Jh.): ‚Offenheit, Öffentlichkeit,
Deutlichkeit, Offenbarung; liquidum, palam, re-
velatio‘. Deadj. Bildung. S. offan. – offanaAWB f.
ō-St., Gl. 2,53,25 = WaD 82, 13 (11. Jh.), Npw
und Npg: ‚Mönchskapuze, cuculla; das Offen-
bare, Offenbarung, manifesta‘ (mhd. offene f.
‚Öffnung‘, mdartl. schwäb. †off[e]ne f. ‚das
Offensein‘ [Fischer, Schwäb. Wb. 5, 48]). De-
adj. Bildung. S. offan. – offanbâriAWB adj. ja-St.,
seit dem 10. Jh. in Gl., Prs A und Npg: ‚of-
fenbar, ersichtlich, öffentlich; evidens, in oculis
huius solis, lucidus, manifestus‘ (mhd. offen-
bære, offenbar adj. ‚offen, geöffnet, deutlich,
sichtbar‘, nhd. offenbar adj. ‚offen zutage tre-
tend, klar ersichtlich‘; mndd. ōpenbār adj. ‚of-
fen, sichtbar, wahrnehmbar, öffentlich, offen-
kundig, bekannt‘, ōpenbāre sē ‚offene See‘, mit
ōpenbārer stemme ‚mit lauter Stimme‘, ōpen-
bāre hūs ‚Bordell‘; frühmndl. openbaer adj.
‚sichtbar, verständlich, offenkundig, öffentlich‘
[a. 1236], mndl. openbare, openbaer adj. ‚dss.‘;
afries. Epenbēr, opinbēr adj. ‚offenkundig, all-
gemein bekannt, öffentlich‘; spät bezeugtes
aisl. opinberr adj. ‚offenbar‘ ist aus dem Mndd.
entlehnt [Vries, Anord. et. Wb.² 419]). S. of-
fan, -bâri. – offanbâroAWB adv., Gl. 2,126,31 (in 3
Hss., 10. Jh., 2. Hälfte des 10. Jh.s, bei 1 Hs.
Mitte des 12. Jh.s Zeit des Gl.eintrags unbe-
kannt, alle bair.). 32 (in 2 Hss., 10./11. Jh. und
3. Viertel des 11. Jh.s, beide bair.): ‚öffentlich,
in aller Öffentlichkeit; solemniter‘ (mhd. offen-
bære, offenbâre, offenbar adv. ‚offen gezeigt,
offenbar, öffentlich‘, nhd. offenbar adv. ‚dem
Anschein nach‘; mndd. ōpenbāre adv. ‚offen-
sichtlich, sichtbar, augenscheinlich, in aller Öf-
fentlichkeit, vor aller Augen‘; frühmndl. open-
bare adv. ‚offenbar, offensichtlich, offenkundig,
unumwunden, ohne Zweifel‘ [a. 1200], mndl.
openbare adv. ‚dss.‘). S. offanbâri. – offanenAWB sw.
v. I, Gl. 2,250,8 (3. Viertel des 11. Jh.s, bair.):
‚offenbar sein; liquēre‘. Deadj. Ableitung. S.
offan. – offanîAWB f. īn-St., Gl. 4,220,27 (Hs. 9. Jh.,
Zeit des Gl.eintrags unbekannt, bair.) und wei-
tere Gl. seit dem 10. Jh., Nps, Npg: ‚Öffnung,
Offenbarung, Öffentlichkeit, Offenheit, Deut-
lichkeit; hiatus, (in) sole, liquendum, liquidum,
propatulum‘, fona offanî ‚im Verborgenen; ex
obliquo‘ (vgl. Blech 1977: 78), in offanî ‚in der
Öffentlichkeit; in manifesto‘ (mdartl. schwäb.
off[e]ne f. ‚das Offensein‘ [Fischer, Schwäb.
Wb. 5, 48]). Deadj. Abstraktum. S. offan. – offanîgof
fanîgAWB
adj., Gl. 1,706,48 (12. Jh.): ‚ersichtlich,
offenkundig; evidens‘. Nach Matzel 1957: 40
handelt es sich um eine Neubildung neben mhd.
offenlich adj. ‚dss.‘. S. offan, -îg. – offanlîhAWB adj.,
Gl. 4,13,1 (2. Viertel des 9. Jh.s, alem.) und in
B, GB, BGB III: ‚öffentlich, offensichtlich, of-
fenkundig; manifestus, publicus‘ (mhd. offen-
lich adj. ‚offenbar, unverhohlen, öffentlich‘, da-
neben im 13. Jh. auch schon offentlich mit
Gleitlaut -t-, mit Umlaut nhd. öffentlich adj. ‚für
jeden hörbar und sichtbar, nicht geheim, der
Allgemeinheit zugänglich, kommunal‘; mndd.
ȫpentlīk adj. ‚öffentlich, allgemein zugäng-
lich‘; mndl. openlijc adj. ‚deutlich, offenkun-
dig‘; afries. epentlik adj. ‚öffentlich‘; ae. open-
līc adj. ‚öffentlich‘). Deadj. Bildung (vgl.
Schmid 1998: 332. 509. 604). S. offan, -lîh. –
offanlîchEnAWB adv., im Ph: ‚deutlich‘ (mhd. offen-
lîchen, offentlîchen adv. ‚für alle wahrnehm-
bar, unverhohlen, öffentlich‘; mndd. ȫpentlīken
adv. ‚öffentlich‘; mndl. openliken adv. ‚auf ei-
ne deutliche, überzeugende Weise, öffentlich‘).
S. offanlîh. – offanlîchoAWB adv., im Abr (1,126,6
[Pa, Kb, Ra]), Sam (1,77,20. 135,9) und wei-
teren Gl., bei I, in B, GB: ‚öffentlich, klar, ein-
deutig, deutlich, sichtbar, offenkundig; ad li-
quidum, certe, evidens, evidenter, enixius, li-
quido, palam, publice‘, offanlîcho irmâren ‚öf-
fentlich verkünden; declarare‘ (mhd. offenlîche
adv. ‚für alle wahrnehmbar, unverhohlen, öf-
fentlich‘, nhd. öffentlich adv. ‚öffentlich, offen-
bar‘; as. opanlīko adv. ‚offen, deutlich, öffent-
lich‘ [Hel], mndd. ȫpentlīke adv. ‚öffentlich‘;
mndl. openlike adv. ‚auf eine deutliche, über-
zeugende Weise, öffentlich‘; afries. epintlike
adv. ‚öffentlich‘; ae. openlīce adv. ‚öffentlich,
an der Öffentlichkeit, unzweifelhaft‘). S. offan-
lîh. – Ahd. Wb. 7, 49 ff.; Splett, Ahd. Wb. 1, 683.
684; Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 842; Schützei-
chel⁷ 244; Starck-Wells 449; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 7, 183 f.
4604 Zeichen · 206 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    offanlîch

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    offanAWB ? n. a-St.?, im T, Npg und Gl. 1,592,26 (12. Jh.): ‚Offenheit, Öffentlichkeit, Deutlichkeit, Offenbarung; liqui…

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Ableitung von offanlich

offan + -lich

offanlich leitet sich vom Lemma offan ab mit Suffix -lich.

Keine Komposita gefunden — offanlich kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.