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Öl III

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Eintrag · Rheinisches Wb.

Öl III

Bd. 6, Sp. 385
Öl III die Grundlage der mdl. Entsprechungen ist oljum (< lat. oleum); sie ist ursprüngl. im ganzen Geb. heimisch, u. zwar Rhfrk an der Nahe ūlĭχ Kreuzn [ō- Gutenbg; u- Brauw Wallhsn], Meis [ō- Kirschr Lauschd Löllb Raumb Schweinschd], Birkf [ō- Eckelhsn Eitzw Gimbw Hettenr Kirnsulzb Leisel Mosbg Regulshsn Schwollen Selb Sonnenbg Steinbg Wolfersw]; ō-, - Wend, Saarbr, Ottw [ū- Wend-Hombg]; ū- Hunsr [ō- Simm-Buch Corw Kellenb; u- Frankw; u-, ū- Schnellb; - Bernk-Wederath; ō- Goar; doch ū- Manub Morshsn ODieb; o- OSpay]; Mosfrk in Saarl - Aussen Betting NSaub Rümmelb Leb Knorschd Lab Reisw OSalb Schwalb; ·ə.- Limb Dorf; sonst ō-; doch ǫ- Ihn Rammelf Niedaltorf; o- Bous Fürw Hüttersd OEsch Pachten Überherrn Bisten Siersd Büren Itzb Rehling; - Diefflen Nalb Bilsd Bettstdt Piesb u. Gresaub KerprichHemmersd GrHemmersd; - Fremersd; in Merz - Düppenw Dreisb Losh Nunk Rech Schweml Welling; ø- Bietzen Brotd Büding Merching Silwing Wadern Weiler, sonst o-, ō-; Saarbg ø- Beuren Körrig Manneb Nohn Rehling; - Wawern Weiten Winchering; ē- Kelsen; ę- Rommelf Trassem Stdt; o- Ayl; ō- Köllig Orscholz; ūə(r)- Faha Palzem Onsd Wellen; ōə(r)- Eft; Trier bis WKoch, Wittl, Bitb, SPrüm ō- [ū- Trier-Cordel Schönd Tarforst; ōă- Orenhf Schleidw; o- Crettnach OEmmel Hermeskeil Raschd Reinsf Pluwig; u- Schilling; - Farschw Thörnich; o- Wittl-OÖffl Pantenbg; ū- Bernk (Hunsr), Zell (Hunsr); u- Zell-Aldegund; o- Altstrimmig Forst Kaimt Liesenich Merl Tellig, Bitb-Jucken; ø- Wallend; ūă(r)- Dahlem Nattenh Messerich Rittersd Sefferweich Speicher Wiersd; ōăr- Outschd; ou- Hamm Nasing Orsf; ūər- Prüm-Büdesh; ø- Irrhsn; - Sevenig]; NPrüm, Daun (mit Ausn. des Süd., wo ō-), OKoch, Kobl, May o-, ǫ- [- Daun-Gees Üdersd, May-Volkesf Waldesch Weibern; ō- Kobl-Stdt Arzh Lay, May-Cattenes Einig Metternich Rüber SJohann; ər- Küttig Nachtsh Polch]; Neuw, Altk im Süd -; sonst ǫ- [u- Neuw-Rüschd; - Altk-OIngelb Peterslahr]; Siegld ō-, ūă- [our- Littf] veralt; jetzt meist ēl [oFerndorft ȳəl]; Rip ǫ·l.- [- Aden-Acht Lederb Kempenich Spessart Stdt Wanderath, Rheinb-Heimerzh Willerschd (:-), Eusk-Euenh, Köln-Pingsd], doch NWSchleid, NMonsch, WDür, Jül, Aach :lĭχ, ·ə.- u. OSieg im Anschluss an das OBerg ō(ə)- [ūə- Malm-Grüffl; nǫ·l.ĭχ Malm-Bracht; wǫ·l.əχ ‘Petroleum’ Aldring; ·ə.- Jül-Hamb; ǫ- Aach-Büsb Breinig Laurensbg Schevenhütte Werth]; Eup-Ld ·ə.ləχ, –ləx; Eup-Stdt ōələ; OBerg ōəlĭχ in Waldbr [ǫ- Dreschhsn Morsb], Gummb [ǫ-Bellingr Berghsn Derschlag Bomig Drabenderhöhe Hesselb Hunstig Lantenb Müllenb Stromb Stdt; - Gimborn Linge; ō- u. ū- Wiehl]; ǫ- Wippf, Lennep, Sol; - Barm, Elbf, Mettm, Düss, MülhRuhr [auch Lennep-Honsbg Lüttringhsn Remschd Stdt, Sol-Gräfr Ohligs Stübchen Wald; ǫ- Düss-Benr Heerdt Metzkausen]; ǫ- Ess [im rip. u. oberg. Teil hier u. da neben der vollen Form auch ǫ·l.χ]; SNfrk ăləχ, ə- [Selfk -ləχ, –ləx, –lək; ǫ·l.