Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
nackut
NMC, Nps, Npw, Ph, Prs B, GGB II, JB und Gl.
1,477,46 (12. Jh.): ‚nackt, unbedeckt; nudatus,
nudus‘ <〈Var.: -ch-, -cch-, -cc-, -c-, -hh-, -k-;
-ot, -et>〉. Die Geminate ist Ergebnis der west-
germ. Konsonantengemination durch *w nach
Kurzvokal. Im T belegtes nacot zeigt einfa-
ches -k- anstelle von -ck-, bei N wird der Dop-
pelkonsonant zumeist durch <cch> bezeichnet.
Formen mit -hh- wie in nahhut (MF), nachot
(bei O) haben Nebenformen mit einfachem
westgerm. *k zur Voraussetzung. – Mhd. na-
cket, nackent adj. ‚unbekleidet, nackt, entblößt,
ledig, frei von; nudus‘, nackte fuoder salz ‚Salz
ohne Verpackung‘, mit nackenden armen ‚ohne
Waffen‘, mit nackten swerten ‚mit entblößten
Schwertern‘, synonyme Paarformel nacket un-
de blôz ‚völlig nackt‘. Der seit dem 13. Jh. be-
legte n-Einschub in nackent ist dem Einfluss
des Part.Präs. geschuldet (dazu s. u.). Nhd.
nackt, nackend adj. ‚unbekleidet, unbedeckt,
kahl, schmucklos, unverhüllt, bloß‘. Der Wen-
dung die nackte Wahrheit liegt lat. nuda veritas
von Horaz (Carmina 1, 24, 7) zugrunde.