Hauptquelle · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)
Nominalismus
Nominalismus , nannte man die aristotelisch-scholastische Philosophie des Mittelalters, weil sie im Gegensatze zur platonisch-scholastischen oder zum Realismus von der Grundansicht ausging, die universalia liefen lediglich auf nomina oder flatus vocis hinaus d.h. die Allgemeinbegriffe seien nur leere Namen, Gedankendinge, denen nichts in der Wirklichkeit entspreche, denn es gebe in der Wirklichkeit nirgends allgemeine Begriffe, weder Gattungen noch Arten, sondern eben lauter Einzeldinge, die man mit den Sinnen wahrnehme u. sich vorstelle. Der N. leugnete folgerichtig das Vorhandensein der Vern…