ĭχ Geilk-Birgelen Üb, Erk-Rath, Grevbr-Evinghv Kapellen, Neuss-Delhv Gohr Rommersk Zons, Kref-Lank; ə- u. ə- MGladb-Rheydt; ă-, əliŋ, –leŋ MGladb-Donk Viersen, Heinsb-Haaren Althaaren Karken Driesch Soperick, Kemp-Boish Dilkr Dornbusch Dülken Hagenbr Hüls Lobberich Rennekoven Schiefbahn SHubert Süchteln Stdt Vorst]; sonst n. der Ürd-L. ǫlī, –li (auch Erk-Elmpt, Kemp-Breyell Tönisbg ăli) [in Mörs-Asb Bornh Kapellen Menzelen Neuk Repelen Vennikel Vierbaum Vinn ǫleχ, -, ǫlj; auch Geld-Schravelen, Klev-Calcar Goch Huisberden Hülm Rindern Pfalzd Stdt, Rees-Bienen Dornik Emmerich, Dinsl-Gartrop əlij, ǫlij, -] m. — Nhd. Öl als ēl ist ins Rhfrk stark eingedrungen, z. T. hat es die alte Form bei der jüngern Generation ganz verdrängt (z. T. halten diese nur noch die 45—50jährigen fest), z. T. ist die alte Form nur auf ‘Rapsöl, Baumöl’ (also Speiseöl) beschränkt u. ‘Petroleum u. Schmieröl’ heisst ēl (Lampenel) (jetzt ēl, ältere Leute ūliχ, aber nur in der Verb. ūliχlęmbχə Meis-Meddersh); dieses Vordringen von ēl, das aber hier u. da noch von der alten Form das Geschlecht m. behauptet (meist n.) geht über den Hunsr nach der uMos hin u. zum südl. Westerw u. nach dem Siegld (ēl, -, ȳə-); das übrige Geb. bewahrt die alte Form noch fest, nur ‘Schmieröl’ lautet :l (das Zeitw. heisst allg. :lən), mehr šmEr (doch Knochenollig hört man auch); für die andern Sorten von Öl tritt auch in den rip. Städten :l (hier u. da noch m.) ein, u. auf dem Lande tritt :l im Rip (E:l Sieg-Lohmar; :l Altk-Steineb; ·l. Prüm-Stadtkyll) schon zaghaft auf; die Selfk in Breberen Havert Saeffelen Tüddern hat für ‘Rüböl’ šmǫut (Schmalz) (auch Lēsəsšm. Leinsaats-, Leinöl) neben ăliχ: 1. wie nhd., vorzügl. Raps-, Rüböl (Rapp-, Röb-; gröne Oəling Kemp-Hüls), Baumöl (Bom-, Noss-, Buch(somen)-, Mohsems- ‘Mohnsams-’, Schlot- ‘Salat-’, heute Olivenöl aus den Geschäften), Leinöl (Leng-, Lese(ts)-), Steinöl (Petroleum; Pödderolig, stinkigen Olig Bitb), ungereinigtes Rapsöl für's Licht (s. Kenk-), Maschinen-, Schmerollig; neinerlei El aromatischer Essig Kreuzn, Bergh-Hüchelhv; der hellegen O. die letzte Ölung; der h. Ö. geəven (kriegen) Erk-Elmpt. O. schlagen die frühere Gewinnung des Rüböls in den Oligsmühlen; zunächst wurde der Raps in der Ölmühle gemahlen; in dieser Mühle standen die Mühlsteine (Ollijsten) nicht übereinander, sondern aufrecht u. waagerecht, durch eine Achse verbunden mit dem Gangwerk (Räder u. Rädchen), in dem Traddekas (-kast), einer hölzernen, nicht hoher Schutzwand, auf den die Ollijsoot geschüttet wurde; darüber liefen die Steine im Kreise, der eine dem andern nach; eine Vorrichtung hinter jedem Steine sorgte dafür, dass alle Saat unter die St. kam; war sie gut gemahlen, so fiel sie durch eine Öffnung in einen Behälter (dieses Mahlen nannte man tradde); dann kam sie in eine grosse eiserne Pfanne auf lebhaftem Feuer; eine Rührvorrichtung sorgte dafür, dass nichts sich auf den Boden der Pfanne setzte u. anbrannte; nach genügender Erwärmung kam das Mehl in wollene Beutel u. dann diese in die Parsch (Presse) zwischen zwei schwere Holzbalken, an einer Seite mit schweren Holzkeilen festgelegt; die Heie, schwere viereckige Bäume von Buchenholz, schlugen dann ständig auf ebensolche vierkantige Parsche u. die Keile immer fester, u. durch die starke Pressung wurde das letzte Öl herausgeholt; war der O., der noch unten in den Oligkellder lief, drausgeschlagen, so zog man an einem Hebel, de Heie satten ut, an einem ledernen Riemen wurde gezogen, u. die Parsche ging auseinander, u. man zog den Beutel heraus, dem man den Oligkuk entnahm (sehr gutes Futter für das Vieh). — O. abkräschen (-kreischen), -kretschen, –krezen (s. d. W.) Öl durch starkes Erhitzen von schleimigen Unreinigkeiten befreien; man fügt dabei Schwarzbrotschnitte oder Zwiebel u. Butter; afgezoge O. Eusk-Dirmerzh; afgetrocke O. Köln; de O. schräut brennt an Mörs. — RA.: Was gehört zu einem Haushalt des eben verheirateten Paares? O. un Gelüchte, do mott ok noch Salt sin! Gummb-Berghsn. Fett wie O. gutes Fett Schleid-Hellenth; deck wie O. von einer Flüssigkeit Rip; hei es noch fetter äs O. Allg.: gel (gelb) wei U. on Ajer (Eier) Saarl-Niedaltorf; dat löf wie O. MüEif; et kom üvver mich wie heissen Öl Köln. Der O. u. das liebe Vieh, das ist die Neusser Industrie Neuss, der Haupthandelsplatz für Öle. Dat wor em O. op en Lomp war ihm gerade gelegen Heinsb-Dremmen. Dat os de Man, der den O. schläht die Hauptperson Daun-Strohn; dir seid noch de Jungen, die den O. schlohn ordentliche Kerle Daun-Stdt. Säscht (sagst), de Essich wär do, un de O. käm no! zu einem langsamen Menschen Saarbr-Güding. Eich quetschen deich, dat den O. erausleft (-läuft)! Bitb-Dudeld, — datste O. sechst (seichst)! Bitb-Rittersd. Wammer hön nach en Ham (Heim) on O. en der Kan, da kenne mer nöt verderwe, wammer och neist erwen Trier-Thomm. Dat es O. en et Für geschott den Streit geschürt Remschd, Köln, Selfk; me mott kennen O. en et F. geite (giessen) Kref. Et as at (schon) ken Ämtchen esu klen, et brengt at jet un (ein); meine Man stocht et iwig Licht (in der Kirche), et deht os at den O. Daun-Neroth 1850. Do mäcks e Gesech, als wenn dou den O. ömgestuəten heis (hättest) Kemp, Kref. Lott et Let (Licht) doch us, vir verbrenne ose Herrgott der Dag on os den O.! Aach-Warden. Bes op et O. zoə es alles hel an et Nohemguəhn Eup-Raeren. Botter in O. gebroje sehr fett Klev. De wiərd net fett, wammer en en O. setz Rheinb-Meckenh. — Im Kinderspr. Sall ech der ebbes son? O. os kai Tron Koch-Laub. Geh häm bei dein Motter on sag O.! Ottw, Saarbr, — un le deiner Modder ne Kaschte O.! zu lästigen Kindern Kreuzn-Laubenh. Grombernzopp, O. aus der Ampel drop! Trier-Mehring. Dubbe, d., dupp, schlag O.! an den Marienkäfer Aach-Gressenich; wenn de mir genen O. gis, schlag ich dich musdut! Jül-Roerd, Heinsb, — schlohn ech din Vader on di Moder duət! Heinsb-NHaaren. En, twee, dri, vier, fif, sess, O. in de Fläss (Flasche), O. in de Kann (Pann), en gej süt dervan! Abzählr. Geld, Klev. Es dann genn O. in de Lamp, dat se so düster brannt, sackerjü; es dann genn Fusel in de Fläss, halt (holt) min för en Penneng of sess, sackerjü! Emmerich. Spielen die Kinder Sälhuppsjes (Seilhüpfen), dann ruft der Hüpfende den Seilschwingern zu: El! (langsam schwingen) oder Essig! (schnell schw.) Saarbr, Wittl, Düss, Rees. — Volksbr. Heten (heisses) O. ös gut för de Verschnuppdichet gegen Schnupfen reibt man die Stirne mit heissem Rüböl ein Kemp, Allg., wie man auch Ausschlag mit O. einreibt; auf Brandwunden legt man Watte, mit O. getränkt. — 2. übertr. scherzh. Schnaps, ōliχ Wittl-Dörb, :l May-Ettring, Bo; :l för op de Lamp Köln; krnǫ·l.iχ uWupp 1870; ech ben alt benüselt, ech han dise Morgen ze völl Olleg geschnüselt Düss-Stdt; Oligs Spottn. für ‘versoffene Weiber’ Trier.
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Cotta, M. (2026). „oeliii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/oeliii/rhwb?formid=O00705
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Cotta, Marcel. „oeliii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/oeliii/rhwb?formid=O00705. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „oeliii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/oeliii/rhwb?formid=O00705.
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